Wahlprüfstein Bundestagswahl 2021
Studentenwerk Frankfurt am Main
Studentenwerk FFM
Studentenwerk Frankfurt am Main
1
Wird eine Bundesregierung, an der Ihre Partei beteiligt ist, einen Bund-Länder-Hochschulsozialpakt schließen, um damit die soziale Infrastruktur an den Hochschulen sicherzustellen?
DIE LINKE. unterstützt die Forderung nach einem Hochschulsozialpakt. Wir wollen ein Konzept erarbeiten, das insbesondere die Bereitstellung der nötigen finanziellen Mittel sowie öffentlicher Liegenschaften zur Schaffung von 50.000 neuen bezahlbaren Wohnheimplätzen in öffentlicher Trägerschaft im Laufe der nächsten vier Jahren sowie den Erhalt der bestehenden Wohnheimkapazitäten umfasst.
Dazu ist eine Grundgesetzänderung notwendig, die das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern in der Bildung vollständig aufhebt und stattdessen eine umfassende Gemeinschaftsaufgabe Bildung in Artikel 91b des Grundgesetzes verankert. Nur so kann der chronischen Unterfinanzierung des Schul- und Hochschulwesens entgegengewirkt werden. Eine Verwendung der Gelder durch die Länder für die angegebenen Zwecke ist zu kontrollieren und ggf. mit adäquaten Mitteln zu sanktionieren.
Themen:
Bildung und Ausbildung
2
Wie werden Sie dafür Sorge tragen, dass die Finanzierung der Studierenden- / Studentenwerke entsprechend der auf hohem Niveau bleibenden Studierendenzahlen und der wachsenden Nachfrage erhöht wird?
DIE LINKE will ausgehend von der Aufhebung des Kooperationsverbots (siehe Frage 1) in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) mit den Ländern über eine gemeinsame Finanzierung der Studierendenwerke durch Bund und Länder verhandeln. Ziel soll es sein, in einer langfristigen Verwaltungsvereinbarung die auskömmliche Finanzierung der Studierendenwerke sicherzustellen, damit diese ihren wichtigen sozialen Aufgaben nachkommen können.
Themen:
Bildung und Ausbildung
3
Wie wird Ihre Partei studentischen Wohnraum fördern, damit mindestens jeder zehnte Studierende einen Platz zu günstigen Mieten in einem öffentlich geförderten Wohnheim erhält?
Aktuell stehen den knapp 2,9 Millionen Studierenden nur rund 240.000 Wohnheimplätze zur Verfügung. Nur 8,5 Prozent der Studierenden können also aktuell einen Wohnheimplatz bekommen. Die Folgen bekommen vor allem Studienanfänger*innen durch lange Wartezeiten auf einen Wohnheimplatz, lange Pendelwege oder hohe Mietzahlungen am freien Wohnungsmarkt zu spüren.
DIE LINKE will alle bestehenden Wohnheimplätze erhalten und ein Sonderprogramm für den Neubau von Wohnheimplätzen auflegen, mit dem innerhalb der nächsten vier Jahre 50.000 Wohnheimplätze neu entstehen. Immerhin jedem zehnten Studierenden könnte so ein Platz angeboten werden.
Zusätzlich wollen wir ein öffentliches Wohnungsbauprogramm auflegen, mit dem 250.000 neue Sozialwohnungen und 130.000 gut bezahlbare Wohnungen in öffentlicher Trägerschaft neu gebaut werden können – und das jedes Jahr. Auch viele Studierende würden davon profitieren.
Themen:
Bildung und Ausbildung
4
Mit welchen Zuschüssen und weiteren Maßnahmen würde Ihre Partei die Studenten- und Studierendenwerke beim Ausbau sowie bei der Instandhaltung und Modernisierung von studentischem Wohnraum unterstützen?
Wir wollen einen Hochschulsozialpakt auflegen, mit dem wir 50.000 zusätzliche öffentliche Wohnheimplätze innerhalb der nächsten vier Jahre schaffen und in den Erhalt bestehender Wohnheime sowie in Mensen und Hilfen für Studierendenwerke investieren. Außerdem wollen wir die Wohnkostenpauschale des BAföG deutlich anheben und den förderungsberechtigten Personenkreis ausweiten. Mit einem bundesweiten Mietendeckel stoppen wir die Mietenexplosion in Universitätsstädten und senken zu hohe Mieten auf ein gut bezahlbares Niveau ab.
Wir wollen zudem einen Klimacheck für alle Gebäude bis 2025 - auch Studierendenwohnheime. Der Klimacheck resultiert in verbindlichen gebäudescharfen Stufenplänen, die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt flexibel zu erreichende Energieeffizienzniveaus zum Inhalt haben. Damit wollen wir bis 2035 einen klimaneutralen Gebäudebestand erreichen. Die Sanierungsverpflichtung wird abgefedert von einer Aufstockung der laufenden Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) auf dauerhaft mindestens 10 Milliarden Euro jährlich und einem „Sofortprogramm klimagerechte und sozialverträgliche Erneuerung von Siedlungsbauten der Nachkriegszeit“ mit noch einmal 5 Milliarden Euro pro Jahr.
Themen:
Bildung und Ausbildung
5
Wie wird Ihre Partei sicherstellen, dass eine ausreichende Finanzausstattung der Studenten- und Studierendenwerke sowohl für Bau- und Sanierungsmaßnahmen als auch für ein günstiges und ausgewogenes Speisenangebot zur Verfügung steht?
Für DIE LINKE umfasst der Hochschulsozialpakt Gelder, die nicht nur für den studentischen Wohnungsbau, sondern auch für die Ausstattung und Betrieb der Mensen und allgemeinen Finanzierung der Studierendenwerke gedacht sind. Die Höhe des Finanzbedarfs im Hochschulsozialpakt muss fortlaufend bestimmt und daran ausgerichtet angemessen angepasst werden. Im Übrigen siehe hierzu auch die Antworten auf Fragen 1 und 2.
Themen:
Bildung und Ausbildung
6
Wie würde Ihre Partei eine persönliche und qualifizierte BAföG-Beratung für die Studierenden sicherstellen?
DIE LINKE will eine BAföG-Reform auf den Weg bringen, die die Förderquoten erhöht und die BAföG-Regelungen deutlich entschlackt und vereinfacht. Damit wollen wir gleichzeitig die Vorschläge des Nationalen Normenkontrollrats zur Vereinfachung der Antragsstellung und Verwaltungsstruktur umsetzen. Die BAföG-Ämter müssen bedarfsgerecht ausgestattet werden, um eine adäquate BAföG-Beratung für Studierende zu garantieren.
Themen:
Bildung und Ausbildung
7
Welche konkreten Maßnahmen wird Ihre Partei im Falle einer Regierungsbeteiligung ergreifen, damit die Studenten- und Studierendenwerke ihren Studierenden auch weiterhin ein umfassendes Beratungsangebot bieten können?
DIE LINKE steht für eine deutliche Verbesserung der finanziellen Situation der Studierendenwerke. So können diese dezentral und bedarfsgerecht über das Beratungsangebot entscheiden und dieses gestalten. Im Übrigen siehe hierzu auch die Antworten auf Fragen 1, 2 und 5.
Themen:
Bildung und Ausbildung
8
Wie wird eine Bundesregierung unter Beteiligung Ihrer Partei sich für eine Aufstockung der Zuschüsse für Kinderbetreuungsangebote sowie für weiterführende Angebote an Studierende mit Familienaufgaben einsetzen?
DIE LINKE will die Vereinbarkeit von Familie und Studium verbessern. Wir stehen dafür, dass bedarfsgerechte, qualitativ hochwertige Betreuungseinrichtungen, die allen Kindern aller Hochschulmitglieder offenstehen, ausgebaut werden. Darüber hinaus sehen wir als Bausteine zur Erreichung dieser Zielsetzung die allgemeine Verbesserung der Studienbedingungen durch flexiblere Studienzeiten und die Möglichkeit, auch während eines Teilzeit-Studium mit BAföG gefördert werden zu können.
Themen:
Bildung und Ausbildung