Wahlprüfstein Bundestagswahl 2021
Netzwerk Lyrik e.V.
Netzwerk Lyrik
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Was wird die LINKE tun, damit öffentliche Ausgaben in Bezug auf Förderung von Lyrik und deren Sozialsystem nicht gekürzt werden, Veranstaltungsorte und Einrichtungen wie Künstlerhäuser als potentielle Lyrikauftrittsorte nicht geschlossen werden und von Budgetkürzungen verschont bleiben?
Damit öffentliche Ausgaben in Hinblick auf Lyrik-Förderung und deren Sozialsysteme nicht gekürzt, sondern im Gegenteil aufgestockt werden, will DIE LINKE. mit „Steuern umsteuern“ und u.a. hohe Vermögen und Erbschaften stärker besteuern. Mit den Einnahmen können die Bundesländer dringend notwendige Investitionen leisten. Auch die kulturelle Infrastruktur und viele Kulturschaffende werden von einer so verringerten Ungleichheit profitieren. Kulturförderung verstehen wir auch als Infrastrukturförderung. In diesem Sinne wollen wir die kulturelle Infrastruktur in Stadt und Land erhalten, auf- und ausbauen. Kulturelle Vielfalt lebt von einem breiten Kulturbegriff. Hierzu gehören partizipative Freiräume für Kinder und Jugendliche, soziokulturelle Zentren, urbane Clubkultur, Vereinskultur, kommunale Kinos und Theater, Orchester, inter- und transkulturelle Orte kultureller Bildung, Bibliotheken ebenso wie Räume für experimentelle Künste und museale Einrichtungen und eine lebendige Gedenkkultur.
Themen:
Kultur und Medien,
Soziale Absicherung
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Auftrittsorte in den öffentlich -rechtlichen Medien für Lyrik: Was werden Sie und Ihre Partei dafür tun, um Erscheinungsorte von Lyrik in den öffentlich rechtlichen Medien, speziell den Rundfunkanstalten zu erhalten, wieder einzurichten, bzw. neu zu entwickeln und die Lyrik so insgesamt zu stärken?
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk (ÖRR) steht für mediale Teilhabe und Grundversorgung. DIE LINKE setzt sich für einen starken ÖRR ein, der auf veränderte Mediennutzungen reagiert und journalistische Qualität sowie neben Nachrichten und Informationen auch umfassende Perspektiven, Bildung, Unterhaltung, Sport und kulturelle Vielfalt bieten muss. Weitergehend sind Kooperationen zwischen öffentlich-rechtlichen Sendern und Kultureinrichtungen von Interesse, z.B. in Form eines digitalen "Kulturportals" der öffentlich-rechtlichen Anstalten.
Themen:
Kultur und Medien,
Soziale Absicherung
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Auseinandersetzung mit Lyrik fördert differenzierten Ausdruck und damit das Denken. Immer weniger anspruchsvolle Texte aus aktueller deutschsprachiger und internationaler Lyrik finden Eingang in die Lehrpläne an Schulen. Was wollen Sie tun, um diesen Bildungsverfall aufzuhalten und gegenzusteuern?
DIE LINKE. will, dass allseitige Bildung gefördert wird. Die kreativen Fächer, Sprache und Literatur, ästhetische, künstlerische und musische Bildung haben einen wichtigen Einfluss auf die Ausprägung der ganzen Persönlichkeit, auf ihre individuellen Stärken. Die Entwicklung von Kreativität ist dabei selbstverständlich nicht auf die musisch-ästhetisch-künstlerischen Fächer beschränkt. Kreativität ist nicht nur von großer Bedeutung für die Stärkung der Persönlichkeit und für die Bereicherung des eigenen Lebens. Sie bietet Erfüllung, Entspannung, Freude und auch Genuss. Sie ist auch von großer gesellschaftlicher Relevanz. Derzeit erleben wir einen verstärkten Ruf nach mehr mathematisch-naturwissenschaftlich-technischer Bildung (MINT-Bildung). Es muss dafür Sorge getragen werden, dass der Ausbau der MINT-Bildung nicht zur Abwertung oder Vernachlässigung geisteswissenschaftlicher, sprach- und literaturwissenschaftlicher sowie musisch-künstlerisch- ästhetischer Bildung führt.
Themen:
Kultur und Medien,
Soziale Absicherung
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Der Resonanz und Produktionsraum von Lyrik ist international. Was wollen Sie zum Ausbau einer speziellen Lyrik-Übersetzungsförderung und für Förderung und Vernetzung des internationalen Lyrik-Austausches tun? (z.B. Einbeziehung Kulturbeauftragter im Auswärtigen Amt, Förderung durch Goetheinstitute?)
DIE LINKE. begrüßt die zunehmende Anerkennung von Lyrik als eigene Kunstsparte und ihren starken Einfluss auf Musikgenres wie Hip-Hop oder auch im Poetry Slam. In diesem Zusammenhang sehen wir mit Spannung und Begeisterung die Neuentdeckung künstlerischer Ausdrucksformen und ihre subkulturelle Neukodierung.
Ja, die Übersetzungsförderung des Goethe-Instituts wollen wir erhalten und ausgeglichen die unterschiedlichen literarischen Sparten fordern. Um die internationale Vernetzung von Lyrik-Akteur*innen zu stärken und ihre Sichtbarkeit im Allgemeinen zu fördern, wollen wir kulturpolitische Weichen zur Selbstorganisation ausbauen und im engen Dialog mit den Akteur*innen die Realisierung von Festivals und Kongressen unterstützen.
Themen:
Kultur und Medien,
Soziale Absicherung
5
Was wollen Sie zum Schutz und zur Förderung von Lyrik und deren Sozialsystem unternehmen, um der Armut von Lyriker*innen entgegenzuwirken? Ist eine Stärkung von VG Wort, KSK in Sicht? Wird es staatliche Förderung in Gestalt struktureller und projektbezogener Hilfen und staatliche Stipendien geben?
Ja, grundsätzlich fordern wir die Einbeziehung aller in die gesetzlichen Sozialsicherungssysteme (Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung), um eben auch die soziale Absicherung von unstetig Beschäftigten und Soloselbstständigen zu verbessern. Darüber hinaus muss die Verhandlungsposition von Kreativen im Urhebervertragsrecht gestärkt und ihre Mitbestimmungsrechte müssen gegenüber Verwertungsgesellschaften ausgebaut werden. Die Künstlersozialkasse muss für weitere Berufsgruppen geöffnet und der Bundeszuschuss erhöht werden. Grundsätzlich will LINKE. die Kulturbranche krisenfest gestalten und eine nachhaltige, prozesshafte, unbürokratische und weniger projektorientierte Bundeskulturförderung. In diesem Sinne sind langfristige Stipendienprogramme sinnvoll, die eine Rücklagenbildung ermöglichen, wie auch die Weiterführung der Flexibilisierung des Zuwendungsrechts von Fördermitteln.
Themen:
Kultur und Medien,
Soziale Absicherung
6
Mögliche Kunst- und Kulturunterstützungsprogramme durch den Bund scheitern oft am föderalen Zuständigkeitssystem. Wie verhält sich die LINKE zur Aufstellung eines Ministeriums für Kultur, Kunst und Medien auf Bundesebene unter Eingliederung der Aufgaben, die bisher vom BKM betreut wurden?
DIE LINKE. will eine*n Bundeskulturminister*in mit Kabinettsrang und ein Kulturministerium, um die Belange der Kultur gegenüber anderen Ressorts sowie auf europäischer Ebene wirksamer vertreten zu können. Zudem wollen wir das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern beenden. Wir wollen Kultur als Gemeinschaftsaufgabe und ein Staatsziel Kultur im Grundgesetz, um den kooperativen Kulturföderalismus zu stärken. Kulturförderung muss als Pflichtaufgabe angesehen werden, d.h. der Staat schützt nicht nur Kunst und Kultur, sondern fördert sie auch.
Themen:
Kultur und Medien,
Soziale Absicherung
7
Laut einer Studie des BKM befindet sich der deutsche Buchmarkt in einer strukturellen Krise, die der Markt allein nicht regeln kann. Neue Förderprogramme müssen entwickelt werden, um die Vielfalt zu erhalten. Was unternimmt die LINKE, um der zunehmenden Monopolisierung des Buchmarktes zu begegnen?
Um die verlegerische Vielfalt zu bewahren, wollen wir kleine und unabhängige Verlage strukturell und nachhaltig fördern. Die Abschaffung der Buchpreisbindung halten wir für einen falschen Schritt, denn davon würden allen voran die wenigen sehr marktstarken Verlage und die Buchhandelsketten profitieren
Themen:
Kultur und Medien,
Soziale Absicherung
8
Wird die Einrichtung eines speziellen Lyrikfonds zur Förderung von Produktion, Präsentation, Vermittlung und Distribution der Poesie durch den Bund von Ihrer Partei in der kommenden Legislaturperiode als Förderinstrument für die zeitgenössische Lyrik befürwortet, unterstützt und initiativ vorangebracht?
DIE LINKE. will zur Förderung von Lyrik am Bundeskulturfonds ansetzen. Die Bundeskulturfonds sind in ihrer selbstverwalteten Arbeitsweise bewährte Instrumente der Kulturförderung. Es ist unser Anliegen, den Bundeskulturfonds bedarfsorientiert auszustatten, seine Förderstrukturen auszubauen und zu qualifizieren.
Themen:
Kultur und Medien,
Soziale Absicherung