Bundesraat för Nedderdüütsch / Niederdeutschsekretariat
Bundesraat för Nedderdüütsch
Bundesraat för Nedderdüütsch / Niederdeutschsekretariat -
Hintergrundinformationen Der Bundesraat för Nedderdüütsch (BfN) vertritt die sprachpolitischen Interessen der Niederdeutschsprecher*innen aus allen acht Bundesländern, in denen die Regionalsprache seit 1999 über die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen geschützt ist. Zum Sprachgebiet gehören die Länder Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Seit 2017 unterstützt das Niederdeutschsekretariat (NdS) den BfN bei der sprachpolitischen Arbeit. Nach der Bundestagswahl erwartet der BfN von den Fraktionen, dass die überregionale Arbeit für die niederdeutsche Sprache mehr in den Fokus der politischen Öffentlichkeit gerückt wird. Mit den Wahlprüfsteinen thematisieren BfN/NdS Maßnahmen für den Schutz und den Ausbau der niederdeutschen Sprache und bitten Sie um eine Stellungnahme.
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Der Bundesraat för Nedderdüütsch (BfN) regt an, dass Schutz und Förderung der Regionalsprache Niederdeutsch und der weiteren Chartasprachen einmal je Legislaturperiode Thema einer Bundestagsdebatte sind. Als Ergebnis könnten weitere Maßnahmen zur Stärkung der Sprachen beschlossen werden. Inwieweit unterstützt Ihre Partei dies?
Der Bundestag hat in den beiden vorhergegangenen Wahlperioden Debatten zum Umgang mit den nationalen Minderheiten und den Chartasprachen geführt. Anlass waren jeweils entsprechende Anträge, mit denen die Bundesregierung zur besseren Umsetzung ihrer Verpflichtungen aufgefordert wurde. In solchen Debatten wird auch die intensive Arbeit des Innenausschusses an diesen Themen deutlich, die sonst in der Öffentlichkeit wenig wahrgenommen wird. In diesem Sinne unterstützen wir das Anliegen, zu entsprechenden Vorlagen eine Debatte des Bundestages durchzuführen.
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Für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Niederdeutschen ist es unerlässlich, die Bedürfnisse und Wünsche junger Menschen zu berücksichtigen. Inwieweit unterstützt Ihre Partei die Forderung, jungen Erwachsenen die Teilhabe an der Politik zum Sprachenschutz zu ermöglichen?
Ohne die Beteiligung nachfolgender Generationen aus den Sprechergruppen der Regional- und Minderheitensprachen wird es nicht möglich sein, diese zu erhalten. In diesem Sinne unterstützen wir diese Forderung.
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Die niederdeutsche Sprechergruppe ist im Vergleich mit anderen kleinen Sprachen in Europa nicht zufrieden mit der medialen Versorgung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Inwieweit unterstützt Ihre Partei den Aufbau eines niederdeutschen Rundfunksenders sowie die Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen?
Wir sind für den Erhalt der Formate des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, in denen niederdeutsch gesprochen wird. Die aktiven Sprecherinnen und Sprecher bzw. ihre Verbände sollten stärker an der Weiterentwicklung dieser Formate beteiligt werden. Dabei sollten neuere digitale Formate verstärkt in den Blick genommen werden, beispielsweise Podcasts.
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Dringend erforderlich ist eine Digitalisierungsstrategie, die in digitalen Plattformen eine gleichberechtigte Nutzung der Regionalsprache als Kommunikations-, Informations- und Datenverarbeitungssprache ermöglicht. Inwieweit unterstützt Ihre Partei den Ausbau der Digitalisierung für Niederdeutsch?
Die Linke unterstützt die Pflege von Regionalsprachen und damit auch die Nutzung von Niederdeutsch in jeder Form der Anwendung und damit natürlich auch in digitaler Form. Überall da, wo Niederdeutsch gesprochen und geschrieben wird, soll dies auch von den dort angebotenen digitalen Plattformen angeboten werden, sofern die Anbieter eine Größe haben, die das ermöglicht.
Staatliche Leistungen müssen auch in digitaler Form überall dort mehrsprachig bereitgestellt werden, wo mehrere Sprachen gesprochen werden.
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Mit Inkrafttreten des Onlinezugangsgesetzes (OZG) sollen bis Ende 2022 alle Antrags-verfahren für Bürger*innen online möglich sein. Inwieweit unterstützt Ihre Partei die Berücksichtigung von Niederdeutsch als Sprachversion sowie die Durchführung eines Pilotprojektes für die Regionalsprache?
DIE LINKE unterstützt die Förderung von Regional- und Minderheitensprachen, um die kulturelle sowie sprachliche Vielfalt aufrechtzuerhalten. Dies gilt insbesondere auch in der Umsetzung einer gleichberechtigten und barrierefreien Digitalisierung. Dem Staat obliegt hier eine besondere Verantwortung und er hat daher die Regional- und Minderheitensprachen beim Angebot staatlicher Leistungen (z.B. im Rahmen des OZG) klar zu berücksichtigen. Die Durchführung eines Pilotprojekts kann hier für mehr Sensibilisierung sorgen.
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Der Europarat empfiehlt die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den Niederdeutschländern. 2017 beschloss der Bundestag, konzeptionelle Voraussetzungen im Sinne nachhaltiger länderübergreifender Strukturen zu schaffen. Inwieweit unterstützt Ihre Partei die Stärkung der länderübergreifenden Arbeit?
DIE LINKE unterstützt die Intensivierung der länderübergreifenden Zusammenarbeit für den Bereich Niederdeutsch, so wie sie der Ministerrat des Europarates im Zusammenhang mit den 6. Bericht der Bundesrepublik zur Umsetzung der Sprachencharta 2019 gefordert hat. Zweifelsohne hat die Zusammenarbeit zwischen den Ländern über das Niederdeutschsekretariat in den letzten Jahren eine neue Qualität erfahren, sie ist aber ausbaufähig.
Angesichts der gemeinsamen Zuständigkeit von Bund und Ländern für die Bewahrung und Revitalisierung des Niederdeutschen gehen unsere diesbezüglichen Erwägungen in zwei Richtungen: Zum einen sollte der Bund sein finanzielles Engagement erhöhen - während er dies - ausweislich des Bundeshaushalts - in Bezug auf die Minderheitensprachen bereits getan hat, stehen entsprechende Schritte hinsichtlich der in Deutschland anerkannten Regionalsprache noch aus.
Was die Länder anbetrifft, so ist bekannt, dass sie sich in unterschiedlicher Art und Weise an Projekten des Niederdeutschsekretariats/Bundesraates beteiligen. Mal abgesehen davon, dass jeder Landtag und jeder Landesregierung in der Verantwortung für die Förderung des Niederdeutschen im eigenen Bundesland steht, halten wir die länderübergreifende Zusammenarbeit, einschließlich der finanziellen Beteiligung an Projekten des Niederdeutschsekretariats, für sehr wichtig. Die jährliche Förderung von Projekten des Niederdeutschsekretariats, wie sie zum Beispiel Brandenburg praktiziert, ist dafür eine geeignete Basis. Die Bürgerschaft (Landtag) in Bremen richtet zudem beispielsweise beim Präsidenten der Bremischen Bürgerschaft einen ehrenamtlichen Beirat Plattdeutsch (,Plattdüütsche Rat för dat Land Bremen') ein. Die Fraktion DIE LINKE in Bremen ist außerdem im parlamentarischen "Beirat Plattdeutsch" vertreten.
Auch unterstützen wir die landesübergreifende Zusammenarbeit zwischen einzelnen Bundesländern, etwa bei der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften und Erzieher:innen mit Niederdeutsch-Kenntnissen. Die Sitzungen des Beratenden Ausschusses für Fragen der niederdeutschen Sprechergruppe sowie die Länder-Bund-Referenten-Treffen haben sich als Gesprächs- und Austauschformate bewährt; sie sollten fortgesetzt und - so der Wunsch der Sprechergruppe besteht - ggf. ausgebaut werden.
DIE LINKE in Bremen lässt die Kurzform des Wahlprogramms, i.d.R. durch das Institut für niederdeutsche Sprache, ins plattdeutsche übersetzen.