Wahlprüfstein Bundestagswahl 2021
Seminar Politik Sozialer Arbeit, Master Soziale Arbeit, Hochschule Würzburg-Schweinfurt
Seminar Politik HS Würzburg
Seminar Politik Sozialer Arbeit, Master Soziale Arbeit, Hochschule Würzburg-Schweinfurt
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Ihr Antrag zur Einführung einer Kindergrundsicherung wurde bisher abgelehnt. Wie gehen Sie weiterhin vor um Ihr Ziel dennoch zu erreichen?
Die Einführung einer Kindergrundsicherung stellt einen Paradigmenwechsel dar, der entsprechend umstritten ist. Zu dem kursieren unterschiedliche Modelle. Fragen von Finanzierung, Höhe, der Berücksichtigung des Familieneinkommens oder wer mit dem Instrument gefördert werden soll müssen in einer gesellschaftliche Verständigung über die Ziele einer Kindergrundsicherung geklärt werden. Als LINKE haben wir hier sehr klare Vorstellungen: Eine Kindergrundsicherung muss Kinderarmut beenden, die individuellen Bedarfe decken sowie Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sicherstellen. Bzgl. Letzterem kommt einer öffentlichen sozialen Infrastruktur, zu der auch die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe zählen, eine zentrale Bedeutung zu. Sie muss ebenso gestärkt und ausgebaut werden.
Wir werden weiterhin das Thema Kinder- und Jugendarmut in den Deutschen Bundestag hineintragen, unser Modell einer Kindergrundsicherung vertreten und weiterentwickeln sowie mit den unterschiedlichen Akteuren das Projekt Kindergrundsicherung vorantreiben. Damit wollen wir einen Beitrag dazu leisten, die gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse dahingehend zu verändern, dass eine Kindergrundsicherung Realität werden kann.
Themen:
Soziale Absicherung,
Kinder und Jugend
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Wie werden Sie dafür sorgen, dass die Kindergrundsicherung wirklich zum gewünschten Zweck bei den Kindern und Jugendlichen ankommt?
Wir gehen davon aus, dass die Kindergrundsicherung grundsätzlich bei den Kindern und jugendlichen ankommt. Seit Jahren und mit medialen Kampagnen begleitet werden immer wieder Eltern armer Familien unter einen Generalverdacht gestellt, die Mittel der Kinder zu eigenen Zwecken zu Missbrauchen. Wir wehren uns vehement gegen diese pauschalen Unterstellungen gegenüber armen und aus der Gesellschaft oftmals ausgegrenzten Familien. Regelmäßig bestätigen Untersuchungen, dass ganz besonders in armen Familien insbesondere die Eltern zu Gunsten ihrer Kinder Verzicht üben. In den wenigen Fällen, in denen es zu Problemen kommt, sollten ergänzende Methoden der Familienarbeit zu Hilfe gezogen werden z.B. mit einer sozialpädagogischen Familienhilfe.
Wer Kinderarmut bekämpfen und Kindern gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen will muss mit den Familien zusammen arbeiten. Hierfür braucht es Vertrauen statt Misstrauen.
Themen:
Soziale Absicherung,
Kinder und Jugend