Wahlprüfstein Bundestagswahl 2021

friseur-intern

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friseur-intern - friseur-intern ist der einzige wöchentlich erscheinende Informationsdienst für die Friseurbranche. Unsere Abonnenten sind selbständige Friseurmeister, Inhaber bzw. leitende Mitarbeiter von Haarkosmetik- und Friseurbedarfsunternehmen, Vertreter von Kammern und Verbänden sowie Wirtschafts- und Mittelstandspolitiker verschiedener Parteien. Auf Basis einer Umfrage bei Saloninhaberinnen und Saloninhabern, die wir durchgeführt haben, ergibt sich folgendes Meinungsbild zu den politischen Kernforderungen des Friseurhandwerks für die Bundestagswahl: 100 % der Umfrageteilnehmer: Abschaffung der 22.000 Euro Umsatzsteuerfreigrenze, damit gleiche Rahmenbedingungen für alle gelten 83 % der Umfrageteilnehmer: Stärkung der Meisterpflicht, damit nicht "Hinz & Kunz" einen Salon eröffnen können 75 % der Umfrageteilnehmer: 7 % Mehrwertsteuer für Friseure, damit die Schwarzarbeit in der Krise nicht weiter um sich greift.

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Wie stehen Sie zur Abschaffung der 22.000 Euro Umsatzsteuerfreigrenze und in welcher Form werden Sie sich politisch dafür einsetzen?
Die umsatzsteuerliche Kleinunternehmer*innenregelung ist zunächst eine steuerliche Vereinfachung für Existenzgründer*innen und Nebenerwerbstätige. Zwar wurde der Satz von 17.500 auf 22.000 Euro erhöht, doch ist er weiterhin zu niedrig, als dass damit allein auf Dauer ein existenzsicherndes Einkommen zu erzielen wäre. Für uns klingt das nicht sehr überzeugend, zumal daneben auch etablierte KMU und Handwerksbetriebe weiter der unlauteren Konkurrenz durch Solo- / Scheinselbständigkeit ausgesetzt werden. DIE LINKE will weder einen unfairen Wettbewerb zu Dumpinglöhnen oder Dumpingpreisen fördern noch eine prekäre Selbständigkeit ohne Perspektive. Wir stehen für faire Wettbewerbsbedingen und eine Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit. Auch wollen wir niedrige und mittlere Einkommen konkret steuerlich entlasten, wodurch sich mögliche negative Effekte der Umsatzsteuerfreigrenze kompensieren lassen, andererseits in der Masse mehr in der Tasche für den Friseurbesuch bleibt.
Themen: Steuern, Arbeit

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Wie stehen Sie dazu, dass nur Friseure mit einem Meisterbrief einen Betrieb eröffnen dürfen und wie werden Sie sich hierfür einsetzen?
DIE LINKE hat die „Wiedereinführung der Meisterpflicht“ unterstützt und einen eigenen Antrag eingebracht (BT-Drucksache 19/10154). Unsere Kritik an der „Liberalisierung“ der Handwerksnovelle 2004 wurde endlich aufgegriffen. Denn statt mehr HandwerkerInnen sanken seit der Novelle die Qualifikation und Qualität, es gab weniger Ausbildung und mehr Schein-Selbstständigkeit. Der Verdrängungswettbewerb nahm zu und sinkenden bzw. stagnierende Einkommen machten das Handwerk zunehmend unattraktiv. Allerdings lassen sich mit der „Meisterpflicht“ allein die Probleme nicht lösen. Hierzu brauchen wir u.a. bessere Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen, ökonomische Perspektiven und mehr öffentliche Unterstützung und Beratung. Andernfalls wird der Fachkräftemangel nicht behoben und die Betriebsschließung zum Regelfall. Zur Verbesserung gehört für uns auch die flächendeckende Tarifbindung, höhere Ausbildungsvergütung, kostenfreie Meisterausbildung und ein modernes Kammerwesen.
Themen: Steuern, Arbeit

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Was halten Sie von einer verminderten Mehrwertsteuer für Friseurdienstleistungen und wie werden Sie politisch dafür aktiv?
DIE LINKE fordert seit Jahren einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz für das arbeitsintensive Handwerk, somit auch für Friseure. Eine solche Ermäßigung würde, wenn die Friseure sie an die Kundinnen und Kunden weiterleiten, die Friseurdienstleistungen verbilligen und somit attraktiver machen. Selbstverständlich könnte die ermäßigte Mehrwertsteuer auch den Spielraum für bessere Löhne erweitern und / oder für erhöhte Einkommen der Geschäftsinhaber*innen sorgen.
Themen: Steuern, Arbeit