Wahlprüfstein Bundestagswahl 2021
Netzwerk 3te Generation Ost
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1
Stimmen Sie zu? Der Bund sollte finanzschwache Kommunen bei der Finanzierung von Bildungsmaßnahmen unterstützen. Das Kooperationsverbot sollte daher abgeschafft werden.
Ja! Wir wollen, dass Bund, Länder und Kommunen in der Bildung zusammenarbeiten können. Durch das Kooperationsverbot ist das nur eingeschränkt möglich. Wir wollen das Verbot komplett aufheben und Bildung als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz verankern, damit für alle Kinder und Jugendlichen Bildungsgerechtigkeit hergestellt werden kann. Wir wollen den Königsteiner Schlüssel als Verteilungsinstrument für Fördermittel des Bundes für Bildung durch einen Sozialindex ersetzen. Der Sozialindex soll Mittel bedarfsgerecht auf die Länder und innerhalb der Länder auf Kommunen verteilen, damit genügend Mittel da ankommen, wo sie wirklich gebraucht werden.
Themen:
Bildung und Ausbildung
2
Stimmen Sie zu? Auf Bundesebene sollte eine Institution geschaffen werden, die Innovationen Zugang zu allen Bildungseinrichtungen verschafft. Im Bildungsalltag sollten für ihre Anwendung verbindliche Zeiträume festgelegt werden.
Jein. Innovationen dürfen nicht zum Einfallstor für Privatisierung der Bildung durch private kommerzielle Anbieter, Unternehmen oder Verlage werden. Wir wollen Lobbyismus in Schule und Unterricht unterbinden. Akteure der Wirtschaft drängen seit Jahren aus reinem Eigennutz in die Schulen und bestimmen Lerninhalte zunehmend mit. Darunter leidet die Vielfalt in der Bildung. Damit Qualität in der Bildung gesichert wird, wollen wir ein bundesweit geltendes Bildungsrahmengesetz einführen. Dieses Bildungsrahmengesetz des Bundes soll für alle Bildungsbereiche gelten und gleiche Rechtsansprüche, soziale und personelle Rahmenbedingungen in allen Ländern sichern.
Themen:
Bildung und Ausbildung
3
Stimmen Sie zu? Bildungsmaterialien, die aus öffentlichen Mitteln finanziert werden, sollten für alle kostenlos und unter freier Lizenz nutzbar sein.
Ja. Lehr- und Lernmaterialien, deren Erstellung aus öffentlichen Mitteln bezahlt werden, sollen zeitnah, maschinenlesbar, vollständig, kostenfrei und zur uneingeschränkten Weiternutzung zur Verfügung gestellt werden. Wir wollen zudem wirkliche Lehr- und Lernmittelfreiheit.
Themen:
Bildung und Ausbildung
4
Stimmen Sie zu? Alle Schulkinder bis zur zehnten Klasse sollten einen Anspruch auf einen Ganztagsschulplatz haben. Das Ganztagsschulangebot sollte hierfür ausgebaut werden.
Ja. Jede*r Schüler*in muss die Möglichkeit haben, eine Ganztagsschule zu besuchen, idealerweise eine Gemeinschaftsschule. Der Rechtsanspruch lässt sich nur mit schnellen und erheblichen Investitionen in den Ausbau von Einrichtungen und die Ausbildung und Einstellung von mehr Personal einlösen. Wir kämpfen daher für mehr Personal in Bildung und Erziehung. DIE LINKE fordert eine Offensive des Bundes für mehr Lehrkräfte, Erzieher*innen und Schulsozialarbeiter*innen. Wir brauchen 100 000 Lehrkräfte und 200 000 Erzieher*innen zusätzlich und Schulsozialarbeit an jeder Schule.
Themen:
Bildung und Ausbildung
5
Stimmen Sie zu? Das Wahlalter auf Bundesebene sollte auf 16 Jahre gesenkt werden.
DIE LINKE setzt sich für eine Absenkung des Wahlalters in allen demokratischen
Entscheidungsprozessen auf europäischer, Bundes-, Länder- und Kommunalebene auf
14 Jahre ein. Das schließt das Wahlrecht für langfristig hier lebende Migrant*innen ein.
Themen:
Bildung und Ausbildung
6
Stimmen Sie zu? Schulnoten sollten durch alternative Bewertungskriterien ergänzt werden.
Ja - allerdings nicht im Sinne von Kopfnoten für Mitarbeit und Verhalten. Wir brauchen mehr Offenheit und eine neue Fehlerkultur, eine Kultur der Unterstützung und Kooperation. Bulimie-Lernen, also Fakten pauken für die nächste Klassenarbeit, "Testeritis" - das ständige Messen und Prüfen von Lernständen - alles das demotiviert und überfordert. Daher sind wir der Ansicht, dass Prüfungen und Bewertungen von Leistungen neu gestaltet werden müssen - gemeinschaftlich und fächerübergreifend. Das verändert auch die Lernkultur.
Themen:
Bildung und Ausbildung
7
Stimmen Sie zu? In allen Bildungseinrichtungen sollte Geschlechtergerechtigkeit gelehrt und praktiziert werden.
Ja. Wir wollen, dass Geschlechtergerechtigkeit und die Gleichstellung der Lebensweisen in den Lehrplänen der Schulen verankert werden sollen. Auch wenn langsam eine Angleichung der Lernangebote an Mädchen und Jungen stattfindet, werden die Geschlechterdifferenzen im Schulsystem nach wie vor reproduziert. Der sogenannte heimliche Lehrplan, also die unterschiedlichen Erwartungen an Jungen und Mädchen, hat in der heutigen Schule nichts mehr zu suchen. Die soziale Institution Schule verfügt über ein hohes Potential zur Geschlechtergerechtigkeit beizutragen - das muss deutlich mehr genutzt werden. Geschlechtergerechtigkeit in der Schule zu praktizieren ist aus unserer Sicht auch ein wichtiger Beitrag zur Demokratieerziehung.
Themen:
Bildung und Ausbildung
8
Stimmen Sie zu? Politische Bildung und Demokratieerziehung sollte ab der ersten Klasse in Schulen gelehrt werden.
Ja. DIE LINKE setzt sich für die Demokratisierung von Schule und Bildung ein. Das Erlernen demokratischer Regeln und demokratischen Verhaltens, das für eine demokratische Gesellschaft unverzichtbar ist, erfolgt am leichtesten und besonders nachhaltig dann, wenn man es im täglichen Leben übt. Darum ist es so wichtig, dass Bildungsprozesse demokratische Mitwirkung und Mitentscheidung ermöglichen und nicht verhindern. Das bezieht sich sowohl auf den freien Zugang zu allen Bildungsangeboten und Bildungswegen, auf die Auswahl des zu Lernenden und auf die Gestaltung der Bildungsprozesse selbst. Wege, demokratische Entscheidungsprozesse möglich zu machen, sind die paritätische Zusammensetzung von Konferenzen, die Wählbarkeit von Schulleitungen, die Mitsprache bei der Stoffauswahl im Rahmen der für alle geltenden Bildungsstandards, die offene Arbeit in Lernprozessen, zum Beispiel durch Wochenplanarbeit u.ä., die Einbeziehung von demokratisch gewählten Vertretungen der Lernenden, der Lehrenden und der Eltern. Schülervertretungen sollen ein allgemeines politisches Mandat haben und sich zu allen gesellschaftlich relevanten Fragen äußern dürfen. Sie müssen finanziell und organisatorisch in die Lage versetzt werden, ihren Aufgaben nachgehen zu können.
Themen:
Bildung und Ausbildung