Wahlprüfstein Bundestagswahl 2021

Frankenwaldverein e.V.

Frankenwaldverein

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Fundament des Freizeit- und Urlaubsmarktes "Wandern" ist eine nachhaltig und an die wachsenden Bedürfnisse in unserer Gesellschaft angepasste Wanderinfrastruktur. Voraussetzung für deren Erhalt, Weiterentwicklung sowie intelligente Lösungen bei Nutzungskonflikten, eigentums- und naturschutzrechtlichen Fragen wäre eine bundesweite Koordinierungsstelle "Wandern", wie sie zum Beispiel in der Schweiz mit der Verankerung des "Langsamverkehrs" beim "Bundesamt für Strassen" (ASTRA) vorhanden ist. Diese beobachtet aktuelle Trends, koordiniert die Erhebung von Daten als Basis einer nachhaltigen Planung und Implementierung von Wanderinfrastruktur (Wege, Hütten, Aussichtstürme etc.) und setzt Standards. Wahlprüfstein: Unterstützen Sie die DWV-Forderung nach einer Koordinierungsstelle Wandern?
DIE LINKE. unterstützt diese Forderung des DWV. Insgesamt bleibt in der Tourismuspolitik zu Vieles bisher nur Stückwerk. Eine stärkere Zusammenfassung und Koordinierung regionaler Bemühungen ist notwendig. In diesem Zusammenhang ist auch eine bundesweite Koordinierungs- und Kompetenzstelle Wandern sinnvoll.

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Wandern heißt Gesundheit, Wanderinfrastruktur, Sport, Naturschutz, Freizeit- und Tourismuswirtschaft, Engagement, Bildung für nachhaltige Entwicklung und vieles andere mehr. Damit verbunden sind eine Reihe von ressortübergreifenden Querschnittsaufgaben, die ohne institutionelle Förderung mittelfristig nicht mehr bearbeitet werden können. Für die zuverlässige Koordinierung dieser Aufgaben auch mit den Ländern braucht es außerdem ein verantwortliches Bundesministerium. Wahlprüfstein: Welchem Ministerium ordnen Sie das vielseitige und langfristige Engagement des Deutschen Wanderverbandes federführend zu und werden Sie sich für eine institutionelle Förderung einsetzen?
Eine institutionelle Förderung des Wanderns ist angebracht. Dies sollte über ein zu schaffendes Tourismusministerium des Bundes erfolgen. Der gesamte Tourismusbereich wird bisher im Wirtschaftsministerium nebenher „mitgemacht“. Das wird der Bedeutung – auch der ökonomischen – des Tourismus nicht gerecht. Ein solches Ministerium könnte auch die institutionelle Förderung des Wanderns übernehmen.

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Fußverkehr und damit das Wandern als Mobilitätsart ist nicht nur klimaneutral, sondern sensibilisiert die Bevölkerung insbesondere auf naturnahen Wegen für den Natur- und Klimaschutz. Dies gilt sowohl im urbanen als auch im ländlichen Raum - auch über Kreis- und Landesgrenzen hinweg. Damit ist die Mobilitätsart Fußverkehr essentieller Pfeiler für den Klimaschutz in Deutschland. Dies gilt umso mehr angesichts eines vielfach nachgewiesenen zunehmenden Fußverkehrs. Diesen zu erhalten und auszubauen, setzt attraktive, sichere Fußwegenetze und Grünflächenverbindungen voraus. Aber während etwa in das ebenfalls Klima schonende Fahrradfahren und die entsprechende Infrastruktur hohe Investitionen fließen, fristet der Fußverkehr in den Förderkulissen des Bundes ein Schattendasein. Wahlprüfstein: Was konkret wollen Sie für die Stärkung des Fußverkehrs tun bzw. besitzt Ihre Partei eine Fußverkehrsstrategie und wenn ja - wie sieht diese konkret aus?
DIE LINKE. setzt sich für einen sozial-ökologischen Wandel ein. Dazu gehört auch die Organisierung der Verkehrswende. Für uns ist klar, dass die Zeit der autogerechten Stadt vorbei ist. Verkehrswende bedeutet nicht neben den bestehenden Mobilitätsformen einfach immer neue hinzuzufügen. Die Probleme aus dieser fehlgeleiteten Politik beobachten wir jeden Tag in den Städten. Die Fußgänger müssen sich die Wege nun auch teilen mit E-Roller-Fahrern. Der individualisierte Autoverkehr wird im urbanen Raum begrenzt werden müssen zugunsten anderer Mobilitätsformen, die weniger (oder keine) gesellschaftlichen Folgekosten verursachen. Dazu gehören sichere Wege für den Fußverkehr ebenso wie eine Stärkung desselben im Straßenverkehrsrecht.

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Wandern ist Sport, genauer: Breitensport. Damit sind Wanderwege die längsten Sportstätten der Welt und die aktiven Wandergruppen der unter dem Dach des Deutschen Wanderverbands organisierten Wandervereine strukturell die gleichen wie die in anderen Sportvereinen und Sportverbänden. Unter Förder- und Rechtsaspekten wird jedoch immer noch unterschieden zwischen Sport- und Wanderorganisationen. Wahlprüfstein: Was wollen Sie dafür tun, dass die ehrenamtliche Arbeit der Organisationen unter dem Dach des Deutschen Wanderverbands hinsichtlich Förderungen und rechtlicher Stellung mit denen für Sportorganisationen gleichgestellt werden?
Hier kann eine Anerkennung als Sport die Förderung erleichtern. Dies ist in der kommenden Wahlperiode anzustreben.

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Die ehrenamtlich geleistete Arbeit der unter dem Dach des Deutschen Wanderverbandes organisierten gemeinnützigen Vereine ist von unschätzbarem Wert für unsere Gesellschaft. Dahinter stecken 2,3 Millionen ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden, zum Beispiel als Wanderführer*innen, in der Wege-, Jugend- oder Kulturarbeit oder im Naturschutz. Eine zunehmende Bürokratisierung engt das Engagement in den Vereinen jedoch zunehmend ein. Beispiele sind die Einführung der Datenschutzgrundverordnung oder die Steuergesetzgebung. Vielerorts macht sich bereits Ehrenamtsmüdigkeit breit. Manche Vereine mussten ihre Arbeit wegen versicherungstechnischer und rechtlicher Rahmenbedingungen bereits einstellen. Wahlprüfstein: Was wollen Sie tun, um das bürgerschaftliche Engagement dauerhaft zu stärken?
Das Ehrenamt leistet einen unschätzbaren Beitrag zur Gestaltung einer lebenswerten Gesellschaft in Deutschland. Bürokratische Hürden sollen abgebaut werden durch eine Entlastung bei Nachweisen und Verwaltungsaufwand.