Wahlprüfstein Bundestagswahl 2021

N2 – Netzwerk von Promovierendennetzwerken

NW von Promovierendennetzwerken

N2 – Netzwerk von Promovierendennetzwerken

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Auf welche Weise sollten Promovierende auf wissenschafts- und hochschulpolitische Entscheidungen einwirken können?
DIE LINKE streitet bundesweit für eine Demokratisierung der Hochschulen. Hochschulgremien müssen paritätisch besetzt werden, sodass alle Statusgruppen, auch die Studierenden und Promovierenden, gleich stimmberechtigt vertreten sind. Sie sollten, wo es möglich ist, öffentlich tagen. Statt einseitiger Stärkung der Hochschulleitung brauchen wir eine Stärkung der demokratisch durch alle Hochschulangehörigen gewählten Hochschulgremien. Gremien, die sich an Aufsichtsräte anlehnen – wie Hochschulräte – gehören abgeschafft. Den demokratischen Austausch der Hochschule mit zivilgesellschaftlichen Akteuren, Gewerkschaften, Bürgerinitiativen, Sozialverbänden wollen wir stärken.

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Sollten Promovierende in ganz Deutschland zu einer eigenen hochschulrechtlichen Statusgruppe werden? Setzen Sie sich für die Förderung einer flächendeckenden Interessenvertretung der Promovierenden ein?
DIE LINKE begrüßt die Forderung nach der Etablierung einer Promovierenden Statusgruppe an den Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Grundsätzlich gilt es den akademischen Mittelbau zu stärken: Mehr demokratische Mitbestimmung und Repräsentation von spezifischen Promovierendenbedürfnissen sind anzustreben. Zudem wollen wir enger mit gewerkschaftlichen Interessenvertretungen, wie der GEW, und Promovierendennetzwerken zusammenarbeiten und diese in der Breite unterstützen. Bei Fragen zu Tarifverträgen möchten wir auf die bestehenden gewerkschaftlichen Strukturen zurückgreifen.

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Wie soll öffentlich finanzierte Forschung priorisiert und gesteuert werden? Soll eine Differenzierung der wissenschaftlichen Bereiche und Themenfelder hinsichtlich der finanziellen Mittel vorgenommen werden?
DIE LINKE. steht für eine Forschungsförderung, die dem Gemeinwohl der Gesellschaft und dem sozial-ökologischen Umbau dient. Eine Verengung der Forschungsförderung auf bestimmte Themengebiete oder Wissenschaftsbereiche ist daher nicht zielführend. Wir wollen neben technischen Ideen und Innovationen auch explizit soziale Innovationen fördern. In diesem Zusammenhang möchten wir auch die Umsetzung von Konzepten wie Open Innovation unterstützen, welche die Zivilgesellschaft in die Entwicklung von Innovationen mit einbezieht. In zunehmend wissensbasierten Gesellschaften wie der unseren wird die Erarbeitung und Verbreitung neuer Erkenntnisse und Methoden zur Schlüsselfrage der Zukunftsfähigkeit. Die Große Koalition hat die Mittel für Wissenschaft und Forschung ausgeweitet, aber vor allem in marktnahe Disziplinen und Technologien investiert. Einer ausgeweiteten Drittmittel- und Auftragsforschung stehen stagnierende oder gar sinkende Grundbudgets von Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen gegenüber. Daher strebt DIE LINKE grundsätzlich ein Umdenken in der bisherigen Hochschulfinanzierung an. Wissenschaft sollte dank auskömmlicher Grundfinanzierung interessengeleitet stattfinden können und nicht auf Drittmittel angewiesen sein.

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Wie stehen Sie zum Promotionsrecht für Fachhochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften?
DIE LINKE befürwortet ein Promotionsecht für Fachhochschulen (FHs) und Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAWs). Wir wollen den Mittelbau an FHs und HAWs stärken und mit dem Promotionsrecht junge Talente an diesen Hochschulen halten.

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Die Anzahl der Promovierenden ist weiter auf Rekordniveau, ohne dass in gleichem Maße mehr Dauerstellen/Professuren eingerichtet werden, obwohl eine akad. Karriere von vielen angestrebt wird. Wie wollen Sie mit dieser Diskrepanz umgehen und die Planbarkeit einer wissenschaftl. Karriere verbessern?
DIE LINKE will den akademischen Mittelbau stärken und die Zahl der unbefristeten Stellen unterhalb der Professur erhöhen. Um die Planbarkeit wissenschaftlicher Karrieren zu verbessern, wollen wir das Sonderbefristungsrecht im Wissenschaftszeitvertragsgesetz abschaffen und durch eine höhere Grundfinanzierung der Hochschulen die Basis für neue Stellen schaffen. Zudem sollen Leitungsaufgaben auch in Teilzeit erledigt werden können, was insbesondere Frauen, die Care-Arbeit übernehmen, zusätzliche Berufsperspektiven ermöglicht.

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Wie sehen Sie das Verhältnis von befristeten Stellen in der Wissenschaft und der häufigen Verbindung dieser Stellen mit Daueraufgaben (z. B. Lehre, administrative und Betreuungsaufgaben)? Sollten Daueraufgaben mit Dauerstellen gekoppelt werden?
DIE LINKE kritisiert den hohen Anteil an befristeten Stellen in der Wissenschaft. Dass insbesondere Daueraufgaben zum Umfang von befristeten Qualifizierungsstellen gehören, zeigt aus unserer Sicht die Absurdität der aktuellen Beschäftigungspraxis an deutschen Hochschulen. DIE LINKE spricht sich daher klar für den Grundsatz „Dauerstellen für Daueraufgaben“ aus.

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Wie wollen Sie sicherstellen, dass für Corona-bedingte Vertragsverlängerungen genügend Mittel an den Forschungseinrichtungen zur Verfügung stehen?
DIE LINKE fordert, dass der Bund wieder in die Grundfinanzierung der hochschulischen Lehre und Forschung einsteigt. Die entstehenden Kosten sind aus einer einzuführenden Vermögenssteuer, Anhebung der Erbschaftssteuer und stärkeren Besteuerung hoher Einkommen zu tragen. Pandemiebedingte Vertragsverlängerungen an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen können zusätzlich aus dem Titel "Globale Mehrausgabe für Kosten im Zusammenhang mit der Bewältigung der COVID-19-Pandemie" im Bundeshaushalt finanziert werden.

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Welche Pläne haben Sie neue wissenschaftliche Berufsbilder (neben z.B. Professor*innen und Akademischen Rät*innen) und damit Karriereperspektiven für Promovierende und Promovierte zu schaffen?
DIE LINKE möchte den Hochschulen die Möglichkeiten bieten, unterhalb der Professur weitere feste Stellen zu schaffen. So wollen beispielhaft zentrale Lehraufgaben von unbefristeten Stellen geleistet werden. Konkrete Berufsbilder wollen wir nicht vorgeben, sondern eine grundsätzliche finanzielle und rechtliche Stärkung des akademischen Mittelbaus erreichen. Auf dieser Basis können Hochschulen nach Bedarf und innovativ neue Aufgabenzuschnitte und Stellenprofile definieren.