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NaturGarten e.V. - Verein für naturnahe Garten- und Landschaftsgestaltung
NaturGarten
NaturGarten e.V. - Verein für naturnahe Garten- und Landschaftsgestaltung
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Werden Sie die Anlage von Spielplätzen in Schulen und Kitas als Natur-Erlebnis-Räume (naturnahe Spielräume mit heimischen Wildpflanzen und biodiversitätsfördernder Pflege) wegen deren Notwendigkeit für die gesunde kindliche Entwicklung als Voraussetzung für öffentliche Fördermittel festlegen?
Gerade in größeren Städten haben viele Kinder und Jugendliche wenig die Gelegenheit, naturnahe Erfahrungen zu sammeln und die heimische Tier- und Pflanzenwelt kennen zu lernen. Daher ist die Anlage von Spielplätzen- bzw. Räumen in Schule und Kitas als Natur-Erlebnis-Räume wichtig und sinnvoll. Auch sogenannte „grüne Klassenzimmer“ eigenen sich gut, um Kindern schon frühzeitig ökologische Zusammenhänge und die Notwendigkeit des Naturschutzes verständlich zu machen. Gerade kleine Kinder wollen ihre Welt sprichwörtlich „begreifen“. Daher ist es folgerichtig, sinnlich wahrnehmbare Erfahrungswelten wie Naturgärten in Kita und Schule zu integrieren. Vor allem vor dem Hintergrund der stetig steigenden Digitalisierung von Lernsettings, bieten Naturgärten eine real existierende Lernumgebung zum naturnahen Experimentieren, Bestaunen und Entdecken.
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Wenden Sie sich gegen den Irrglauben, dass die Aufforstung auch von naturschutzfachlich wertvollen Standorten einen Beitrag zum Klimaschutz darstellen könnte, obwohl der Wald sich zunehmend als CO2-Quelle darstellt und die Albedo einer Landschaft verringert, also die Wärmeabsorption erhöht?
Wir sind uns sehr bewusst, dass die CO2-Bilanz von Wäldern bisher noch sehr unsicher ist und halten daher weitere Forschung für notwendig, insbesondere zu Faktoren, die Wälder zu CO2-Quellen machen bzw. dazu führen, dass sie sich von Senken in Quellen verwandeln. Auch die Albedo muss dabei berücksichtigt werden.
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Exotische Baumarten werden als sog. Klima- oder Zukunftsbäume priorisiert. Werden Sie sich für die Erforschung der Auswirkung von einheimischen, europäischen und exotischen Baumarten auf die Biodiversität (im Siedlungsraum und Forst) sowie zu deren Eignung bei der Klimaerwärmung einsetzen?
Uns ist an beiden in ihrer Frage angesprochenen Aspekten gelegen, der Eignung zur Anpassung an die mit der Klimaerhitzung verbundenen Änderung der Bedingungen und ihre Auswirkungen auf Biodiversität. Die Herkunft der Baumarten spielt für uns eine untergeordnete Bedeutung. Ziel muss es sein, die Baumartenvielfalt in unseren Pflanzungen zu erhöhen. Nur eine breite Basis an geeigneten Pflanzenarten und Sorten mindert das Risiko, dass weitere Klimaveränderungen und neue Krankheiten und Schädlinge die uns zur Verfügung stehende Palette noch mehr verringern.
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Extensive Weiden mit altem Baumbestand sind eine der artenreichsten Lebensräume. Werden Sie sich für die Einbeziehung der mitteleuropäischen Waldweiden in die Liste der FFH-Lebensraumtypen, die Förderung von Waldweiden / Hutungen in der GAP und die Aufhebung des Verbotes der Waldweide einsetzen?
Bei entsprechender rechtlicher Interpretation der Landesforstgesetze ist es bereits heute möglich in Wäldern zu weiden, wie Beispiele aus Baden-Württemberg und Thüringen zeigen. Die Waldweide sollte als belebendes Element mit einer besonderen Biodiversität kleinflächig zu ermöglichen. Mit diesen Einschränkungen könnte auch die Aufnahme in die Liste der FFH-Lebensraumtypen erfolgen.
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Werden Sie sich kompromisslos für das vollständige Verbot aller Neonicotinoide und ähnlich systemisch wirkender Insektizide in Deutschland und der EU einsetzen? Wenn ja wie und welche Fristen werden Sie setzen? Welche Anreize werden Sie für die deutliche Reduzierung aller Pestizide schaffen?
Ja. DIE LINKE setzt sich schon lange für ein unverzügliches Verbot aller Neonicotinoide als besonders insektengefährliche Wirkstoffgruppe ein. Darüber hinaus muss das Genehmigungsverfahren für Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe transparent, unabhängig und umfassend sein, d. h. zu prüfen sind nicht nur Wirk- sondern auch potentielle Beistoffe und Abbauprodukte sowie kumulative, chronische oder langfristige Effekte auf Ziel- und Nichtzielorganismen sowie das Verhalten in der Umwelt (z. B. Persistenz, Aerosolbildung, Abdrift), einschließlich der Ausbringungstechnik. Anwendende müssen sich darauf verlassen können, dass zugelassene Pflanzenschutzmittel nicht gesundheitlich oder ökologisch gefährlich sind. Die Forschung zu alternativem Pflanzenschutz oder Pflanzenstärkung oder zu präventiven Anbaukonzepten muss gestärkt und die zügige Überführung der Erkenntnisse in die Praxis z. B. durch unabhängige Beratung unterstützt werden.
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Hat Ihre Partei ein Konzept zur Förderung der Biodiversität in der Stadt? Welche Maßnahmen zur Steigerung der biologischen Vielfalt im besiedelten Raum wollen Sie in den nächsten 4 Jahren umsetzen?
Die notwendigen Veränderungen unserer Städte bieten große Chancen zur Steigerung der biologischen Vielfalt.
Einen besonderen Schwerpunkt legen wir auf die Versorgung von Menschen, die in einkommensschwachen Haushalten leben, mit Grünflächen. Wir wollen die Versorgung mit qualitativ hochwertigen Grünflächen in sozial benachteiligten Wohngebieten verbessern. Stadtgrün kann so einen Beitrag zur Umweltgerechtigkeit leisten.
Auch bei Sanierungsprogrammen müssen Maßnahmen zur Steigerung der biologischen Vielfalt verankert werden. So müssen bei Sanierungen die Lebensräume von Vögeln und Fledermäusen erhalten und Möglichkeiten zur Fassaden- und Dachbegrünung genutzt werden.
Wir drängen auf die Anpflanzung von Stadtbäumen, schließlich geht es dabei auch um eine wichtige Anpassungsmaßnahme an die Klimaerhitzung. Allerdings muss dabei auch eine konsequente Folgepflege sichergestellt werden.
In der von uns angestrebten Stadt der kurzen Wege sind grüne Stadtplätze ein zentrales Element.
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Die fortschreitende Versiegelung von Flächen wirkt klimaschädlich, bedeutet den Verlust von natürlichen Lebensräumen, bringt soziale und gesundheitliche Beeinträchtigungen mit sich. Was sind konkret Ihre Maßnahmen, um die Versiegelung maßgeblich zu stoppen, und eine Entsiegelung zu fördern?
Wir wollen die Rahmenbedingungen für einen solidarischen Umgang mit Land mit einem System aufeinander abgestimmter Instrumente gestalten. Dafür kann zunächst das bestehende Planungsinstrument genutzt werden. Insbesondere die Raumordnung erscheint durch ihren überfachlichen und überörtlichen Ansatz geeignet.
Konkrete Maßnahmen sind der Vorrang der Bestands- und Innentwicklung vor Ausweisung Neubaugebieten, die Streichung von §13b BauGB sowie die Doppelte Innenentwicklung im Baugesetzbuch.
Besonders wirkungsvoll wird es sein, die Genehmigung der Neuversieglung von Boden an eine mindestens ebenso großen Flächenentsiegelung in der Region zu binden.
Die Versiegelung von Flächen für den Straßenverkehr will DIE LINKE durch ein Umsteuern auf den Umweltverbund vermindern. Dieses Umsteuern wird viele versiegelte Flächen, die heute dem motorisierten Individualverkehr insbesondere als Parkflächen vorbehalten sind, für andere Zwecke oder zur Entsiegelung freimachen.
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Ein wesentlicher Kritikpunkt am geltenden Naturschutz- und Umweltrecht ist, dass es sich um „symbolische Gesetzgebung“ handelt, bei der die Ziele nicht erreicht werden, vor allem weil das Handeln maßnahmen- nicht ergebnisorientiert erfolgt. Wie werden Sie das ändern?
Das geltende Naturschutz- und Umweltrecht ist aus unserer Sicht mehr als nur „symbolische Gesetzgebung“. Allerdings unterliegt es starken strukturellen Einschränkungen, wie der Übermacht kapitalistischer Profitinteressen, die sich auch in der unterschiedlichen Bedeutung der politischen Ressorts und ihres Einflusses abbildet. Nur mit starken außerparlamentarischen Bewegungen und gesellschaftlichen Bündnisses ist es möglich, schützende Regelungen durchzusetzen.
Neben der Überwindung dieser strukturellen Hindernisse muss allerdings auch das Monitoring im Naturschutz- und Umweltrecht verbessert werden. Wir wollen sehr konkrete, überprüfbare Schutzziele, deren Erreichung regelmäßig überprüft und die zugrundeliegenden Maßnahmen bei Nichterreichen angepasst werden.