Wahlprüfstein Bundestagswahl 2021
Deutsche Traumastiftung
Traumastiftung
Deutsche Traumastiftung
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Setzt sich Ihre Partei für eine flächendeckende Verbreitung niederschwelliger, auf öffentlichen Plätzen und in Amtsgebäuden zugänglicher Blutstillungsmaßnahmen (TraumaBox) ein, um dadurch das Risiko, am Verbluten zu sterben,, deutlich zu mini-mieren?
Ja, wir halten dies für eine gute Idee, die Unterstützung verdient. Wir schätzen die Notwendigkeit erster Hilfe als sehr hoch ein, da bei Traumata, die zu Verblutungen führen können, diese Hilfeleistung durch Laien erfolgen muss, damit die einige Minuten später eintreffenden professionellen Rettungskräfte eine Chance haben, Leben zu retten.
2
Welche Massnahmen plant Ihre Partei, um eine excellente Rund-um-die-Uhr Versorgung Schwerverletzter kostendeckend in Deutschland vorzuhalten?
Wir wollen die Notfallversorgung reformieren, damit Brüche der drei beteiligten Sektoren – Rettungsdienst, Notfallambulanzen in den Krankenhäusern und der kassenärztliche Notdienst weniger werden. Die Notfallversorgung eignet sich sehr gut, um hier Reformen anzustoßen, da es ein abgegrenzter Bereich ist, bei dem aber augenfällig ist, dass die Kooperation verbessert, schnelle Versorgung erfolgen und die Versorgung von den Patientinnen und Patienten her gedacht werden muss.
3
Was plant Ihre Partei, um die Rechtsansprüche aus dem SGB XIV flächendeckend in Deutschland zugänglich zu machen? Planen Sie hier eine gezielte Ausbildungsinitiative, z.B. mit Modellcharakter?
Unsere Fraktion im Bundestag hat die Schaffung des SGB XIV sehr begrüßt, weil es die Stellung von Gewaltopfern deutlich verbessert. Für die Aus- und Fortbildung sind jedoch grundsätzlich die Länder und teils die verkammerten Berufe selbst zuständig. Falls Sie hier als Deutsche Traumastiftung Probleme sehen, die auf Bundesebene gelöst werden können, kommen wir hierzu gerne mit Ihnen ins Gespräch.
4
Was schlägt Ihre Partei vor, um Angehörige der Heilberufe auf die neuen Herausforderungen in Diagnostik und Therapie von Traumafolgestörungen zu informieren und zu kompetentem Handeln zu befähigen?
Wie in Antwort auf Frage 3 bereits geschrieben, sind beiden verkammerten Heilberufen die Kammern für die Fortbildung verantwortlich.
5
Welche spezifischen Angebote sollen ggf. auch im Rahmen von Modellen für Personen mit multiplen Traumatisierungen in der Kindheit oder nach einem so genannten „Second Hit“ im Erwachsenenalter, z.B. durch einen Verkehrsunfall oder bei einem Auslandseinsatz in der Bundeswehr etc., aufgebaut werden?
Wir sind hier für Vorschläge zu diesem wichtigen Thema offen. Grundsätzlich gilt, dass im Gesundheitssystem mehr fachübergreifende multiprofessionelle Kooperation notwendig ist. Genau dies sollen Traumaambulanzen ja auch leisten.
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Was beabsichtigt Ihre Partei, um Personen mit traumabedingten, spezifischen Belastungen einen guten Wiedereinstieg nach der Pandemie zu ermöglichen?
Sieht Ihre Partei ein spezifisches „Recovery Program“ für traumabelastete Personen vor?
Plant Ihre Partei große Kampagnen zur Information der Bevölkerung über wirksame Hilfen bei Traumatisierung?
In der Pandemie konnten viele Hilfsangebote nur eingeschränkt stattfinden. Eine Kampagne etwa seitens der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung würden wir begrüßen.
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Was wird Ihre Partei unternehmen, um den Umgang mit traumatisierten Personen aus dem Selbstverschuldensstigma heraus zu führen? - geplante Kampagnen? - Steigerung der „Traumatic Health Literacy “? - Allgemeine Präventionskampagnen?
Traumabetroffene beklagen nach wie vor, insbesondere im ländlichen Bereich, den schwierigen Zugang zu qualifizierten Traumatherapieangeboten. Was beabsichtigt Ihre Partei zu tun, um fachlich qualifizierte Angebote überall zugänglich zu machen?
Setzen Sie dabei auch auf neue digitale Interventionen und die Kombination von Präsenz und digitalen Interventionen?
Wir setzen uns seit jeher für eine flächendeckende Versorgung ein, sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich. Im stationären Bereich etwa fordern wir eine kostendeckende Finanzierung statt des Preissystems der DRGs. Wir haben uns auch mit den Fachverbänden zusammen erfolgreich gegen das ursprünglich geplante Fallpauschalensystem in der Psychiatrie zur Wehr gesetzt.
Natürlich kann nicht in jeder Kleinstadt ein Traumatherapieangebot existieren. Allerdings sehen wir es als sehr wichtig an, dass einerseits die Entfernungen möglichst gering sind und andererseits die Angebote überall, z.B. in Hausarztpraxen bekannt sind. Hierzu könnte sich tatsächlich auch eine Kampagne anbieten.
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Was plant Ihre Partei, um der Situation von (Verkehrs-)Unfallopfern und/oder psychisch traumatisierten bzw. multiple traumatisierten Personen besser gerecht zu werden?
Beabsichtigen Sie hier die Ausschreibung eines spezifischen Förderschwerpunkts?
Was plant Ihre Partei, um Traumabetroffenen mehr Gehör, Anerkennung und Partizipation zu ermöglichen? Plant Ihre Partei eine Fortführung bzw. Umorganisation des Fonds „sexueller Missbrauch“?
Welche Maßnahmen zur Vermeidung von Verkehrsunfallrisiken plant Ihre Partei? Welche anderen Maßnahmen der Traumaprävention beabsichtigen Sie?
Es gehört zu der DNA unserer Partei, dass wir uns für diejenigen einsetzen, die selbst nicht oder kaum in der Lage sind, ihre Stimme selbst zu erheben. Es versteht sich von selbst, dass wir gerne mit Ihnen ins Gespräch kommen, wie konkret auch traumatisierten Personen besser als bisher geholfen werden kann. Bei der Prävention von Verkehrsunfällen setzen wir uns für ein allgemeines Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen, 80 km/h auf Landstraßen und eine Regelgeschwindigkeit von 30 km/h innerorts ein. Ebenso für den Umstieg von motorisiertem Individualverkehr auf weniger unfallträchtige Verkehrsmittel. Leider lehnte die Koalition solche Initiativen von uns mit ihrer Mehrheit und mit Unterstützung von FDP und AfD ab.
Da leider davon auszugehen ist, dass sexueller Missbrauch weiterhin stattfindet, sollte auch der Fonds entsprechend fortdauern.