Wahlprüfstein Bundestagswahl 2021

Forest Stewardship Council (FSC)

Forest Stewardship Council

Forest Stewardship Council (FSC)

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Was ist die wichtigste Aussage zum Thema Wald und Forstwirtschaft (global wie national) in Ihrem Wahlprogramm?
Der Wald ist eine zentrale und wichtige CO2-Senke und muss erhalten werden. Das gilt für die heimischen Wälder wie auch dem gesamten Waldökosystem auf unserem Planeten. Das gelingt in Deutschland und der EU insbesondere mit einer naturnahen Waldbewirtschaftung, die auf Mischwälder mit vielfältiger Altersstruktur und europäischen Baumarten setzt. Darüber hinaus hat sich DIE LINKE immer für einen Wald eingesetzt, der alle Gemeinwohl- und Ökosystemfunktionen erfüllen kann. Dieses Ziel ist auch forstwirtschaftlich zu unterstützen.

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An welche Kriterien sollte die Förderung durch öffentliche Gelder für Waldbesitzende in Zukunft geknüpft werden?
Die Kriterien müssen grundsätzlich alle Ökosystemleistungen des Waldes abdecken sowie wissenschaftlich fundiert und praxisorientiert sein. Eine Reduzierung einer möglichen Honorierung auf die Klimaschutzleistung des Waldes ist zu kurz gedacht. Als Grundvoraussetzung für eine mögliche Förderung durch öffentliche Gelder muss dabei mindestens der gesetzliche Standard gelten. Die zu honorierenden Kriterien sollten unter anderem umfassen: Waldgesundheit, Produktivität (Nutzungsart, Pflege und Ernte), Biologische Vielfalt im gesamten Waldökosystem (Baumartenwahl, Wildbestand, Biotope), Schutzfunktionen von Wäldern (Bodenschutz, Wasserschutz, Luftfilter), sozioökonomische Funktionen von Wäldern (soziale Situation der Beschäftigen im Wald, Erholung und kulturelle Funktion).

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Der FSC Standard lässt die Befahrung für Pflanzung, Bodenbearbeitung, flächige Räumung, abseits der Rückegassen nicht zu. Wie bewerten Sie diese Einschränkung?
Diese Einschränkung ist sinnvoll und wichtig, um eine weitere Bodenverdichtung abseits der Rückegassen zu vermeiden. Zudem muss weiterhin daran gearbeitet werden, die bewirtschaftete Holzbodenfläche, die als Rückegasse in Anspruch genommen wird, weiter zu minimieren.

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In FSC-zertifizierten Wäldern wird der Anteil nicht heimischer Baumarten (u.a. Douglasie, Küstentanne, Roteiche) auf 20% begrenzt. Zusätzlich dürfen diese Arten nur einzel- bis horstweise eingebracht werden (strengere Regeln gelten u.a. in FFH-Lebensraumtypen). Halten Sie diese Einschränkungen für angemessen/ausreichend?
Auch und insbesondere im sehr fragilen Waldökosystem gilt das Vorsorgeprinzip, Begrenzungen in der Baumartenwahl sind damit angemessen. Der Anteil nicht heimischer Baumarten sollte daher begrenzt und wissenschaftlich begleitet werden, um auf neue Erkenntnisse und Entwicklungen rechtzeitig reagieren zu können. In Zeiten des Klimawandels steht auch die Wissenschaft vor der Herausforderung, die Baumarten für die Zukunftswälder zu benennen. DIE LINKE ist aus heutiger Sicht der Überzeugung, dass die großräumige Anpflanzung nicht heimischer Baumarten keine Lösungsoption ist. Stattdessen muss in Zukunft weiterhin vorwiegend auf heimische und europäische Baumarten gesetzt werden.

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Die nationale Biodiversitätsstrategie sieht vor, dass fünf Prozent der Wälder in Deutschland dauerhaft sich selbst überlassen werden (keine forstl. Nutzung). Wie stehen Sie zu diesem Ziel?
DIE LINKE hat die fünf Prozentziele immer unterstützt und setzt sich auch weiterhin dafür ein. Die Entnahme von Wäldern aus der Nutzung schafft unter anderem zukünftige Lernorte, die wichtig für Forschung und Gesellschaft sind, um zu sehen wie sich die Wälder der Zukunft entwickeln, wenn man sie in Ruhe lässt.

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Im Rahmen der öffentlichen Beschaffung werden derzeit Waldzertifizierungssysteme wie FSC, Naturland und PEFC gleichgestellt. Halten Sie dies für gerechtfertigt?
In der öffentlichen Beschaffung sollten immer Kosten und Nutzen sorgsam abgewogen werden, um zu vermeiden, dass der oder die günstige Anbieter:in grundsätzlich bevorzugt werden. Das gilt auch für die Zertifizierung von Wäldern in öffentlicher Hand. Zertifizierungssystem mit höheren Standards wie z.B. FSC oder Naturland sollten daher auf der Nutzenseite bevorzugt werden.