Wahlprüfstein Bundestagswahl 2021

Deutsche Behindertensportjugend

Behindertensportjugend

Deutsche Behindertensportjugend

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Wie möchte ihre Parte eine flächendeckende Aufklärung zum Thema „Prävention von und Intervention bei sexualisierter Gewalt“ unter dem besonderen Aspekt der Inklusion fördern?
Für DIE LINKE ist der Kampf gegen sexualisierte Gewalt ein wichtiges Thema, auch im Sport. Hier darf es keine Toleranz geben. Neben einer Kultur der Aufmerksamkeit und konsequenter strafrechtlicher Verfolgung brauchen wir eine flächendeckende Aufklärung über die Medien, in Bildungseinrichtungen, (Sport)Vereinen und anderen Bereichen der Gesellschaft, weitere wissenschaftliche Studien, ein ausreichendes sowie dauerhaft ausfinanziertes Netz von Beratungsstellen, gut ausgestattete Jugend- und Sozialämter sowie bessere Fort- und Weiterbildungskonzepte für Trainerinnen und Trainer, Pädagoginnen und Pädagogen, Beschäftigte in der Kinder- und Jugendhilfe. Dabei müssen Bund und Länder die Akteure u.a. mit einer langfristigen angemessenen Finanzierung von Projekten finanziell unterstützen. Statistiken und Erfahrungen belegen, dass Menschen mit Behinderungen, insbesondere Menschen mit geistiger Behinderung, überdurchschnittlich sexualisierter Gewalt ausgesetzt sind. Deshalb tritt DIE LINKE dafür ein, dass gerade im Umfeld dieses Personenkreises ein verstärktes Engagement und verlässliche Unterstützung durch den Bund erfolgen. Das schließt ein, dass die Aktivitäten barrierefrei, also zum Beispiel auch in leichter bzw. einfacher Sprache stattfinden.

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Wie kann Ihre Partei bei einer aktiven Aufarbeitung im Bereich sexualisierte Gewalt im Sport unterstützen?
Statt Strafverschärfung brauchen wir einen wirksamen Opferschutz, kompetente Ansprechpartner*innen in allen Sportverbänden und -vereinen sowie ausreichend Personalausstattung bei den Gerichten. Nötig ist eine deutlich bessere Aufarbeitung von zurückliegenden und gegenwärtigen Fällen sexualisierter Gewalt. Das am 25. März 2021 im Bundestag beschlossene Gesetz zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder muss hinsichtlich seiner Wirksamkeit in der kommenden Wahlperiode auf den Prüfstand, die von den LINKEN aufgezeigten Mängel sollten beseitigt werden. DIE LINKE wird sich dafür einsetzen, dass die Vorschläge von Athleten Deutschland e.V. - zum Beispiel die Schaffung eines unabhängigen Zentrums für Safe Sport - und weiteren Sachverständigen in der öffentlichen Anhörung des Sportausschusses zum Thema "Physische, psychische oder sexualisierte Gewalt gegen Sportlerinnen und Sportler" am 5. Mai 2021 ernsthaft geprüft und weitgehend umgesetzt werden.

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Welche konkreten Maßnahmen plant Ihre Partei, um die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung in Vereinen und sonstigen Bewegungsangeboten aktiv zu fördern?
DIE LINKE fordert die Schaffung von Barrierefreiheit in allen Sportstätten und Schwimmbädern (einen Dritten Goldenen Plan Sportstätten mit 10 mal eine Milliarde Euro), die Vermittlung behindertenpolitischer Kompetenzen bei der Aus- und Weiterbildung aller Trainer*innen, Übungsleiter*innen, von Sportfunktionär*innen sowie Sportlehrer*innen. Mittels Projektförderung und Aufklärungsarbeit sollen alle Sportvereine motiviert werden, inklusive Sportangebote anzubieten.

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Wie gedenkt ihre Partei die Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen im Sportunterricht der Regelschulen zu verbessern?
Auch wenn die Bildungspolitik Ländersache ist, muss hier der Bund einen aktiven Anteil leisten. Neben der Beseitigung der Barrieren in den Köpfen sind hierfür die baulichen Barrieren in den Schulsportanlagen zu beseitigen, die Aus- und Weiterbildung der Sportlehrer*innen hinsichtlich der Vermittlung behindertenspezifischer Kompetenzen zu stärken und die Potentiale der Sportwissenschaft sowie der Behindertensportorganisationen besser zu nutzen. DIE LINKE will eine inklusive Schule, in der alle Kinder und Jugendlichen willkommen sind und gemeinsam mit- und voneinander lernen. Bund, Länder und Kommunen müssen ein Investitionsprogramm »Inklusive Bildung« auflegen, um Bildungseinrichtungen umfassend barrierefrei umzubauen und auszustatten.

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Wie können Sie sich eine engere Verknüpfung und Einbeziehung der Expertise der Deutschen Behindertensportjugend in Gremien und der Erarbeitung von Berichten vorstellen?
Ein Markenzeichen der Bundestagsfraktion DIE LINKE im Sportausschuss ist, immer dafür zu sorgen, dass bei Anhörungen und Fachgesprächen auch die Behindertensportorganisationen gehört werden und deren Expertise in die Entscheidungsfindung einfließt. Dies werden wir, wenn gewünscht, auch künftig tun. Natürlich ist die Deutsche Behindertensportjugend auch in einer „Bringepflicht“, wenn irgendwo die Säge klemmt und der Bund bzw. DIE LINKE helfen können.

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Welche konkreten Maßnahmen plant Ihre Partei, um den Corona-bedingten Bewegungsmangel und die daraus resultierenden motorischen Defizite in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, insbesondere mit Behinderung, auszugleichen?
DIE LINKE, insbesondere ihr sportpolitischer Sprecher im Bundestag, Dr. André Hahn, haben immer wieder den Umgang mit bzw. die Einschränkungen für den Sport und gerade auch den Behindertensport in der Corona-Pandemie kritisiert und eigene Vorschläge auf den Tisch gelegt. Neben den aktuellen (finanziellen) Hilfen von Bund und Ländern brauchen wir einen umfassenden Neustart und langfristige Programme zur Förderung des Breiten-, Schul- und des Spitzensports. Moderne barrierefreie Sportstätten und Schwimmbäder sowie qualifizierte Trainer*innen und Übungsleiter*innen in ausreichender Zahl sind dafür eine Grundbedingung.

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Welche Maßnahmen planen sie, um die Möglichkeit der Verknüpfung Schule, Berufsausbildung und Studium junger Menschen mit Behinderungen mit Leistungssport zu verknüpfen?
Nötig ist dafür ein dichteres Netz von Angeboten, wohnortnah Sportschulen sowie Landes- und Bundesstützpunkte nutzen zu können. Ein Weg sieht DIE LINKE mit der Schaffung von Barrierefreiheit an all diesen Einrichtungen und deren Öffnung auch für Sportlerinnen und Sportler mit Behinderungen. Zu den Maßnahmen sollten ebenso individuell zugeschnittene Programme für die duale Karriere und der Ausgleich der behindertenbedingten Mehraufwendungen gehören. Nötig ist eine engere Zusammenarbeit der Sportfachverbände mit den Behindertensportorganisationen, ggf. auch durch mehr „Druck“ seitens des Bundes, wenn es um die Verteilung von finanziellen Mitteln für den Spitzensport geht.