Wahlprüfstein Bundestagswahl 2021

Berufsverband Orthoptik Deutschland e. V.

BV Orthoptik

Berufsverband Orthoptik Deutschland e. V.

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Durch welche Maßnahmen werden Sie/Ihre Partei dem mangelnden Angebot an orthoptischer Versorgung entgegenwirken?
In dieser Wahlperiode hat die Koalition nichts unternommen, um die Arbeit der Orthoptist*innen zu verbessern. Die Qualität und Attraktivität der Ausbildung und des Berufs selbst ist entscheidend dafür, ob es ausreichend Bewerber*innen gibt und ob ein Beruf dauerhaft ausgeführt wird. Wir sehen hier die Notwendigkeit für Verbesserungen, insbesondere auch bei der Bezahlung, wie leider in vielen Gesundheitsberufen, insbesondere in „Frauenberufen“. Hier müssen wir in der nächsten Wahlperiode etwas erreichen. Gerne kommen wir dazu auch in einen Austausch mit Ihrem Verband, egal ob in Regierung oder Opposition.

2

Wie stehen Sie und Ihre Partei zur eigenverantwortlichen Tätigkeit von Orthoptistinnen?
Wir befürworten ganz grundsätzlich die Erweiterung von Kompetenzen der nicht-ärztlichen Gesundheitsberufe, da dies sowohl den Patient*innen nutzt als auch die Berufe aufwertet. Flachere Hierarchien sind notwendig, um eine multiprofessionelle Sicht auf die Patient*innen zu ermöglichen. Das muss sich auch sowohl in der Aus- und Weiterbildung wie auch in den Gehältern widerspiegeln.

3

Werden Sie und Ihre Partei sich für die Modernisierung des OrthoptG unter Beteiligung des BOD e. V. einsetzen? Wie gehen Sie und Ihre Partei damit um, dass Orthoptist*innen mit einem deutschen Abschluss in Europa zu den Letzten gehören, die ohne akademischen Abschluss im Gesundheitswesen arbeiten?
Natürlich. Das Gesetz ist von 1991 und ist schon viel zu lange nicht mehr „angefasst“ worden. Was die akademische Ausbildung angeht, ist anzunehmen, dass diese den Patient*innen nutzen würde. Die einzige Berufsgruppe in der Gesundheitsversorgung, die in dieser Wahlperiode – mehr oder weniger erzwungen durch die EU – akademisiert wurde, sind die Hebammen. Bei den Heilmittelberufen wird die schon über ein Jahrzehnt fortwährende Erprobung in Modellprojekten fortgeführt. Das ist aus unserer Sicht skandalös. Mindestens aber eine solche Erprobung sollte unseres Erachtens auch in der Orthoptik stattfinden. Einer Regelung in einem dualen Studium – analog zu den Hebammen – stehen wir offen gegenüber.