Wahlprüfstein Bundestagswahl 2021
Deutsche Physikalische Gesellschaft DPG e.V.
Physikalische Gesellschaft
Deutsche Physikalische Gesellschaft DPG e.V.
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Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass viele Menschen leicht auf „Verschwörungsmythen“ hereinfallen und isolierte Meinungen zunehmend den öffentlichen Diskurs beeinflussen. Wie wollen Sie die Möglichkeiten der Politik nutzen, den faktenbasierten Dialog zu sichern und auszubauen?
Für DIE LINKE hat die Pandemie erneut deutlich gemacht, wie wichtig Wissenschaftskommunikation und wissensbasierte Politik ist. Die große Verbreitung von esoterischen Vorstellungen und Verschwörungsmythen zeigt, wie wichtig verlässliche Forschung und Kommunikation sind, um Vertrauen in Wissenschaft, ihre Methoden und Institutionen zu erhalten. Dies wird angesichts der kommenden Herausforderungen für unsere Gesellschaft wie der Klimakrise weit über die aktuelle Gesundheitskrise hinaus von Bedeutung bleiben.
Wir wollen daher die Wissenschaftskommunikation an den Hochschulen stärken, indem sie spätestens ab der Promotion Teil der wissenschaftlichen Ausbildung wird und wir wollen für Wissenschaftler:innen durch Anerkennung von Wissenschaftskommunikation als wissenschaftliche Leistung einen Anreiz zum Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft schaffen. Zusätzlich wollen wir Wissenschaftskommunikation in einer Agentur bündeln, statt jedem öffentlich gefördertem Projekt den Auftrag zu geben, Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, und dafür Mittel bereit zu stellen.
Darüber hinaus zeigte sich in der Pandemie, wie wichtig ein funktionierender Wissenschaftsjournalismus ist. Wir brauchen deutlich mehr professionelle Erklärer komplizierter wissenschaftlicher Themen, die als Mittler:innen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft fungieren können. Außerdem will DIE LINKE. Bürgerwissenschaft (Citizen Science) weiter ausbauen und zu einem festen Bestandteil von Förderprogrammen des Bundes weiterentwickeln. Zusammenarbeit und Kommunikation sind für uns vertrauensbildende Maßnahmen zwischen Gesellschaft und Wissenschaft.
Themen:
Bildung und Ausbildung
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Der MINT-Bereich und die technischen Berufe stehen in Hinblick auf Chancengleichheit und Diversität vor großen Herausforderungen. Welche Maßnahmen planen Sie, um in den MINT-Fächern mehr Diversität beispielsweise bezüglich des Geschlechts, des Alters oder der sozialen Herkunft zu erreichen?
Aus unserer Sicht müsste der MINT-Aktionsplan u.a. dahingehend überarbeitet werden, dass qualitativ hochwertige MINT-Bildung auch an Schüler:innen mit Benachteiligungserfahrung oder Behinderungen gerichtet wird. Dies kann beispielsweise durch zielgruppensensible und diversitätsorientierte Konzepte erfolgen. Den Lehrkräften müssten entsprechende Weiterbildungen angeboten werden. Zielgruppensensible und diversitätsorientierte Konzepte sollten bereits in der Kita zum Einsatz kommen, damit Kinder mit Benachteiligungserfahrungen schon frühzeitig einen positiven Zugang zu MINT-Bildung erhalten und ein starkes akademisches Selbstkonzept im Bereich der naturwissenschaftlich- mathematischen Bildung entwickeln können. Wichtig wäre zudem zielgruppensensible und diversitätsorientierte Forschung über effektive MINT-Bildung voranzutreiben.
Themen:
Bildung und Ausbildung
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Die Planung einiger großer privater Firmen, zehntausende Satelliten in der Erdumlaufbahn zu positionieren, gibt Anlass zur Sorge (Stichworte: SpaceDebris, Zugriff aufs Internet, Einschränkungen für die erdgebundene Astronomie). Sollte die Nutzung des Weltraums stärker international reguliert werden?
Laut Völkerrecht ist der Weltraum Erbe der Menschheit und darf nicht zu Hoheitsgebiet einzelner Staaten erklärt werden. Gleichwohl gibt es in mehreren Ländern bereits Gesetzgebungen zur privaten Nutzung der Raumfahrt und Pläne für eine Nutzung von Bodenschätzen im All. DIE LINKE will den Weltraum als Gemeingut erhalten und befürwortet daher ein internationales Regelwerk, um die gemeinschaftliche Erforschung und Nutzung des Weltraums zu regeln und voranzutreiben. Gegebenenfalls muss der bestehende Weltraumvertrag der UN präzisiert oder erweitert werden. Eine Privatisierung oder militärische Nutzung des Weltraums lehnen wir ab.
Themen:
Bildung und Ausbildung