Wahlprüfstein Bundestagswahl 2021
Runder Tisch Reparatur e.V.
Runder Tisch Reparatur
Runder Tisch Reparatur e.V.
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Reparatur leistet einen signifikanten Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz. Setzen Sie sich auf EU-Ebene für diskriminierungsfreien Zugang zu Ersatzteilen und Reparaturinformationen für alle Marktakteure über verbindliche Ökodesign-Anforderungen für eine breite Palette von Produkten ein?
Ja, DIE LINKE setzt sich nicht nur in Deutschland sondern auch auf EU-Ebene bei der geplanten Überarbeitung der Ökodesign-Richtlinie dafür ein, dass weitere Rechte auf Ersatzteile, Zugang zu Reparatur und Nachrüstung geschaffen werden. Reparaturen und Upgrades sollen nach Möglichkeit leicht durch die Nutzer:innen oder regionale Werkstätten zu bewerkstelligen sein. Dazu wollen wir außerdem Produktanforderungen wie einen modularen Aufbau einführen, damit die Geräte leicht reparierbar sind und ressourcenschonende Soft- und Hardware-Upgrades erhalten können. Die feste Verbauung von Akkumulatoren und Batterien, die hauptsächlich dem Zweck der Versorgung des Gerätes mit elektrischer Energie dienen, wollen wir explizit verbieten. Ebenso wollen wir technisch nicht begründbare Schwachstellen und künstlich hervorgerufene – geplante – Funktionseinbußen von Elektrogeräten verbieten.
Themen:
Verbraucherschutz,
Europa
2
Setzen Sie sich dafür ein, dass Hersteller von Smartphones, Tablets und anderen Elektronikgeräten Software-Updates für ihre Geräte für einen festgelegten Zeitraum (z.B. mindestens 7 Jahre) zur Verfügung stellen müssen, um eine verkürzte Nutzungsdauer aufgrund von Softwareobsoleszenz zu verhindern?
Ja, DIE LINKE will bezüglich von Waren mit digitalen Elementen (in § 475b Abs. 4 Nr. 2 BGB) eine Pflicht schaffen, nach der die Hersteller notwendige Updates bis zum Ende der Lebensdauer bzw. Mindestnutzbarkeitsdauer anbieten müssen. Die Lebensdauer der Produkte ist verpflichtend von Händlern und Herstellern anzugeben und für die Käufer transparent zu machen. Fehlen solche Angaben, dann beträgt die Lebensdauer mindestens: a) 10 Jahre für Haushaltsgroßgeräte wie Kühlgeräte, Waschmaschinen (weiße Ware); b) 6 Jahre für IT- und Unterhaltungselektronikgeräte (braune Ware); c) 3 Jahre für Mobiltelefone und alle weiteren elektrischen Geräte. Hersteller und Verkäufer verpflichtet, Verbraucherinnen und Verbraucher gemäß Art. 246 bzw. Art. 246a EGBGB über die Lebensdauer oder Mindestnutzbarkeitszeiten sowie über ihre Gewährleistungsrechte sichtbar auf dem Produkt oder in der Produktbeschreibung zu informieren.
Themen:
Verbraucherschutz,
Europa
3
Setzen Sie sich dafür ein, dass die Reparierbarkeit eines Produkts sowie die Verfügbarkeit von Ersatzteilen, Reparaturinformationen und Software-Updates in Form eines aggregierten Reparierbarkeitswerts (Repair Score, ähnlich wie in Frankreich) auf Produkten in der EU gekennzeichnet werden müssen?
Ja.
Themen:
Verbraucherschutz,
Europa
4
Um die Kosten für Reparaturen zu senken und Reparaturen im Vergleich zum Kauf eines neuen Produkts attraktiver zu machen, sollte der Mehrwertsteuersatz auf Reparaturen von Gebrauchsgütern gesenkt werden, wo es laut EU-Recht möglich ist. Werden Sie eine solche Mehrwertsteuersenkung durchführen?
Ja, für Reparaturdienstleistungen und Demontage wollen wir die Mehrwertsteuer auf 7 Prozent senken. Reparatur und Wiedernutzung müssen Vorrang vorm Recycling der Materialien haben (vgl. Wahlprogramm Kap. Biodiversität, Tiere und Ressourcen schützen). Ergänzend wollen wir durch eine Abgabe auf Primärressourcenverbrauch die Inanspruchnahme von Primärrohstoffen deutlich verteuern und sekundäre Ressourcen sowie Reparatur fördern. Die Höhe der Primär-Ressourcenverbrauchsabgabe soll sich an der Umweltschädlichkeit der Ressourcengewinnung sowie der gewollten Lenkungswirkung orientieren. Dies ist als lernendes und leicht nachschärfbares System zu etablieren.
Themen:
Verbraucherschutz,
Europa
5
Das Reparaturhandwerk ist durch Nachwuchsmangel geprägt. In den nächsten Jahren wird das Fehlen von Fachkräften immer spürbarer werden. Dabei sind qualifizierte Reparateure ein wichtiger Baustein für die Ressourcen- und die Klimawende. Wie wollen Sie das Nachwuchsproblem im Handwerk angehen?
Fast zwei Millionen junge Menschen haben keine Berufsausbildung. Wir wollen, dass alle, die eine Ausbildung begonnen haben, diese auch beenden können. Dafür sollte der Bund Mittel bereitstellen. Laut GEW müssen an den berufsbildenden Schulen bis 2030 rund 160.000 Lehrkräfte eingestellt werden, um den Bedarf zu decken. DIE LINKE fordert eine grundlegende Reform des Berufsbildungsgesetzes (BBiG), um die Ausbildungsqualität deutlich zu verbessern.
Themen:
Verbraucherschutz,
Europa