Wahlprüfstein Bundestagswahl 2021

Deutscher Kälte- und Klimatechnischer Verein DKV e.V.

Kälte- und Klimatechnischer Verein

Deutscher Kälte- und Klimatechnischer Verein DKV e.V.

1

Gibt es Ihrerseits Pläne, den Stromtarif für CO2-freie Lösungen mit Wärmepumpe zu senken, so dass die Wärmepumpe wirtschaftlich attraktiv wird?
Wir sehen die Wärmepumpe als wichtigen Baustein der Wärmewende. Sie ist allerdings schon heute im Betrieb deutlich günstiger als Heizungen auf fossiler Basis. Deshalb halten wir es für sinnvoller, den hohen Anschaffungspreis durch entsprechende Förderprogramme zu verringern. Dazu gehört auch, energetische Sanierungen im Bestand nach Möglichkeit so vorzunehmen, dass Wärmepumpen zum Einsatz kommen können. In diesem Zusammenhang fordern wir eine weitere Aufstockung der (warmmietenneutralen) Sanierungsförderung sowie eine Qualifizierungsoffensive im Handwerk. Auch Wärmenetze sind aus unserer Sicht so auf- und umzubauen, dass sie den breiten Einsatz von Wärmepumpen und entsprechenden Speichern unterstützen.

2

Welche Maßnahmen wollen Sie ergreifen, um die Abwärme, wie z.B. von Rechenzentren sinnvoll zu nutzen, um letztendlich das Klima zu schonen und die CO2-Emmissionen zu senken?
Die Abwärme von Rechenzentren muss verpflichtend zur Gebäudeheizung (z. B. Einspeisung in Nah- und Fernwärmenetze) eingesetzt werden. Alle Rechenzentren müssen bei der Erstellung von kommunalen Wärmeplänen berücksichtigt werden. Solche Pläne haben das Ziel, die lokale Wärmeversorgung klimaneutral und möglichst effizient und kostengünstig zu gewährleisten. Unseres Erachtens könnte eine bundesgesetzliche Pflicht für die Erstellung solcher Pläne eingeführt werden. In Skandinavien gibt es hierfür gute Beispiele.

3

Was wird Ihre Partei tun, um den Einsatz von Energiespeichern auszubauen?
Vorrang hat für uns die direkte Nutzung des erneuerbar erzeugten Stroms. Dem Power-to Heat-Boom jenseits von Wärmepumpen stehen wir skeptisch gegenüber. Wo Speicher zur Stromnetzstabilisierung benötigt werden, unterstützen wir dezentrale Konzepte, die den regionalen Ausgleich im Stromnetz gegenüber großtechnischen Lösungen bevorzugen. Auch sollen Möglichkeiten zur Flexibilisierung der Nachfrage, etwa von Kühlhäusern oder Industriebetrieben, genutzt und auch entsprechend vergütet werden. Wo Energiespeicher entstehen, müssen die Standortgemeinden das Recht auf eine Beteiligung und eine Abgabe auf die finanziellen Erträge der Betreiber erhalten.

4

Wie stehen Sie zu einem potentiellen Verbot der Stoffgruppe klimafreundlicher Kältemittel wie R1234yf auf Basis unzureichender Klärung der Fakten?
Die Zerfallsprodukte des Kältemittels R1234yf sind zwar nicht klimaschädlich, aber führen in Gewässern zur Versauerung und schädigen nachweislich Algen. Bei Verbrennung bildet sich ein sehr giftiges und stark ätzendes Gas. Verbindet sich dies mit Wasser, führt bereits eine geringe Exposition zum Tod. Trotz der bekannten Risiken und obwohl bislang keine abschließende Risikobewertung nach REACH vorliegt, wird R1234yf eingesetzt. Die Zulieferindustrie hat längst serienreife Klimaanlagen mit CO2 entwickelt, die seit 2010 bereits in etlichen Bussen verwendet werden. Es gibt also mindestens eine erprobte Alternative. DIE LINKE fordert ein Verbot von R1234yf und die Aussetzung der EU Richtlinie 2006/40 für fünf Jahre mit der Auflage, dass die Autoindustrie dann auf das noch weniger klimaschädliche und gleichzeitig ungefährliche Kältemittel CO2 umsteigen muss. In der Übergangszeit könnte das bisherige Kältemittel Tetrafluorethan (R134a) weiter in Pkw verwendet werden.

5

Was würde Ihre Partei dafür tun, dass die Kältetechnik verstärkt auch an Universitäten in Deutschland vertreten ist?
DIE LINKE will Hochschulen in gesellschaftlicher Verantwortung und setzt sich für kritische Wissenschaft und Lehre ein, die im Sinne einer sozial gerechten, ökologisch nachhaltigen und friedlichen Welt eingreift. Die Hochschulen sollen vom Staat ausreichend finanziert sich selbst demokratisch verwalten und unabhängig von wirtschaftlicher Verwertbarkeit und Konzerninteressen agieren können. Über diesen Rahmen hinaus lehnen wir Vorschriften, wo und wie die Hochschulen ihre Schwerpunkte setzen, ab.