Wahlprüfstein Bundestagswahl 2021
Wahlradar der Apothekerschaft
Wahlradar Apothekerschaft
Wahlradar der Apothekerschaft
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a) (Kandierende in ländliche Regionen): In Ihrem Wahlkreis ist das Netzwerk der Fachärzt:innen stark ausbaufähig. Hier zeigt sich, dass eine bessere regionale Verteilung der Fachärzt:innen notwendig ist. Wie stellen Sie sich vor, die bestehenden Strukturen zu stärken und zu verbessern?
b) (Kandierende in Städten): Die allgemeine gesundheitliche Versorgung in Ihrem Wahlkreis ist gut. Aber: In den Innenstädten gibt es immer weniger Arztpraxen, während die medizinischen Versorgungszentren wachsen. Es droht eine ungleichmäßige Verteilung der Ärzt:innen und damit zum Teil längere Wege. Wie stellen Sie sich vor, die bestehenden Strukturen zu stärken und zu verbessern?
a) Für DIE LINKE ist eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung auch in ländlichen Regionen ein wichtiges Ziel. Bislang ist es nicht gelungen, die ungleiche Verteilung von Praxissitzen wirksam abzubauen. Trotz insgesamt hoher Zahl an Praxen müssen Patient*innen lange Wege und Wartezeiten in Kauf nehmen. Wir wollen das Nebeneinander von privaten und gesetzlichen Krankenversicherungen abschaffen und damit den wichtigsten Grund für unterschiedlich lange Wartezeiten. Wir wollen das tatsächliche Erleben der Menschen zur Grundlage der Versorgungsplanung machen. Denn wenn die Menschen auch dann keine Termine bekommen, wenn die Versorgung auf dem Papier „100%“ beträgt, stimmt etwas grundsätzlich nicht. Nicht zuletzt wollen wir Gesundheitszentren einführen, die ambulante, stationäre und pflegerische Leistungen aus einer Hand anbieten und in einer Region koordinieren.
b) Das Erstarken der Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) hat leider in vielen Fällen mit dem Gedanken der grundversorgenden Polikliniken nichts zu tun. Vielmehr versuchen oft private Investorengruppen (private equity) darüber, sich Sahnestückchen der ambulanten Versorgung zu sichern und darüber Profit zu schlagen. Den Aufsichtsbehörden ist es kaum möglich zu prüfen, wem welches Zentrum eigentlich gehört und wohin die Gewinne fließen. Wir sehen diese Entwicklung mit großer Sorge, denn die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und darf nicht der Bereicherung von Unternehmen dienen. Wir fordern daher eine Transparenzregister und eine klare Begrenzung der MVZ-Trägerschaften. Wir wollen stattdessen regionale Gesundheitszentren in kommunaler Hand aufbauen, die grundlegende ambulante, stationäre und pflegerische Leistungen aus einer Hand anbieten und in einer Region koordinieren.
Themen:
Arzneimittel,
Gesundheit und Pflege
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Trotz der schwierigen Umstände des vergangenen Jahres hat die persönliche Beratung in der Apotheke selbst höchste Priorität behalten. Wie setzen Sie sich dafür ein, dass die persönliche Patientenbetreuung durch die Apotheken vor Ort erhalten bleibt?
Viele Menschen haben den Wert der Apotheke vor Ort in der Corona-Krise hautnah erlebt. DIE LINKE will seit vielen Jahren den heilberuflichen Charakter der pharmazeutischen Berufe stärken. Dafür setzen wir uns gegen die Einführung großer Apothekenketten ein und gegen Apotheken in der Hand von Kapitalgesellschaften. Wir sehen den Versandhandel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln kritisch, vor allem weil er keine patientenorientierte Versorgung ermöglicht und die Vor-Ort-Apotheken schwächt. Wir fordern eine Bedarfserhebung für pharmazeutische Versorgung, damit Lücken in der Apothekenversorgung sichtbar werden und bekämpft werden können. Wir wollen Apotheken von ökonomisch-bürokratischen Aufgaben entlasten. Das ist einer der Gründe für unsere Forderungen nach Abschaffung der Rabattverträge und der Import-Förderklausel.
Themen:
Arzneimittel,
Gesundheit und Pflege
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Die Apotheken in Ihrem Wahlkreis spielen eine essenzielle Versorgungsrolle. Besonders in der Coronapandemie haben die Apotheken vor Ort gezeigt, dass sie eine niedrigschwellige Anlaufstelle für gesundheitliche Fragen und Sorgen darstellen. Die Apotheken in Ihrem Wahlkreis haben im Zuge der Pandemie viele neue Dienstleistungen übernommen. Was wünschen Sie sich von den Apothekenteams in Ihrem Wahlkreis, welche Leistungen sollten diese ausbauen?
Neue pharmazeutische Dienstleistungen sind nach Auffassung der LINKEN ein Schlüssel für die Weiterentwicklung der pharmazeutischen Berufe. Wir treten für weitere Aufgabenfelder für Apotheken ein, etwa im Medikationsmanagement, bei der Heimversorgung, beim Impfen und der Verbesserung der Therapiesicherheit. Gute Ansätze bietet auch das Projekt ARMIN, das ein Konzept von ABDA und KBV umsetzt und die Rolle der Apotheke aufwertet. Wir sehen großes Potential in der Verbesserung der interprofessionellen Zusammenarbeit. So wurden international gute Erfahrungen gemacht mit einer engeren Kooperation von Apotheker:innen mit Ärzt:innen, aber auch mit ambulanter und stationärer Pflege und anderen Akteuren. Aufgabe der Apotheken sollte weniger sein, das billigste Arzneimittel herauszufinden, sondern falsche Arzneimittelanwendungen auch in der Selbstmedikation zu bekämpfen und rationalen, evidenzbasierten Arzneimitteleinsatz und Adhärenz der Patient*innen zu fördern.
Themen:
Arzneimittel,
Gesundheit und Pflege