Wahlprüfstein Bundestagswahl 2021

ProPaketBox e.V.

ProPaketBox

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1

Die Corona-Krise hat den Trend zum Online-Shopping verstärkt. Jeder dritte Verbraucher wünscht sich einen „Briefkasten fürs Paket“. Würden Sie anbieteroffene Paketboxen direkt am Wohnort der Verbraucher, in die alle Paketdienste einliefern können, unterstützen?
Ja. DIE LINKE würde anbieteroffene Paketboxen direkt am Wohnort der Verbraucher:innen unterstützen.

2

Verbraucher in Mietwohnungen sind auf das Wohlwollen und die Investitionsbereitschaft der Vermieter angewiesen, anbieterneutrale Paketboxen aufzustellen. Falls Frage 1 bejaht wird: Welche Anreize sollten Eigentümer von Mehrfamilienhäusern dazu motivieren, anbieterneutrale Paketboxen für ihre Mieter aufzustellen?
Vermieter:innen sollten gesetzlich dazu verpflichtet werden, auf Wunsch der Mieter:innen solche Paketboxen aufzustellen. Weitere Anreizmöglichkeiten sehen wir nicht.

3

Würden Sie grundsätzlich eine gesetzliche Option unterstützen, die Nutzung anbieteroffener Paketboxen auf die Betriebsnebenkosten umlegen zu können, wenn dies vom Mieter gewünscht würde?
Ja.

4

Steigende Kundenansprüche und neue Produktgruppen wie frische und gekühlte Lebensmittel erfordern neue Zustellkonzepte, bei denen der erfolgreiche erste Zustellversuch besonders wichtig ist. Welche Konzepte haben Sie, um künftige Herausforderungen bei der Paketzustellung auf der letzten Meile aus Verbrauchersicht zu lösen?
Hinsichtlich der Konzepte sind die Anbieter:innen solcher Lebensmittel gefordert. DIE LINKE sieht es nicht als Aufgabe der Politik, die Zustellvoraussetzungen der Unternehmen zu lösen. Es ist nach Lebensmittelrecht und Vertragsrecht Aufgabe der Unternehmen, die Hygiene-Kette und Kühlkette bis zum Erhalt durch den Kunden einzuhalten und dem Kunden die Ware im ordnungsgemäßen Zustand zu übergeben. Aus umwelt- und verkehrspolitischer Sicht sehen wir die zunehmende Individualbelieferung jedoch kritisch.

5

Halten Sie es für sinnvoll, das Baurecht dahingehend zu ergänzen, dass bei der Konzeption neuer Wohnungsbauprojekte anbieteroffene Paketboxen von Beginn an verpflichtend einzuplanen wären?
Zu dieser Frage hat sich DIE LINKE noch keine abschließende Meinung gebildet.

6

In vielen Innenstädten stellt der Lieferverkehr während der Ladenöffnungszeiten eine verkehrliche Belastung dar. Welche Konzepte haben Sie, um den innerstädtischen Lieferverkehr und dadurch hervorgerufene Verkehrs- und Umweltprobleme zu lösen? Wären Sie bereit, Infrastrukturprojekte zu fördern, die eine Verlagerung des Lieferverkehrs in die Tagesrandzeiten ermöglichen, wenn eine sichere Zustellung - bspw. in anbieteroffene Paketboxen oder Räume mit digitalen Zugangssystemen – gewährleistet wäre?
Wir wollen die Städte vom Lieferverkehr entlasten, die durch den zunehmenden Online-Handel in der Tat stark verkehrlich belastet werden. Anbieteroffene Paketboxen oder Räume mit digitalen Zugangssystemen, wie Sie sie vorschlagen, können ein Teil der Lösung sein. Aber nicht alle Menschen können auf die Lieferung an die Haustür verzichten und es eignen sich auch nicht alle Güter für Paketboxen. Für diese Fälle wollen wir, dass nicht mehr verschiedene Speditionen die Straßen verstopfen, sondern zentrale lokale Logistikzentren, sog. Mikrodepots, einrichten. Von dort kann die Verteilung erfolgen, zu Fuß, per Lastenrad oder batteriebetriebenem Lieferfahrzeug. Dabei wollen wir gute Arbeitsbedingungen gewährleisten.

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Click & Collect als Form der kontaktlosen Übergabe von Waren wurde während des Lockdowns häufig genutzt. Dazu haben Händler die bestellten Produkte zum Teil Paketboxen hinterlegt, wo sie von den Verbrauchern auch außerhalb der Ladenöffnungszeiten abgeholt werden konnten. Würden Sie Kommunen bei solchen Projekten unterstützen?
Vor allem für Berufstätige und Risikogruppen sind Click & Collect Bestellprozesse eine gute Möglichkeit ihre Einkäufe trotz weniger Zeit gut und sicher zu erledigen. Zudem kann, mit cleveren Konzepten, auch der lokale Einzelhandel gestärkt werden. Da die Gegebenheiten vor Ort jedoch sehr unterschiedlich sind, müssen vor Ort auch entsprechende Bedarfe ermittelt, Konzepte erstellt und geeignete Flächen eruiert werden.