Wahlprüfstein Bundestagswahl 2021

GIH Bundesverband e.V.

GIH Bundesverband

GIH Bundesverband e.V. - Wir bitten Sie um eine Beantwortung aller unserer Fragen/Thesen mit trifft zu/neutral/trifft nicht zu und einer kurzen Begründung. Besten Dank im Voraus!

1

Der Individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) soll in 5 Jahren für alle Gebäude, die älter als 20 Jahre sind, verbindlich eingeführt werden. (trifft zu/neutral/trifft nicht zu)
Trifft zu. DIE LINKE will einen bundesweiten Klima-Check aller Gebäude bis 2025, eine verpflichtende Sanierungsberatung für alle Haus- und Immobilieneigentümer*innen. Dafür wollen wir in den kommenden Jahren tausende zertifizierte Energie- und Sanierungsberater*innen ausbilden. Der bundesweite Klimacheck schafft eine Datengrundlage für Emissionen und Einsparpotenziale, teilt Gebäude in ökologische Gebäudeklassen ein und entwirft einen je nach individueller Beschaffenheit und möglichst an die „natürlichen“ Sanierungszyklen gekoppelten verbindlichen Sanierungsplan. Auf diese Weise, kombiniert mit einer erheblichen Anhebung der Sanierungsförderung und einem Sonderprogramm für die Sanierung der Großsiedlungen aus den 1950er bis 1970er Jahren, wollen wir bis zum Jahr 2035 Klimaneutralität im Gebäudebestand erreichen.

2

Zur Ausstellung eines Energieausweises müssen Energieberater verpflichtend vor Ort sein. (trifft zu/neutral/trifft nicht zu)
Trifft zu. Da jedes Haus anders ist, müssen Sanierungsberatungen individuell und vor Ort durchgeführt werden, um einen effizienten und auch möglichst kostensparenden, an die „natürlichen Sanierungszyklen“ angepassten Fahrplan zu erstellen. Dafür wollen wir bundesweit Klimastützpunkte als niedrigschwellige Anlaufstellen für Hauseigentümer*innen errichten.

3

Bei der steuerlichen Förderung energetischer Modernisierungsmaßnahmen sollte die Qualität durch verbindliche Energieberatung gesichert werden. (trifft zu/neutral/trifft nicht zu)
Trifft zu. Da wir einen verpflichtenden Klima-Check aller Gebäude bis 2025 als Ausgangspunkt des sozial-ökologischen Umbaus des Gebäudesektors setzen, sind Energieberatungen gleichzeitig auch Voraussetzung für die steuerliche Förderung energetischer Modernisierungen. Bei der Förderung einen möglichst effizienten, also auch kostensparenden Sanierungsplan zu garantieren, gebietet auch der verantwortungsvolle Umgang mit öffentlichen Mitteln.

4

Die Konditionen der Bundesförderung für effiziente Gebäude sollen über die gesamte Laufzeit bis 2030 gewährleistet werden. (trifft zu/neutral/trifft nicht zu)
Trifft zu. Um das Ziel eines klimaneutralen Gebäudebestands bis 2035 zu erreichen, brauchen wir ein Gesamtkonzept, das verlässlich ist und über den gesamten Zeitraum trägt. Wie beim Wohnungsbau auch werden Förderprogramme nur dann funktionieren, wenn sie den Eigentümer*innen, Handwerk und Bauwirtschaft auch Planungssicherheit bieten. Wir wollen die Sanierungsförderung auf dauerhaft mindesten 10 Milliarden Euro im Jahr aufstocken und zusätzlich ein zehnjähriges Sofort-Sanierungsprogramm für klimagerechte Nachbarschaften im Nachkriegsbau im Umfang von weiteren 5 Milliarden Euro im Jahr auflegen.

5

Erfolgt eine Baubegleitung durch Energieeffizienz-Experten, müssen Materialkosten bei Eigenleistungen wieder gefördert werden. (trifft zu/neutral/trifft nicht zu)
Neutral. Eine Sanierung in Eigenleistung zu fördern, die im Rahmen eines verbindlichen Sanierungsfahrplans und unter Fachberatung eines Energieeffizienz-Experten stattfinden, halten wir durchaus für vorstellbar. Wir haben uns dazu aber noch keine abschließende Meinung gebildet.

6

Der Einbau von wasseraufbereitenden Maßnahmen soll in die Bundesförderung aufgenommen werden. (trifft zu/neutral/trifft nicht zu)
Neutral. Als LINKE setzen wir uns für einen umfassenden sozial-ökologischen Umbau auch im Gebäudesektor ein. Dazu gehören nicht nur Energieeffizienzmaßnahmen, sondern auch eine Stadtentwicklungspolitik, die weitere Flächenversiegelungen vermeidet und nach dem Prinzip der doppelten Innenentwicklung – d.h. Nachverdichtung bei gleichzeitiger Ausweitung und Aufwertung von Grün- und Freiflächen – vorgeht, sowie der schonende Umgang mit Ressourcen, u.a. mit Wasser. Eine Förderung von wasseraufbereitenden Maßnahmen halten wir für vorstellbar, haben uns über die Ausgestaltung aber noch keine abschließende Meinung gebildet.

7

Zusätzliche Aus- und Weiterbildungen für Energieberater sollten staatl. gefördert werden. (trifft zu/neutral/trifft nicht zu)
Trifft zu. Die Energie- und Sanierungsberater*innen nehmen eine zentrale Rolle ein im LINKEN Konzept für Klimagerechtigkeit im Gebäudesektor. In Klimastützpunkten, die flächendeckend als Anlaufstellen dienen sollen, sind sie die Fachkräfte für sozialverträgliche Sanierungen und koordinieren Vorhaben im Rahmen von Quartierskonzepten. Die Ausbildung von tausenden Energieberater*innen in den kommenden Jahren wollen wir staatlich fördern.

8

Der Beruf „Energieberater“ soll offiziell mit klar definierten Ausbildungs- und Qualitätsstandards staatlich anerkannt werden. (trifft zu/neutral/trifft nicht zu)
Trifft zu. Die große Verantwortung, die Energieberater*innen beim bundesweiten Klima-Check und bei der Aufstellung verbindlicher individueller Sanierungspläne für alle Gebäude tragen, erfordert, dass ihre fachliche Qualifizierung garantiert sein muss. Deshalb wollen wir den Beruf der Energieberater*innen zertifizieren und damit staatlich anerkennen.