Wahlprüfstein Bundestagswahl 2021
Verband der Motorjournalisten
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Welchen Stellenwert messen Sie als Partei der individuellen Auto-Mobilität bei?
Wir wollen bezahlbare und barrierefreie Mobilität für alle – mit wenig Aufwand an Zeit und Energie. Im Mittelpunkt steht für uns deshalb das öffentliche Mobilitätsangebot. Diejenigen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, brauchen bessere Bedingungen. Perspektivisch soll niemand auf das (eigene) Auto angewiesen sein. Derzeit ist dies noch nicht der Fall, sehr viele Menschen - vor allem außerhalb der Städte – sind auf das Auto angewiesen. Einige Menschen hingegen dürfen oder können aber nicht selber fahren, andere sich kein eigenes Auto leisten – diese sind deswegen wenig mobil. Wir wollen allen Menschen Mobilität ermöglichen und deswegen eine flächendeckende Grundversorgung mit öffentlichen Verkehrsangeboten zwischen 6 und 22 Uhr etablieren, damit auch die Menschen auf dem Land ohne eigenes Auto mobil sein können. Das ist aus sozialen Gründen nötig, aber auch damit der Klimaschutz im Verkehr endlich Fortschritte macht. Wir setzen darauf, dass viele aus dem eigenen Auto darauf umsteigen werden, wenn es diese Grundversorgung zuverlässig gibt. Darüber hinaus setzen wir uns für weitgehend autofreie Innenstädte ein.
Themen:
Verkehrspolitik,
Wirtschaft und Finanzen
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Automobil-Wirtschaftsstandort Deutschland - Chancen und/oder Risiken?
Die Automobilindustrie ist zentraler Industriezweig, was Chance und Risiko ist. Deren Lobbyarbeit hat Abgas- und Verbrauchsnormen verwässert und zusammen mit dem Betrug die Modernisierung sträflich verzögert. Seit einem Jahrzehnt hat sich der Wechsel des Antriebs (BEV) international klar angekündigt! DIE LINKE hat früh darauf hingewiesen und alternative Verkehrs-/Mobilitätskonzepte gefordert. Wir sehen in der Sektorkopplung (Energie, Netz, Speicher), in der (Lade-)Infrastruktur und Qualifizierungsoffensive die Wertschöpfung und Beschäftigung der Zukunft. Hierzu wird es mehr Investitionen brauchen, flankiert von öffentlichen Transformationsfonds und Fördermitteln bei Bedarf. Ein Maßnahmenbündel eingebetteten in eine Verkehrs- und Mobilitätswende wird die letzte Chance der Automobilindustrie sein, sonst werden die angehäuften Risiken der „Nieten in Nadelstreifen“ in Unternehmensführung und Politik im sozio-ökonomischen Kahlschlag münden.
Themen:
Verkehrspolitik,
Wirtschaft und Finanzen
3
Welches sind die wichtigsten Infrastrukturmaßnahmen für den zukünftige Straßenverkehr?
Wir wollen das vorhandene Straßennetz erhalten und ertüchtigen. Den Ausbau des Netzes der Bundesfernstraßen halten wir hingegen für weitgehend abgeschlossen. Aus Gründen des Klimaschutzes, um unser aller Lebensgrundlagen zu erhalten, wollen wir das Wachstum des Straßenverkehrs stoppen und dann sukzessive deutlich reduzieren. Es gibt nicht genügend erneuerbar erzeugte Energien – und es wird sie auch künftig nicht geben –, um das Volumen des bestehenden Verkehrs ohne Klimabeeinträchtigung aufrecht erhalten, geschweige denn ein weiteres Wachstum des Straßenverkehrs verkraften zu können. Pkw-Fahrten müssen zunehmend auf Bahn, den Nahverkehr, Räder und Pedelecs verlagert werden, Güter auf die Schiene und (Binnen)Schiffe.
Themen:
Verkehrspolitik,
Wirtschaft und Finanzen