Wahlprüfstein Bundestagswahl 2021
Verband der Restauratoren
Verband der Restauratoren
Verband der Restauratoren
1
Der Schutz des kulturellen Erbes gehört zu den Staatszielen. Es ist die Aufgabe u.a. von Restaurator*innen, dieses Ziel umzusetzen. Werden Sie sich dafür einsetzen, Transparenz darüber herzustellen, wer berechtigt ist, den Titel „Restaurator“ bzw. „Restaurator im Handwerk“ zu führen?
Ja, wir unterstützen die Forderung nach dem Schutz des Berufstitels „Restaurator:in“ bzw. „Restaurator:in im Handwerk“. Es hilft allen Beteiligten in der Branche und nicht zuletzt den Auftraggeber:innen, wenn Klarheit über die Qualifikation eine:r Restaurator:in besteht. Diese Qualifikation muss durch eine angemessene Bezahlung wertgeschätzt werden. Auch deshalb wird sich DIE LINKE zukünftig für einen Berufstitelschutz der freiberuflich tätigen Restaurator:innen einsetzen.
Themen:
Arbeit,
Kultur und Medien
2
Der Beruf „Restaurator“ wird als freier Beruf z.B. von den Landesverbänden und dem Bundesverband der freien Berufe anerkannt. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, den Restauratorenberuf verbindlich zur Liste der katalogisierten Berufe hinzuzufügen?
Aus Sicht der LINKEN und im Sinne der qualitativen Absicherung ist der Wunsch nach einer geschützten Berufsbezeichnung in Ihrem Berufsfeld nachvollziehbar. Dabei erscheint uns insbesondere eine länderübergreifende Verständigung zur Katalogisierung als ersten Schritt am sinnvollsten, um einen föderalen „Flickenteppich“ zu vermeiden und ausgehend von bundesweiten Standards dann länderbezogen aktiv zu werden.
Themen:
Arbeit,
Kultur und Medien
3
Oft arbeiten Restaurator:innen unter materiellen Schwierigkeiten. Auch im Öffentlichen Dienst wird ihnen die der akademischen Ausbildung entsprechende Einstufung häufig versagt. Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, dass Restaurator:innen immer entsprechend ihrer Qualifikation eingestuft werden?
Ja, wir setzen uns für eine faire und gute Bezahlung aller ein, dies schließt auch Eingruppierungen entsprechend der Qualifikation ein. Wer einen gesellschaftlich wertvollen Beruf ausübt, verdient es, anständig entlohnt zu werden. Marktmechanismen à la „Augen auf bei der Berufswahl“ sind diskriminierend denjenigen gegenüber, die unsere Gesellschaft mit ihrer Arbeit besser machen. Dazu gehört auch der Erhalt und die Dokumentation unserer Kulturgüter.
Themen:
Arbeit,
Kultur und Medien
4
Werden Sie sich dafür engagieren, dass der Master unabhängig von der Kategorie der erteilenden Bildungseinrichtung entsprechend den Regelungen der Bolognareform als gleichwertig anerkannt wird, egal ob an einer regulären Hochschule oder an einer Universität erworben?
Ja, DIE LINKE will, dass vergleichbare Studienleistungen und -abschlüsse unabhängig von der prüfenden Einrichtung als gleichwertig anerkannt werden. Dies trifft insbesondere auch auf Abschlüsse an nicht-universitären Hochschulen wie Fachhochschulen, Kunsthochschulen oder Hochschulen für angewandte Wissenschaften zu.
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Arbeit,
Kultur und Medien
5
Werden Sie dafür sorgen, dass restauratorische Aufgaben tatsächlich von der öffentlichen Hand auch als solche ausgeschrieben werden, insofern dass auch Freiberufler an entsprechenden Ausschreibungen teilnehmen können?
Ja, Ausschreibungen sollten generell für alle zugänglich sein, die die entsprechende Qualifikation nachweisen können und den Inhalt der Tätigkeit richtig beschreiben.
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Arbeit,
Kultur und Medien
6
Beabsichtigt Ihre Partei, in politischer Verantwortung die Etablierung und den Erhalt von restauratorischen Studiengängen zu fördern?
Ja, DIE LINKE will durch eine erhöhte Grundfinanzierung den Hochschulen die Möglichkeit geben, auch kleinere Fachbereiche zu erhalten und auszubauen. Dadurch können auch restauratorische Studiengänge gefördert werden.
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Kultur und Medien
7
Werden Sie sich dafür einsetzen, dass kunst- und kulturnahe Berufe künftig wieder einen bundesweiten Ansprechpartner in Form z.B. eines Kulturministeriums erhalten?
Ja, wir fordern ein:e Bundeskulturminister:in mit Kabinettsrang und ein Kulturministerium, um die Belange der Kultur gegenüber anderen Ressorts sowie auf europäischer Ebene wirksamer vertreten zu können. Darüber hinaus streiten wir für eine Verankerung des "Staatsziels Kultur" im Grundgesetz, denn es ist Aufgabe des Staates, das kulturelle Leben zu fördern und das kulturelle Erbe zu pflegen. Kultur muss zur Pflichtaufgabe werden und als Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Ländern und Kommunen verstanden werden.
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Arbeit,
Kultur und Medien
8
Der Kulturgut-Katastrophenfall kann auch im Inland eintreten, wie beim Stadtarchiv Köln, Hochwasser oder der Anna-Amalia-Bibliothek. Beabsichtigen Sie, Initiativen und Notfallverbünde zur Rettung kultureller Güter im Inland zu gründen und zu unterstützen, ähnlich dem Auswärtigen Amt?
Ja, die Vernetzung und der Ausbau von Initiativen zur Rettung von Kulturgut stellen eine Notwendigkeit dar, um das kulturelle Erbe für nachfolgende Generationen zu sichern. Klimawandelbedingte Extremwetterphänomenen, wie die Hochwasser in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen sowie in Belgien, Luxemburg und den Niederlanden, werden zunehmen. Synergien-schaffende Expertennetzwerke wie „Archaeological Heritage Network“ und Projekte wie „KulturGutRetter“ müssen weiter- und tiefergehend unterstützt werden, damit betroffenen Gemeinden, Archiven, Museen, Kultureinrichtungen, denkmalgeschützten Gebäuden zügig professionelle Hilfe in den Stufen Schadensfeststellung, Objektsicherung und Schadensbehebung geboten werden kann.
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