Wahlprüfstein Bundestagswahl 2021
Förderverein der Deutschen Schafhaltung
FV der Deutschen Schafhaltung
Förderverein der Deutschen Schafhaltung
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Welchen Stellenwert misst Ihre Partei der Schaf- und Ziegenhaltung in Deutschland bei und warum sollten Schaf- und Ziegenhalter Ihre Partei wählen?
Für DIE LINKE sind die schaf- und ziegenhaltenden Betriebe in Deutschland die Tierhaltungs- und Landbewirtschaftungsform mit der höchsten gesellschaftlichen Anerkennung. Sie tragen zur Kulturlandschaftspflege, zum Naturschutz und Grünlanderhalt bei sowie zum effektivsten Deichschutz bei und zur nachhaltigen Erzeugung von Lebensmitteln. Trotzdem gehören sie zu den Verlierern der letzten EU-Agrarreform. Dies hat DIE LINKE immer wieder - lange Zeit als einzige Fraktion im Bundestag – kritisiert und eine Weideprämie gefordert. Dass diese in der kommenden Förderperiode kommt ist ein wichtiger gemeinsamer Erfolg. Alle Weidetierhaltenden sollen von fairer Bezahlung ihrer Arbeit für den Natur- und Tierschutz und ihre Produkte leben können, das ist die Voraussetzung für eine Zukunftssicherung. Dafür müssen viele Probleme und Zielkonflikte gelöst werden, deshalb hat DIE LINKE einen Runden Tisch für die Freiland- und Weidetierhaltung gefordert.
Themen:
Tierschutz,
Verbraucherschutz
2
Die Zahl der in Deutschland gehaltenen Schafe ist seitdem von 2,64 Millionen auf 1,48 Millionen zurückgegangen. Was werden Sie tun, um diese Abwärtsspirale zu bremsen?
Die ab 2023 gesetzlich verankerte Weidetierprämie wird dazu beitragen können, die Abwärtsspirale zu bremsen. Doch das alleine wird nicht reichen die Schaf- und Ziegenhaltung wieder auf finanziell solide Füße zu stellen und sie damit langfristig zu sichern. Gesellschaftliche Leistungen wie Hochwasserschutz durch Deichbeweidung und die Pflege von geschützten Biotopen sind mit besonders hohem Arbeitsaufwand verbunden. Hier setzt sich DIE LINKE für ein langfristiges Honorierungssystem ein, das für die Betriebe Planungssicherheit und eine angemessene Bezahlung der Leistung gewährleistet. Zudem muss die regionale Vermarktung von Schaf- und Ziegenfleisch gestärkt werden. Auch dafür macht sich DIE LINKE stark. Zudem fordern wir einen Rechtsanspruch auf angemessene inhaltliche und finanzielle Unterstützung beim Herdenschutz und auf Schadensausgleich.
Themen:
Tierschutz,
Verbraucherschutz
3
Wo sehen Sie Möglichkeiten, die übermäßigen Belastungen durch die Bürokratie abzubauen?
Grundsätzlich muss sich Bürokratie auf die Stellen konzentrieren, an denen ein hohes Missbrauchspotenzial denkbar ist. Landwirtschaftliche Betriebe sollen sich wieder auf das konzentrieren können, was ihre Aufgabe ist: die Sicherung der Ernährungssouveränität und von Gemeinwohlinteressen. Damit sinnvolle und notwendige Standards und ihr Vollzug gesichert bleiben muss das System stärker risikoorientiert arbeiten und Bagatellgrenzen angepasst werden. Dokumentations- und Kennzeichnungspflichten sind aus LINKER Sicht dort nachvollziehbar, wo sie z. B. die Nachverfolgbarkeit der Tiere dient, sei es aus der Sicht einer effektiven Verhütung und Bekämpfung von Tierseuchen oder aus Sicht der Lebensmittelsicherheit. Auch das Führen von Weidetagebüchern ist bei Versicherungsfragen und Schadensausgleich, z.B. bei Wolfsübergriffen, für die Betriebe selbst von Bedeutung.
Themen:
Tierschutz,
Verbraucherschutz
4
Die Weidetierhaltung, aber insbesondere die Schaf- und Ziegenhaltung, leidet unter der Rückkehr der Wölfe. In Deutschland nach etlichen Schätzungen aktuell über 2000 Wölfe. Wie wollen Sie die Zunahme der Population begrenzen und für das Tierwohl der Weidetiere Sorge tragen?
Die Rückkehr des Wolfes ist unbestritten eine zusätzliche Herausforderung für Weidetierhaltende, insbesondere für die Schaf- und Ziegenhaltende. Für uns als LINKE gehört eine angemessene Unterstützung beim Herdenschutz ins Zentrum der Debatte. Für uns ist wichtig, dass der Herdenschutz funktioniert. Deswegen unterstützen wir die Forderung, die viele Weidetierhalteende aufgestellt haben: einen Rechtsanspruch auf angemessene finanzielle und inhaltliche Unterstützung bei Herdenschutz und Schadensausgleich, mehr Rechtssicherheit und die Stärkung von Forschung, Beratung und Information mit einem Herdenschutzkomptenzzentrum. Mit der Evaluierung des Erhaltungszustands in unserem Land ist die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) beauftragt. Wenn der gute Erhaltungszustand der Wolfspopulation erreicht ist, wird über eine Änderung des Schutzstatus‘ diskutiert werden müssen.
Themen:
Tierschutz,
Verbraucherschutz
5
Schaf- und Ziegenhalter betreiben angewandten Naturschutz und Landschaftspflege. Wie will Ihre Partei diesen Dienst an der Gesellschaft honorieren?
Der Schaf- und Ziegenhaltung kommt in der Pflege von Naturschutzflächen und damit auch zur Umsetzung des Aktionsprogramm Insektenschutz eine große Bedeutung zu. Häufig werden die Ausscheidungen der Schafe- und Ziegen auf den Flächen von einer Vielzahl von Insekten besiedelt um nur eine positive Wirkung hervorzuheben. Die Weidetierprämie pro Kopf wäre ein erster wichtiger Schritt zur Stabilisierung der Schaf- und Ziegenhaltung in Deutschland. Darüber hinaus müssen die neuen Ökoregelungen und die Agrar-Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen so ausgestaltet werden, dass auch die Leistungen der Weidetierhaltenden einkommenswirksam honoriert werden.
Themen:
Tierschutz,
Verbraucherschutz
6
Schafhalter müssen ihre Herden oft zeitgleich auf weit auseinander liegenden Flächen besuchen. Im Gegensatz zu den Imkern wird dies bei Schafhaltern bei der Agrardiesel-Rückerstattung nicht berücksichtigt. Was wird Ihre Partei tun, um diese Benachteiligung der Schafhalter aufzuheben?
DIE LINKE setzt sich für eine faire Ausgestaltung der Rückerstattung ein, die keinen Bereich diskriminiert oder ausschließt. Allerdings haben wir bereits mehrfach einen schrittweisen Umstieg gefordert von der Förderung des fossilen Diesels im Agrarsektor hin zu umwelt- und klimafreundlicheren Antrieben, wie reine Pflanzenöle bzw. Strom.
Themen:
Tierschutz,
Verbraucherschutz
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Schafwolle ist ein nachwachsender natürlicher Rohstoff. Welche Maßnahmen werden Sie fördern, um einen höheren Marktpreis zu erreichen oder um die Verwendung deutscher Schurwolle, z. B. im industriellen Bereich, voranzutreiben?
Generell hat DIE LINKE immer eine Versachlichung der Debatte zur Nutztierhaltung eingefordert, in der einerseits notwendige Kritik, andererseits aber die Tierhaltung als wichtiger Teil der landwirtschaftlichen Stoffkreisläufe und einer nachhaltigen Landwirtschaft anerkannt wird. Um neue wertschöpfungshaltige Nutzungsmöglichkeiten für Naturwolle zu erschließen, wird sowohl Forschung gebraucht als auch mehr Unterstützung bei der Überführung der Erkenntnisse in die Praxis, einschließlich Marktanreizprogrammen. Insbesondere Nutzungsoptionen mit klimaschonenden Substitutionswirkungen, beispielsweise als Dämmmaterial oder als Torf- oder Mineraldüngerersatz, müssen weiter vorangebracht werden.
Themen:
Tierschutz,
Verbraucherschutz