Wahlprüfstein Bundestagswahl 2021
Forschung & Lehre
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Werden Sie sich für einen zusätzlichen Digitalpakt Hochschulen unter Beteiligung des Bundes einsetzen und wenn ja, in welcher Höhe?
DIE LINKE will die digitale Infrastruktur an den Hochschulen ausbauen: Dazu sollen von Bund und Ländern zusätzliche finanzielle Mittel durch einen Hochschuldigitalpakt zur Verfügung gestellt werden. Statt Leuchtturmprojekten braucht es eine Digitalisierungsoffensive in der Breite. Zusätzlich muss Lehrenden der Zugang zu Fort- und Weiterbildung für digitale Lehr- und Lernangebote erleichtert werden.
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Was halten Sie von einem Digital- und Zukunftsministerium?
DIE LINKE ist gegen ein Digitalministerium, wenn es nicht die Zuständigkeit für zentrale digitalpolitische Themen, wie bspw. das OZG oder digitale Infrastruktur bekäme. Für uns ist die Organisationsform zweitrangig. Wichtig ist die Zuständigkeit für die strategische Steuerung von Fragen der Digitalisierung, insbesondere der Fragen, die auch andere Ressorts betreffen: IT- und Datensicherheit, Zugänglichkeit und Teilhabe etc.
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Planen Sie über das derzeit noch laufende „Tenure-Track-Programm des Bundes und der Länder zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses“ hinausgehende Initiativen, um jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bessere Karriereperspektiven geben zu können?
DIE LINKE begrüßt die Entwicklung hin zu flexiblen Karrierewegen in der Wissenschaft. Allerdings ist es aus unserer Sicht wichtig, in den kommenden Jahren zu klären, welche Konzepte sich als tragfähig erweisen und zukünftig gefördert werden sollten. Neben den damit verbundenen Arbeits- und Qualifizierungsbedingungen sind für uns Aspekte der Planbarkeit und Gleichstellung wichtig.
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Welchen Reformbedarf sehen sie im Befristungsrecht – im Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) und/oder im Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG)?
DIE LINKE will das WissZeitVG reformieren: Während der Promotion müssen Verträge den üblichen Promotionszeiträumen entsprechen, mit 100% vergütet werden und tatsächlich Zeit zur Qualifizierung bieten. Nach der Promotion sollen unbefristete Arbeitsverhältnisse die Norm werden. Für uns gilt: Daueraufgaben müssen auf Dauerstellen bearbeitet werden.
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Welchen politischen Handlungsbedarf sehen Sie, um den Frauenanteil auf Professuren und in leitenden Positionen der Wissenschaft zu erhöhen?
DIE LINKE möchte den Frauenanteil in der Wissenschaft weiter erhöhen. Dazu wollen wir das Professorinnen-Programm ausbauen, den Wettbewerb innerhalb des Programms zurückfahren und ein Kaskadenmodell zur Gleichstellung von Frauen etablieren. Um die Gleichstellung in den Berufungsprozessen in der Wissenschaft zu stärken, müssen Gleichstellungsbüro finanziell und personell besser ausgestattet werden.
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Mit welchen konkreten bundespolitischen Maßnahmen wollen Sie zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Wissenschaft beitragen?
DIE LINKE will die Vereinbarkeit von Familie und wissenschaftlicher Karriere verbessern, indem für Menschen mit Care-Arbeitsverpflichtung flexiblere Studien- und Arbeitsbedingungen und auch Konzepte zur Führung in Voll- und Teilzeit etabliert werden. Zudem sollten bedarfsgerechte, qualitativ hochwertige Betreuungseinrichtungen, die allen Kindern aller Hochschulmitglieder offenstehen, ausgebaut werden.
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Sehen Sie Reformbedarf bei der Zusammenarbeit von Bund und Ländern im Bildungs- und Wissenschaftsbereich? Streben Sie eine Grundgesetzänderung an?
DIE LINKE will das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern in der Bildung aufheben und stattdessen eine umfassende Gemeinschaftsaufgabe Bildung in Artikel 91b des Grundgesetzes verankern. Eine Verwendung der Gelder durch die Länder für die angegebenen Zwecke ist zu kontrollieren und ggf. mit adäquaten Mitteln zu sanktionieren.
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Wie stehen Sie zur Öffnung des Promotionsrechts für Hochschulen für angewandte Wissenschaften in einzelnen Bundesländern?
DIE LINKE befürwortet ein Promotionsecht für Fachhochschulen (FHs) und Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAWs). Wir wollen den Mittelbau an FHs und HAWs stärken und mit dem Promotionsrecht junge Talente an diesen Hochschulen halten.