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Aktion Tanz - Bundesverband Tanz in Bildung und Gesellschaft e.V.

Aktion Tanz

Aktion Tanz - Bundesverband Tanz in Bildung und Gesellschaft e.V.

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Wie können durch das Zusammenwirken von Bund, Ländern und Kommunen die Tanzakteure auf Bundes- und Landesebene beim Ausbau ihrer Infrastruktur unterstützt werden, um diversen Bevölkerungsgruppen flächendeckend Zugang zu einem vielfältigen und bedarfsgerechten Tanzvermittlungsangebot zu eröffnen?
Zunächst können Tanzakteur*innen beim infrastrukturelle Ausbau unterstützt werden, indem das Kooperationsverbot zwischen Bund, Ländern und Kommunen beenden wird. Hierfür wollen wir Kultur als Gemeinschaftsaufgabe und ein Staatsziel Kultur im Grundgesetz, um den kooperativen Kulturföderalismus zu stärken. Länder und Kommunen müssen ausreichend Mittel erhalten, damit sie ihren Aufgaben in der Kulturpflege und Kulturförderung nachkommen und eine große Vielfalt der kulturellen Angebote im Bestand samt den notwendigen Investitionen dafür sichern können. Um Chancengleichheit, Inklusion und Vielfalt zu stärken, muss sich ein diversitätsorientierter Strukturwandel im Kulturbereich an macht- und diskriminierungskritischen Kriterien orientieren.

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Wie können Angebote wie „Tanz in Schulen“ oder „Kultur macht stark” bundesweit in Zusammenarbeit von Kultur- und Tanzeinrichtungen mit den Schulen vor Ort verankert und nachhaltig verstetigt werden, um das Lernen und die Gesamtentwicklung von Kindern und Jugendlichen wirksam zu unterstützen?
Außerunterrichtliche und außerschulische Bildungsangebote, die jede und jeder individuell nutzen kann, tragen zu Vielfalt der Bildungslandschaften bei. Damit sie ihre Funktion erfüllen können, müssen sie gleichermaßen für alle zugänglich sein. Musik-, Tanz- und Kunstschulen gehören ebenso dazu wie die zahlreichen Sportvereine und Vereine der kulturellen und politischen Jugendbildung. Damit diese für alle, die es wünschen, zugänglich sind, ist eine auskömmliche Finanzierung der meist kommunalen Einrichtungen und der oft durch ehrenamtliches Engagement getragenen Vereine und Verbände erforderlich. Wir wollen, dass das Bundesprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ über das Jahr 2022 in einer dritten Förderphase mit erhöhten Mitteln fortgeführt und verstetigt wird. Kulturelle Bildung sollte zum verpflichtenden Bestandteil der Lehrerbildung in Studium, Referendariat und Fortbildung werden. Bund und Länder sollten gemeinsam nach Lösungen zu suchen, damit die außerunterrichtlichen Angebote der kulturellen Bildung etwa in Form von Ganztagsbetreuung, Ganztagsschul-AGs oder in Projektwochen realisiert werden können.

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Durch welche strukturellen Förder- und Unterstützungsmaßnahmen werden Sie den Tanz und seine Einrichtungen mit seinen tragenden Netzwerken krisenfest und nachhaltig stärken, damit diese und dieser weiterhin mit Kreativität und Innovationskraft in die Gesellschaft hineinwirken können?
Die Corona-Pandemie verstärkt im Kulturbereich Probleme, die schon seit längerem vorhanden sind: Kultur ist nicht ausreichend finanziert. Das Fördersystem wie auch ein Großteil der kulturellen Infrastruktur sind nicht auf Ausfall-Szenarien wie die aktuelle Pandemie ausgerichtet. Die Folgen können nicht aufgefangen werden. Im Gegenteil: Kultur findet häufig unter so prekären Bedingungen statt, dass jede Krise zur Existenzbedrohung wird. Befristete, niedrig vergütete Arbeitsverhältnisse und der hohe Anteil von Projektförderung lassen keine Rücklagenbildung zu und stellen sich als krisenanfällig heraus. Der Fokus der politischen Arbeit muss jetzt darauf liegen, Kultur und Kulturförderung zu erhalten und gleichzeitig für die Zukunft krisenfest zu gestalten. DIE LINKE. will deshalb Kulturförderung insgesamt nachhaltiger, prozesshafter, unbürokratischer und weniger projektorientiert gestalten. In diesem Sinne sind langfristige Stipendienprogramme sinnvoll, die eine Rücklagenbildung ermöglichen, wie auch die Weiterführung der Flexibilisierung des Zuwendungsrechts von Fördermitteln.

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Wie könnten Kooperationsprojekte oder ressortübergreifende Initiativen (Bildung, Kultur, Gesundheit, Soziales u.a.) die Arbeit der Tanzverbände unterstützen, um noch stärker und effektiver in die Breite in allen Regionen Deutschlands, in urbanen Ballungsräumen und in ländlichen Räumen zu wirken?
Damit Kooperationsprojekte und ressortübergreifende Initiativen die Arbeit von Tanzverbänden unterstützen können, müssen die Akteur*innen der unterschiedlichen Ressorts zunächst einmal auf die vierseitigen Potenziale von Tanzvermittlung und Performance im Zusammenhang mit kultureller Bildung sensibilisiert werden. Herfür braucht es flächendeckend und kontinuierlich fachlichen Austausch.

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Welchen Stellenwert haben partizipative Tanzkunst-Projekte und die auf dem Gebiet der Kulturellen Bildung praktizierten Methoden und Angebotsformate der Tanzvermittlung bei der Bewältigung der Folgen der Pandemie und für die Gestaltung einer kulturell vielfältigen und gesunden Lebenswelt?
Einen sehr hohen! Die Schließungen von Kultur- und Bildungseinrichtungen im Zuge der COVID-19- Pandemie führte zum Ausfall der meisten Kulturaktivitäten. Die durch die Corona-Krise verursachte Verschärfung von sozialer- und bildungsspezifischer Ungleichheit darf nicht verkannt werden. Mehr denn je werden politische Bemühungen im Bereich der kulturellen Bildung von Nöten sein, um nach der Pandemie bildungsbenachteiligten Kindern und Jugendlichen sukzessive Teilhabegerechtigkeit zu ermöglichen. Partizipative Tanzkunst-Projekte können Menschen helfen, nach der Zeit der Isolation und „social distancing“ wieder zu sich und anderen zu finden und auch an Selbstwert, Selbstwirksamkeit und sozialer Anerkennung zu gewinnen. Tanzformen können selbstverständlich auch eine demokratiefördernde Wirkung entfalten, indem sie politische Dimensionen aufweisen (z.B. Tänze, die sich mit postkolonialen Fragen auseinandersetzen) oder empowern, beispielsweise in Bezug auf die Akzeptanz zum eigenen Körper. Auch kann interdisziplinare Tanz- und Theaterpädagogik einen wesentlichen Beitrag zu Antidiskriminierungsarbeit leisten sowie Reflexion und Zivilcourage fördern.

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Wie können Lehre und Forschung auf dem Gebiet der Tanzvermittlung und des partizipativen Tanzes gestärkt werden und Qualifizierungsgänge sowohl für Tanzschaffende als auch für Lehrende und pädagogische Fachkräfte ausgebaut werden?
Lehre und Forschung auf dem Gebiet der Tanzvermittlung und des partizipativen Tanzes können gestärkt werden, indem künstlerische und pädagogische Disziplinen generell aufgewertet, interdisziplinär ausgebaut und präsenter in pädagogischen Curricula werden. Vgl. auch Antwort auf Frage 8.

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Durch welche Förderschienen könnte die bundesweite Implementierung von partizipativen künstlerischen Tanzangeboten für alle Alters- und Bevölkerungsgruppen in allen Regionen erreicht werden, die sich zur Kompensation der Pandemiefolgen eignen und zur Erhöhung der Lebensqualität beitragen?
Für eine verbesserte bundesweite Implementierung von partizipativen künstlerischen Tanzangeboten für alle Alters- und Bevölkerungsgruppen in allen Regionen sollte u.a. das Bundesprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ mit erhöhten Mitteln - genauer 10 Millionen jährlich mehr - verstetigt werden, damit allen Beteiligten eine dauerhafte Planungssicherheit ermöglicht wird.

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Wie werden Sie die Bereitstellung von Fördermitteln forcieren, um die Potenziale des Tanzes für ein gutes und gesundes Leben im Sinne der Public Health-Idee weiter zu erforschen, damit die gewonnenen Erkenntnisse in die Lehre und in die adäquate Gestaltung von Programmen einfließen können?
Grundsätzlich setzt sich DIE LINKE für eine soziale, demokratische, offene und inklusive Hochschule und Wissenschaftslandschaft ein. Es bleibt viel zu tun. Inhalte von Lehre und Forschung orientieren sich immer stärker an wirtschaftlicher Verwertbarkeit und Konzerninteressen. Durch die chronische Unterfinanzierung bleibt der Raum für unabhängige und gesellschaftskritische Forschung und Lehre und damit eine wesentliche Funktion von Wissenschaft auf der Strecke. Wir wollen Hochschulen in gesellschaftlicher Verantwortung und setzen uns für kritische Wissenschaft und Lehre ein, die im Sinne einer sozial gerechten, ökologisch nachhaltigen und friedlichen Welt eingreift. Dabei spielt auch das gesunde und gute Leben für jede*n eine große Rolle.