Wahlprüfstein Bundestagswahl 2021
Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter e. V.
Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter
Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter e. V.
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Der BDRG hat sich ausdrücklich dem Tierwohl verschrieben und seine Mitglieder praktizieren dies täglich. Wie bewertet Ihre Partei diese Anstrengungen und wie kann dies in der Breite eine finanzielle Förderung erfahren.
Das große Engagement der Rassegeflügelzüchtenden in den Regionen ist sehr wichtig, nicht nur bezüglich des Tierwohls, und braucht Unterstützung. Gerade der Erhalt der genetischen Vielfalt ist ein wesentlicher Beitrag zur Erfüllung von Gemeinwohlaufgaben, der angemessen honoriert werden sollte, neben der Stärkung des Ehrenamts, das grundsätzlich gerade in den ländlichen Räumen notwendig ist. Die besonderen Erfordernisse der Rassegeflügelhaltung sollten bei der Gesetzgebung berücksichtigt werden.
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Wie wird sich Ihre Partei für eine nachhaltige und arterhaltende Rasse- und Ziergeflügelzucht (im Sinne der Verpflichtung von Deutschland bei der Erhaltung der Biodiversität und Artenvielfalt beizutragen) einsetzen?
DIE LINKE schätzt die Bedeutung der Rassegeflügelzucht als wichtigen Bestandteil der genetischen Vielfalt in der Tierhaltung und ist der Auffassung, dass Biodiversitätsaspekte generell einen zu geringen Stellenwert im derzeitigen politischen Handeln einnehmen. Wir setzen uns u.a. auch gezielt für die Züchtung von Zweinutzungsrassen beim Geflügel, insbesondere Hühnern und Puten, ein und generell sollten ausgewogenere Leistungen Zuchtziel sein.
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Bei der Zucht von Rassegeflügel handelt es sich um ein viele Jahrtausende altes Kulturgut. Wie steht Ihre Partei zu einer Anerkennung als immaterielles Kulturerbe in Deutschland? Bzw. setzt sich Ihre Partei dafür ein, dass die Lautäußerungen, die zum Tierwohl dazugehören, als ortsübliche Emission anerkannt werden.
Eine Anerkennung als immaterielles Kulturerbe ist gut vorstellbar, wie sie ja auch bei der Falknerei bereits 2014 erfolgte. Übliche Lautäußerungen von Tieren sollten in angemessenem Ausmaß im Immissionsschutzrecht anerkannt werden. Aber auch eine gute nachbarschaftliche Kommunikation kann helfen, Konflikte zu vermeiden, sowie gute Öffentlichkeitsarbeit der Verbände vor Ort, damit die Ziele und Aufgaben im Interesse aller besser verstanden und akzeptiert werden.
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Deutschland neigt dazu EU-Richtlinien und Verordnungen, die uns betreffen, strenger auszulegen als es von der Europäischen Union vorgesehen ist. Setzt sich Ihre Partei hier für eine 1:1 Umsetzung ein?
Die Umsetzung der EU-Vorgaben in deutsches Recht sollte sich immer an den besten Lösungen für die gemeinschaftlichen Ziele orientieren, aber auch die Situation der Betroffenen angemessen berücksichtigen. DIE LINKE hat z. B. immer gefordert, den Tierhaltenden bei Tierseuchenbekämpfungsmaßnahmen, wo immer möglich, flexiblere, praxis- und ergebnisorientierte Lösungen anzubieten. Hierzu werden in Auswertung des Seuchengeschehens und des unterschiedlichen Agierens in den Mitgliedstaaten Risikoanalysen gebraucht, die eine wissenschaftliche Grundlage für neue Entscheidungen liefern.
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Was will Ihre Partei unternehmen, dass die Kleintierhaltung und kleinbäuerlichen Strukturen von bürokratischen Hemmnissen entlastet werden, bzw. wie soll aus Ihrer Sicht ein Unterschied zwischen „Geflügelindustrie“ und Haltung für den Eigenbedarf mit regionaler Vermarktung gemacht werden.
Für DIE LINKE ist die Art der Tierhaltung wichtiger als die Größe von Agrarbetrieben. Regionalität und regionale Verankerung sowie Erfüllung von Gemeinwohlinteressen sind dabei für uns die entscheidenden Kriterien. Bürokratische Auflagen und ihre Kontrolle sollten sich vor allem darauf konzentrieren, reale Risiken für öffentliche Interessen oder Missbrauch von öffentlichen Geldern zu vermeiden. In diesem Sinne kann unnötige Bürokratie und Hemmnisse für den Eigenbedarf mit regionaler Vermarktung abgebaut und diese Geflügelhaltungen unterstützt werden.
Für mehr Regionalität benötigen wir eine Politik, die den heimischen Markt vor einem sozial und ökologisch blinden globalen Markt schützt, eine kostendeckende Produktion gewährleistet und regionale und kooperative Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen massiv fördert.
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Was unternimmt Ihre Partei dafür, dass die tierärztliche Versorgung bzw. die vorgeschriebenen Pflichtimpfungen flächendeckend auch für Kleinsthaltung erhalten, auch finanziell, bleiben. Viele Impfstoffe werden nur in Verpackungseinheiten (1.000 u. mehr) abgegeben, die für die Züchter/Kleinsthaltungen nicht Gebrauchsfähig sind.
DIE LINKE bedauert, dass bei der Neufassung eines eigenständigen Tierarzneimittelgesetzes auf existierende Probleme nicht angemessen eingegangen wurde. Auch bei der auf Drängen der Bundestagsfraktion DIE LINKE initiierten Anhörung dazu wurden viele Lücken deutlich. Die tierärztliche Versorgung von Kleinsthaltungen ist im Sinne des Staatsziels Tierschutz zu sichern. Dazu gehören Pflichtimpfungen inkl. kleinere, bedarfsgerechte Verpackungsgrößen, aber auch eine Stärkung des tierärztlichen Notdienstes. Die Tierarzneiunternehmen und Impfstoffhersteller müssen an die Gesamtverantwortung gebunden werden, auch die Behandlung der Tiere in kleineren Beständen angemessen zu sichern.
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Wie steht Ihre Partei zum Thema Impfen gegen die Geflügelpest in den Haltungen der Rassegeflügelzüchter. Der Erhalt von genotypischen Rassen in diesen Haltungsformen dürfte höher zu werten sein, als die auf den Export ausgerichtete industrielle Geflügelhaltung.
DIE LINKE ist für eine Tierhaltung, die sich an den regionalen Bedarfen orientiert statt am Wettstreit im Weltmarkt. Erhalt von alten Rassen und Rückkehr zu robusteren Mehrnutzungsrassen wollen wir fördern und die Tierhaltung so umbauen, dass Krankheitsrisiken verringert werden. Markerimpfstoffe, bei denen die Unterscheidung von geimpften und infizierten Tieren möglich sind, sollten unbedingt als Teil der Tierseuchenprävention und -bekämpfung gestärkt werden. Auch eine Entzerrung der tierdichten Regionen ist ein Kernelement aus unserer Sicht, weshalb wir flächengebundene Tierhaltung als Leitbild vorsehen, weil sie auch dazu beitragen, die Folgen eines Tierseuchenausbruchs zu begrenzen.
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Mit der neuen Züchterschulung (ISBN: 978-3-00-065145-8) hat der BDRG eine neue Form der Wissensvermittlung beschritten. Hier sollen gerade auch Halter sachlich und fachlich informiert und im Umgang mit Rasse- und Ziergeflügel geschult werden. Wie bewertet Ihre Partei dies und wie steht Ihre Partei dazu dies als Sachkundenachweis zu anzuerkennen?
Diese Initiative ist sehr zu unterstützen. Die stetige Fort- und Weiterbildung auf Grundlange neuer oder tiefergehender spezifischer Erkenntnisse ist sehr wichtig und eine benutzerfreundliche Struktur, die Wissen vermittelt und die Angebote sammelt, unterstützt dies. Die Anerkennung als Sachkundenachweis sollte geprüft werden.
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Im Zuge der Verringerung des ökologischen Fußabdrucks eines jeden, kann die Kleintierhaltung in Einklang mit einem bewussten Umgang mit den natürlichen Ressourcen helfen, dies zu schaffen. Wie bewerten Sie hierbei die Rolle des BDRG?
Kleintierhaltende und ihre Vertretung leisten einen wichtigen und wachsenden Beitrag zu einer nachhaltigeren Lebens- und Ernährungsweise. Und auch die Erhaltungszucht langlebigerer, robuster Rassen sind dazu sehr wichtig. So kann sowohl ein besseres Verständnis für die Kleintierhaltung erreicht als auch ein wichtiger Lösungsbeitrag für die Zukunft geleistet werden. Insofern kann das Engagement gar nicht hoch genug geschätzt werden.