Wahlprüfstein Bundestagswahl 2021
Vereinigung der Opfer des Stalinismus e.V. (VOS)
Opfer des Stalinismus
Vereinigung der Opfer des Stalinismus e.V. (VOS)
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Die Höhe der SED-Opferrente ist mit 330 €/Monat im Vergleich zur Ehrenpension für die Opfer des NS-Regimes bescheiden, obwohl die Opfer der SED-Diktatur ähnlich schwer zu leiden hatten. Wird Ihre Partei sich für eine spürbare Erhöhung der Rente für die Opfer der 2.deutschen Diktatur einsetzen?
Aus unserer Sicht verbittet sich jede Gleichsetzung der Opfer des deutschen Faschismus, die in Konzentrationslagern unter elenden Bedingungen in ständiger Todesangst leben und schwerste Formen von Zwangsarbeit verrichten mussten, mit den politisch Verfolgten in der DDR. Ehrenpensionen für Opfer des NS-Regimes werden seit 1992 nicht mehr in dieser Form gewährt, die entsprechenden Ansprüche sind in des Entschädigungsrechtsgesetz überführt worden. Es enthält auch eine Regelung, nach der eine eigene Verletzung von Grundsätzen der Menschlichkeit oder der Rechtsstaatlichkeit vom Bezug der Entschädigungsrente ausschließt.
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Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen steht unter der Obhut des politisch schwer belasteten Kultursenators Lederer. Unterstützt Ihre Partei unsere Forderung, die Zuständigkeit für diese Gedenkstätte sowie analoger Gedenkorte Vertretern der SED-Nachfolgepartei grundsätzlich zu entziehen?
Nein. DIE LINKE und zuvor die SED.PDS und PDS hat sich in zahlreichen Beschlüssen von Parteitagen und des Parteivorstandes klar und deutlich zum Bruch mit dem Stalinismus als System, der Absage an autoritäre Vorstellungen eines Staatssozialismus und zur Universalität und Unverbrüchlichkeit der Menschenrechte bekannt. Gerade Klaus Lederer steht für eine kritische Aufarbeitung der Geschichte der DDR und der SED. Gerade in seiner Kulturpolitik wird deutlich, welchen Stellenwert eine plurale und vielfältige Gesellschaft für DIE LINKE als Ganzes hat.
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Dem PET-Ausschuss liegt seit 2018 die von UOKG/VOS/IEDF eingereichte Beschwerde-Petition 3-19-11-8222-006233 zur Entscheidung vor. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, das die Petition von unabhängiger Seite geprüft wird und es absehbar zu einem tragfähigen Beschluss für die Betroffenen kommt?
Als einer der wenigen Ausschüsse des Deutschen Bundestages ist der Petitionsausschuss im Grundgesetz ausdrücklich genannt und muss eingerichtet werden. Dies drückt seinen hohen Stellenwert aus. Ihm obliegt es daher, von den Bürgerinnen und Bürgern eingereichte Petitionen nach eigenem Ermessen zu beurteilen. Dafür kann er sich in Öffentlichen Anhörungen auch externer Sachverständiger bedienen.
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Die monatliche Aufwandsentschädigung für Abgeordnete des Bundestages wird jährlich zum 1.Juli anhand des vom Statistischen Bundesamtes ermittelten Nominallohnindex i.d.R. nach oben angepasst. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, bei der SED-Opferrente ab der 20.Legislaturperiode analog zu verfahren?
DIE LINKE im Bundestag hat sich bereits in der vergangene Wahlperiode für eine Erhöhung der Entschädigungszahlungen ausgesprochen, unter anderem um sie den gestiegenen Lebenshaltungskosten anzupassen. Der Antrag wurde leider von der Koalition von CDU/CSU und SPD abgelehnt.
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Anspruch auf die Opferrente nach §17a StrRehaG haben nur diejenigen, die ab 8.5.45 bis zum 3.10.90 auf dem Gebiet der ehemaligen DDR inhaftiert waren. Unterstützt Ihre Partei unsere Forderung, das DDR-Bürger auch anspruchsberechtigt sind, die aus politischen Gründen in Ostblockstaaten in Haft kamen?
Eine solche Erweiterung wäre zumindest für die Fälle zu prüfen, bei denen die Inhaftierung auf das Betreiben von Stellen der DDR zurückzuführen ist.
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Die besonderen Zuwendungen für politische Haftopfer laut § 17a StrRehaG sind derzeit an eine demütigende Bedürfnisklausel sowie an eine Mindesthaftzeit von 90 Tagen geknüpft. Tritt Ihre Partei für die Aufhebung dieser willkürlichen und diskriminierenden Regelungen ein?
Ja. DIE LINKE spricht sich dafür aus, eine Entschädigung auch für kürzere Haftzeiten zu gewähren, weil diese häufig als Teil der Zersetzungsmaßnahmen vorgenommen wurden.
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Die ehem. DDR wird mehrheitlich als Unrechtsstaat bewertet. Folgerichtig müssten die Staatssymbole, wie Fahnen, SED-, MfS- und NVA-Symbole in der Öffentlichkeit verboten werden. Unterstützt Ihre Partei unsere diesbezügliche Forderung?
Nein. Die Ausstellung oder Zurschaustellung von Symbolen der DDR, der SED oder ihrer Massenorganisationen erfolgt meist im Kontext eher der Unterhaltung oder historischen Aufklärung dienender Einrichtungen wie in "DDR-Museen" und ähnlichem, findet aber in politischen Kontexten nur selten Verwendung. Zudem wird, wie in der Frage richtig angemerkt wird, die Titulierung als "Unrechtsstaat" mehrheitlich verwendet, ist aber durchaus strittig. Diese gesellschaftspolitische Debatte sollte nicht durch Verbote entschieden werden. In der Frage der NS-Symbolik gelten andere Maßstäbe, weil hier Symbole mit unbestreitbarem Bezug zur Rassevernichtungspolitik und Verbrechen gegen die Menschlichkeit Gegenstand staatlicher Verbote sind.
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Demnächst werden in das Bundesarchiv ca.15.480 Säcke von geschredderten Geheimakten des MfS eingelagert. Wird sich Ihre Partei für deren effektive und schnellstmögliche Rekonstruktion einsetzen, um bislang ungeklärte Machenschaften der SED-Diktatur aufzuklären und beteiligte Akteure zu identifizieren?
Die Sicherung des Archivguts ist nun Aufgabe des Bundesarchivs und wird dort nach bewährten archivarischen Grundsätzen vorgenommen. Die zeit- und personalaufwendige Rekonstruktion von Akten erfolgt dann, wenn daraus mit neuen historischen Erkenntnissen zu rechnen ist. Daher fordern wir, ausreichend Mittel für diese Arbeit bereitzustellen. Das Archivgut muss der historischen Forschung in vollem Umfang zur Verfügung stehen, dies umfasst auch Akten, die Personen der Zeitgeschichte in der BRD betrifft. Wir fordern außerdem die Offenlegung aller Akten der westdeutschen Geheimdienste, die ihre Tätigkeiten auf dem Gebiet der DDR betreffen.