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Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF)
DENEFF
Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF)
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Deutschland hat jetzt die Chance, Konjunkturerholung und Klimaschutz zu verbinden: Welche Rolle spielt Energieeffizienz für Sie bei einer „Green Recovery“ und sollten die Energieeffizienzziele verbindlich (z. B. im Klimaschutzgesetz oder einem Energieeffizienzgesetz) festgeschrieben werden?
Neben dem Ausbau erneuerbarer Energien muss Energieeffizienz eine zentrale Rolle beim anstehenden ökologischen Umbau unserer Produktionsweisen einnehmen. Der Energiebedarf in allen Sektoren muss deutlich und dauerhaft verringert werden. Auch bei der Nutzung erneuerbarer Energien ist auf Effizienz zu achten.
Deswegen setzen wir uns für verbindliche Energieeffizienzziele ein. Diese sollten besser in einem Energieeffizienzgesetz als im Klimaschutzgesetz festgeschrieben werden.
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Damit Investitionen in Klimaschutz Vorfahrt erhalten: unterstützen Sie einen systematischen Prüfprozess, bei dem alle Gesetze, Programme und Beschaffungsvorgaben aber auch energiebezogene Abgaben, Steuern, Umlagen und Subventionen, mit den Klima- und Energiezielen in Einklang gebracht werden?
Ja, dies unterstützen wir im Grundsatz.
Bei der Umsetzung sind aber an einigen Stellen noch Fragen zu beantworten, wie sich dies widerspruchsfrei organisieren lässt. So führt etwa der Trend zur Elektrifizierung tendenziell zu einem höheren Stromverbrauch in einigen Sektoren. Hier wäre also klug so zu differenzieren, damit das Gesamtziel im Auge behalten wird. Darunter verstehen wir insbesondere auch, dass bei der Nutzung erneuerbarer Energien der Effizienzgedanke im Mittelpunkt stehen muss. Vor diesem Hintergrund verbietet sich etwas der Einsatz von Wasserstoff in Pkws oder zur Gebäudewärmeversorgung.
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Bürger/innen und Unternehmen brauchen technische und finanzielle Hilfe, um bei der Energiewende in einem vernetzten System mitmachen zu können. Doch Energiedienstleister stehen vielen Barrieren in Gesetzen und Förderprogrammen gegenüber. Unterstützen Sie es, diese konsequent zu beseitigen?
Ja, so wie die Energieeffizienz der ungehobene Schatz der Energiewende ist, so ist es auch der Energiedienstleistungsmarkt bei der Energieeffizienzpolitik. Verhindert werden müssen aber Modelle, die Stadtwerke oder Wohnungsgenossenschaften entmündigen und diese verpflichten, teure Dienstleister für Geschäftsfelder in Anspruch zu nehmen, die sie selbst gut und häufig preiswerter anbieten können. Für sonstige Vereinfachungen sind wir offen.
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Die energetisch schlechtesten Gebäude müssen zügig wirtschaftlich und sozialverträglich modernisiert werden. Unterstützen Sie die Einführung energetischer Mindeststandards im Gebäudebestand, gepaart mit abgestimmten, ausreichend ausgestatteten und möglichst klimazielkompatiblen Förderprogrammen?
Ja. Wir wollen die Fördermittel im Energie- und Klimafonds für die energetische Gebäudesanierung aufstocken und effizient so einsetzen, dass bei vermieteten Gebäuden weitgehende Warmmietenneutralität erreicht werden kann. Das muss insbesondere in Wohngebieten garantiert werden, in denen Haushalte mit niedrigen Einkommen leben. Leistungslose Mitnahmeeffekte der Vermieterinnen und Vermieter oder der Missbrauch der energetischen Sanierung zu Verdrängung müssen verhindert werden. Dafür sind auch das Mietrecht bzw. das BGB zu reformieren. Wir setzen nicht allein auf Förderpolitik, sondern auch auf zu setzende verbindliche Standards, die zu mehr Sanierungsanlässen führen. Sie sollen in der Umsetzung Flexibilität so erlauben, dass die Sanierungsanlässe möglichst nah an den natürlichen Sanierungszyklen liegen. So können Kosten und Ressourcen eingespart werden.
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Damit Einsparpotenziale vollständig im tatsächlichen Betrieb von Gebäuden erschlossen werden, spielt die Digitalisierung eine Schlüsselrolle. Unterstützten Sie es, Förderung und Ordnungsrecht im Bereich Energieeffizienz verstärkt an nachgewiesenen Ergebnissen auszurichten?
Diese Strategie klingt im Grundsatz einleuchtend, darf aber nicht auf Kosten des Verbraucher- und Datenschutzes gehen.
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Damit Industrie und Mittelstand bis 2050 klimaneutral werden können, sind Anreize für Klimaschutzinvestitionen zentral. Unterstützen Sie Carbon Contracts for Difference für Effizienzmaßnahmen und/oder eine beschleunigte Abschreibungsmöglichkeit für Klimaschutzinvestitionen?
Beschleunigte Abschreibungsmöglichkeit für Klimaschutzinvestitionen könnten ein Element des Umbaus sein, allerdings wollen wir verhindern, dass sich zahllose Subventionstatbestände und Förderinstrumente bei Unternehmen übereinanderstapeln, zu Lasten des Staatshaushalts. In vielen Fällen halten wir ordnungspolitische Vorgaben für zielführender. Förderpolitik sollte hier aber - auch um soziale Friktionen zu vermeiden - unterstützend wirken. Unser Ziel lautet allerdings, dass Industrie und Mittelstand bereits bis 2035 klimaneutral produzieren.
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Der Energie- und Ressourcenverbrauch von Produkten, auch solchen in Industrieanlagen und Maschinen, entscheidet sich bereits maßgeblich bei deren Herstellung: Unterstützen Sie eine Weiterentwicklung der Europäischen Produktstandards (Ökodesign), auch im Sinne der Circular Economy?
Ja selbstverständlich. Selbst verständlich unterstützen wir dies. Die Weiterentwicklung der EU-Ökodesign-Richtlinie und ihre nationale Umsetzung muss integraler Bestandteil der Energieeffizienzpolitik sein.
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Berechtige Ausnahmeregelungen für energieintensive Unternehmen machen deren Energieverbrauch günstiger: Sollten solche Privilegien im Gegenzug an Effizienzfortschritte geknüpft werden oder zumindest verhindert werden, dass Klimaschutzinvestitionen zu deren Verlust und damit Fehlanreizen führen?
DIE LINKE hat sich in den vergangenen Jahren permanent für eine Beschränkung der Industrieprivilegien beim Erneuerbare-Energien-Gesetz, beim EU- und nationalen Emissionshandel eingesetzt. Wir unterstützen daher ihre Forderung. Jene Privilegien, die aufgrund drohenden Carbon Leakage berechtigt sein können, müssen mit verbindlichen und im Vollzug kontrollierten Vorgaben zu Effizienzfortschritten verbunden werden.