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Bund Deutscher Forstleute
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Bund Deutscher Forstleute - Unsere Forderungen zur BTW finden Sie unter www.bdf-online.de/der-bdf/positionen.
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Im Entwurf der „Nationalen Waldstrategie 2050“ fehlt das Personal. Wie stehen Sie zu einem „Nationalen Waldplan 2050“, in dem 10000 neue Arbeitsplätze für den Wald und eine waldfreundliche Jagd festgeschrieben werden?
DIE LINKE hat auf diese Fehlstelle frühzeitig hingewiesen und immer wieder gefordert, dass ein naturgemäßer Waldumbau nur mit gut ausgebildetem und anständig bezahltem Forstpersonal funktioniert. Der Personalabbau der vergangenen Jahre im Forstbereich muss gestoppt werden. Dazu muss zu allererst der Personalbedarf durch eine ehrliche Aufgabenkritik, die auch die neuen Herausforderungen abbildet, ermittelt werden. Beides muss Teil der Waldstrategie 2050 sein und anschließend umgesetzt werden. Dafür wird sich DIE LINKE weiter einsetzen.
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Wald liefert weit mehr als das Naturprodukt Holz, bspw. in den Bereichen Klimaschutz, Biodiversität, Naturschutz, Landschaftsbild, Erholung, Gesundheit, Bildung, Wasser-, Bodenschutz. Welche konkreten Pläne zur Honorierung dieser Ökosystemleistungen haben Sie und wie sollen diese finanziert werden?
Die Debatte zur Honorierung von Ökosystemdienstleistungen im Wald begrüßt DIE LINKE. Dabei müssen alle Ökosystemleistungen eine gewichtige Rolle spielen. Eine Reduzierung des Waldes auf seine CO2-Senkenfunktion ist zu kurz gedacht. Gleichzeitig darf dieses Honorierungssystem keine finanzielle Abhängigkeit der Waldbesitzenden schaffen. Auch für Waldbesitz gilt Artikel 14 Grundgesetz, dass Eigentum verpflichtet und zum Allgemeinwohl verwendet werden soll. Verantwortung hat aber die gesamte Lieferkette, auch finanziell. Es muss aber dort unterstützt werden, wo Überforderung droht, gerade im Klein- und Kleinstprivatwald. Zudem soll nicht nur für Waldbesitzende, sondern auch für Forstleute die Teilhabe an der öffentlichen Unterstützung gesichert sein. Eine Finanzierung über den Energie- und Klimafonds ist naheliegend, dessen Ausgestaltung intensiv beraten werden muss. Zudem muss die Unterstützung leicht zugänglich sein. Zertifizierungssysteme können helfen, müssen aber über gesetzliche Standards hinausgehen.
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Die klimafreundliche Bioökonomie ist in aller Munde, durch welche Maßnahmen wollen Sie diese im Forstbereich ausbauen? Welche Pläne haben Sie zur Förderung der Verwendung des umweltfreundlichen Naturproduktes Holz?
DIE LINKE setzt sich schon lange für eine Holzbau-Offensive ein. Gleichzeitig muss der Wald als Lebensraum und Holz als ein wertvoller nachwachsender Rohstoff betrachtet werden, inklusive sorgsamem Umgang mit den langen Wachstumszyklen. Eine Holzbauquote für öffentliche Gebäude ist ein Baustein. Wichtig ist die Sicherung einer Nutzungsstrategie für Holz in der Kaskade von stofflicher zu energetischer Nutzung sowie regionaler Lieferketten. Damit mehr Holz zunächst als Baumaterial genutzt werden kann, müssen unnötige rechtliche Hürden und Benachteiligungen beseitigt werden. Bei der Klimaschutz-Bewertung der Holznutzung müssen auch die Substitutionseffekte einfließen. Gleichzeitig muss die Nutzung dem Kaskadenkonzept angemessen sein. Auch eine verbesserte Altholznutzung muss ambitionierter angepackt werden. Dadurch wird eine langfristige Bindung von CO2 in Holzprodukten gesichert und leistet somit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz über die Nutzung als erneuerbare Energie hinaus.
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Wie wollen Sie das Ziel der Nationalen Biodiversitätsstrategie durchsetzen, 5% der Waldfläche für die natürliche Waldentwicklung zu sichern und wie wollen Sie die Bewirtschaftungsstandards zum Schutz der Biodiversität und der Waldböden sicherstellen, ohne die Förderfähigkeit (ELER,GAK) zu gefährden?
DIE LINKE hat immer das 5%-Ziel befürwortet. Solche Flächen sind u.a. als Lernorte wichtig, um Erfahrungswerte über die aus der Nutzung genommenen Wälder zu sammeln. Dass diese Zielmarke bis 2020 nicht erreicht wurde, zeigt, dass deutlich mehr Engagement von Seiten der Bundesregierung und den Landesregierungen notwendig ist um geeignete Flächen zu identifizieren, die die notwendigen Mindestvoraussetzungen erfüllen.
Grundsätzlich sind Waldbesitzende in Deutschland angehalten, ihren Wald entsprechend einer guten fachlichen Praxis nachhaltig zu bewirtschaften. Die forstwirtschaftliche Gesetzgebung setzt dafür den Rahmen und wird durch Forstzertifizierungsstandards, die darüber hinausgehen, ergänzt. Bewirtschaftungsstandards müssen auch aufgrund des bereits wirkenden Klimawandels angepasst und in Einklang mit Fördertatbeständen gebracht werden. Insbesondere die Themen Baumartenwahl, Erhaltung der biologischen Vielfalt, angepasste Wildbestände und Bodenschutz sind dabei wichtig.
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Wie stehen Sie zur Forderung, eine Strategie zum Zukunftsthema „Wald und Gesundheit“ zu entwickeln und auf Bundesebne koordinierend zu wirken? Welche Punkte würde diese Strategie beinhalten?
Die direkte und indirekte Gesundheits-, inklusive Erholungsfunktion von Wäldern ist in den vergangenen Jahren immer stärker in den Fokus gerückt. Die Aufsetzung einer eigens dazu entwickelten Strategie steht DIE LINKE offen gegenüber. Wichtig wäre jedoch, dass dieses Thema sowohl in der Waldstrategie 2050 als auch in der Debatte zur Honorierung von Ökosystemdienstleistungen berücksichtig wird. Unter anderem die Forschung zur direkten und indirekten gesundheitsfördernden Wirkung der Wälder und die personelle Ausstattung der Forstbetriebe zur möglichen Umsetzung von Maßnahmen muss stärker in den Blick genommen werden.
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Wie stehen Sie zu der Forderung, Wald verstärkt in die „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ einzubinden? Wie und über welche Kanäle würden Sie dies auf Bundesebene forcieren?
Das Ökosystem Wald spielt als CO2-Speicher und Sauerstoff-Produzent eine wichtige Rolle für die Erde. Zudem bietet der Wald einer Vielzahl von Lebewesen einen Lebensraum. Daher ist es wichtig, dem Wald und seiner Bedeutung für die Umwelt im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung einen entsprechenden Stellenwert einzuräumen. Kindern und Jugendlichen sollte es ermöglicht werden, sich nicht nur theoretisch Wissen über Wälder und deren außerordentliche Bedeutung für unser Klima und Ökosystem aneignen zu können, sondern auch sinnlich-wahrnehmbar. Das bedeutet, dass es allen Schüler:innen ermöglicht werden muss, waldpädagogische Angebote wahrnehmen zu können. Da Bildung Ländersache ist, wäre es hilfreich, wenn der Bund mit den Ländern Gespräche aufnehmen würde, um Natur,- Umwelt- und Wildnispädagogik nicht nur im Rahmen von BNE, sondern auch grundsätzlich zu fördern. Wir wollen zudem, dass Bund, Länder und Kommunen in der Bildung zusammenarbeiten können. Durch das Kooperationsverbot ist das nur eingeschränkt möglich. Wir wollen das Verbot komplett aufheben und Bildung als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz verankern, sodass der Bund auch schulische Bildung mitfinanzieren kann.
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Wie stehen Sie dazu, das überholte Wald- und Forstrecht auf Bundesebne zu evaluieren und zeitgemäß weiter zu entwickeln? Welche dringenden Handlungsfelder sehen Sie und in welcher Form würden Sie berücksichtigen?
Die aktuelle Klimakrise hat viele Problemlagen auch im Wald zugespitzt. Insbesondere die Empfindlichkeit unserer Wälder gegenüber dem beginnenden Klimawandel hat viele überrascht. Das Bundeswald- und -jagdgesetz als nationale Regelung des Forstrechts müssen entsprechend dieser dynamischen Situation laufend evaluiert und angepasst werden. Als drängendste Handlungsfelder sieht DIE LINKE u.a. die Novelle des Bundesjagdgesetz, da die dringende Beschleunigung von Waldumbau und Wiederbewaldung Mitverantwortung der Jägerschaft ist. Auch die Themen präventiver Waldbrandschutz und -bekämpfung, vor allem aber nicht nur auf munitionsbelasteten Flächen, sind drängende Themen, für die neue Lösungen gefunden werden müssen. Das Thema Windkraft im Wald hat in den vergangenen Jahren an Fahrt aufgenommen. Hier braucht es einen klaren gesetzlichen Rahmen, der nicht nur finanzielle Interessen berücksichtigt.
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Wald spielt eine immer wichtigere Rolle, sowohl gesellschafts- als auch klimapolitisch. Wie stehen Sie zur Umbenennung des Ministeriums in „Ministerium für Landwirtschaft und Wald“ und dazu, die waldbezogenen Aufgaben des Bundes in einem neuen „Bundesamt für Wald“ ähnlich des BfN zu bündeln?
Die Umbenennung von Ministerien kann dazu beitragen, wichtige Themen stärker in den Fokus zu rücken. Aber es ist eben auch kein Automatismus. Die Benennung eines Waldbeauftragten in dieser 19. Legislaturperiode hat die waldthematischen Debatten kaum merklich geprägt. Wichtiger wäre es, auch aus Kostengründen und Rechtfertigung gegenüber den Steuerzahlenden, Ansprüche und Zielvorgaben zu formulieren und diese entsprechend personell auszustatten. Im Zuge der Debatte zur Honorierung von Ökosystemleistungen im Wald wäre eine Verankerung über ein Bundesamt für Wald denkbar. DIE LINKE steht dem offen gegenüber, wenn das Konzept zur Lösung der Herausforderungen geeignet ist, sehen aber eine in der Sache nachvollziehbare Aufgabenteilung mit dem Umweltbundesamt und dem Bundesamt für Naturschutz für notwendig.