Wahlprüfstein Bundestagswahl 2021
VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz
VIER PFOTEN
VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz
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Welche Maßnahmen wird Ihre Partei ergreifen, um Deutschland vor dem Hintergrund der Klima- und Coronakrise, die eng mit unserem Umgang mit Tieren zusammenhängen (z.B. Emissionen und Seuchen in der Massentierhaltung, Corona-Mutationen auf Pelztierfarmen, Wildtierhaltung), krisenfest zu machen?
DIE LINKE kämpft für einen sozialökologischen Systemwechsel. Das schließt einen sozial verträglichen Umbau der Tierhaltung ein, der sie an die Fläche bindet (Deckelung in Regionen und am Standort) sowie auf eine gesunde, regionale Versorgungssouveränität ausrichtet. Eine konsequente Umsetzung des One-Health-Ansatzes setzt die Beseitigung von Risikostrukturen in der Tierhaltung, mehr Tierwohl durch integrierte tierärztliche Bestandsbetreuung und ein grundsätzliches Verbot von Reserveantibiotika in der Tiermedizin voraus. Der Tierhandel (insbesondere im Internet) muss streng reguliert werden. Wilderei und illegaler Wildtierhandel müssen bekämpft werden. Ein europa- oder weltweites Verbot der Pelztierhaltung ist überfällig. Biodiversität muss endlich mit der nötigen Ernsthaftigkeit beschützt werden. Refugien der Biodiversität müssen vor dem weiteren Vordringen geschützt, neue geschaffen werden.
Themen:
Tierschutz,
Natur- und Umweltschutz
2
Wird sich Ihre Partei im Sinne des Tierschutzes im Zirkus dafür einsetzen, dass es in Zukunft keine Wildtiere mehr in der Manege geben wird, die unter den beengten Haltungsbedingungen, den fragwürdigen Dressurpraktiken und der ständigen Transporte leiden werden?
Ja. Wir fordern ein sofortiges Verbot von Wildtieren in Zirkussen. Insbesondere bei Wanderzirkussen ist eine angemessene Tierhaltung grundsätzlich kaum zu gewährleisten. Durch Schließung von Regelungslücken, Stärkung der Veterinärbehörden und Schaffung von Schwerpunktstaatsanwalt- und Richterschaften müssen generell Vollzugsdefizite beim Tierschutz beseitigt werden.
Themen:
Tierschutz,
Natur- und Umweltschutz
3
Im Bereich der Kennzeichnung und Registrierung von Haustieren gehört Deutschland zu den Schlusslichtern in der EU. Welchen Standpunkt vertritt Ihre Partei hinsichtlich einer Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht von Haustieren und werden Sie sich für eine bundesweite Einführung einsetzen?
Ja. DIE LINKE setzt sich für eine Registrierungs- und Kennzeichnungspflicht für Haustiere, insbesondere von Hunden und Katzen, ein. Gleichzeitig muss der Handel mit Haustieren, insbesondere mit Jungtieren, besser überwacht und illegaler Handel unterbunden werden.
Themen:
Tierschutz,
Natur- und Umweltschutz
4
Die Zustände in der konventionellen Tierhaltung werden von der Öffentlichkeit missbilligt: Die Tiere leiden unter tierquälerischen Haltungsformen & Praktiken wie Vollspaltenböden, Amputationen & Hochleistungszucht. Wie sieht Ihr Konzept für einen tiergerechteren Umbau in der Landwirtschaft aus?
DIE LINKE will eine am Gemeinwohl orientierte Landwirtschaft, die respektvoll mit den Tieren in Menschenobhut umgeht, aber auch mit den Menschen, die sie betreuen. Die Haltungsbedingungen müssen sich an den Bedürfnissen der Tiere orientieren statt umgekehrt. Kostendeckende Erzeugerpreise müssen vernünftige Haltungsbedingungen sichern. Die bisher profitierenden Konzerne müssen an der Finanzierung des Umbaus und der laufenden Kosten angemessen beteiligt werden. Integrierte tierärztliche Bestandsbetreuung und ausreichend, gut ausgebildetes und bezahltes Betreuungspersonal gehört ebenso dazu wie Antibiotika minimiert und Reserveantibiotika in der Tiermedizin grundsätzlich verboten werden müssen. Qualzucht und nicht kurative Eingriffe bei Nutztieren müssen verboten werden, einschließlich des Ausstiegs aus der chirurgischen Kastration. Die Tierzucht ist auf Zwei- oder Mehrnutzungstypen auszurichten.
Themen:
Tierschutz,
Natur- und Umweltschutz
5
Eine Agrarpolitik, die Tier- und Kilmaschutz sowie die Prävention künftiger Pandemien ernst nimmt, muss konkrete Maßnahmen zur Reduktion der Tierzahlen und eine Bestandobergrenze pro Betrieb beinhalten. Spricht sich Ihre Partei dafür aus?
Ja. DIE LINKE fordert schon lange eine Deckelung der Tierbestände an Standorten und in Regionen sowie eine flächengebundene Tierhaltung mit maximal 1,5 Großvieheinheit pro Hektar (GVE/ha). Der Umbau muss sozial verträglich erfolgen und die bisher profitierenden Konzerne müssen an der Finanzierung des Umbaus und der laufenden Kosten angemessen beteiligt werden.
Themen:
Tierschutz,
Natur- und Umweltschutz
6
Lange Tiertransporte in der EU und in Drittstaaten sind immer grausam für die Tiere. Beabsichtigt Ihre Partei, die Dauer von Transporten zu begrenzen, strengere Temperaturgrenzen einzuführen und ein Transportverbot in Drittstaaten aus Deutschland umzusetzen?
Ja. DIE LINKE fordert eine maximale Transportzeit von 4 Stunden exklusive Be- und Entladungszeit, auch innerhalb Deutschlands, und unterstützt auch Temperaturgrenzen. Wir wollen ein Verbot von Lebendtiertransporten in Drittstaaten, auch über den Wasserweg. Umgehungstatbestände müssen verhindert und der Vollzug gestärkt werden.
Themen:
Tierschutz,
Natur- und Umweltschutz
7
Es braucht – auch vor dem Hintergrund des Klimaschutzes – eine Abkehr vom bisherigen System, das Tiere als Ware behandelt. Hat Ihre Partei hier Lösungsansätze und wird sich Ihre Partei auch für Alternativen wie Transport von Fleisch und Zuchtmaterial einsetzen?
Ja. Tiere müssen respektvoll behandelt werden wie auch die Menschen, die sie betreuen. Das aktuelle profitorientierte Wirtschaftssystem muss durch ein sozialökologisches, kooperatives und auf regionale Versorgungssicherung und am Gemeinwohl orientiertes Landwirtschaftsmodell ersetzt werden. Lebendtiertransporte über längere Distanz zu Züchtungszwecken müssen durch den Transport von Erbmaterial und Unterstützung des Aufbaus eigener Zuchtstrategien in anderen Ländern ersetzt werden. Die Stärkung der Zucht vor Ort angepasster und zur traditionellen Nutzung geeigneter Nutztierrassen wird in vielen Fällen geeignet zur Lösung der Probleme sein.
Themen:
Tierschutz,
Natur- und Umweltschutz
8
Aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach Haustieren während der Corona-Pandemie hat auch der illegale Welpenhandel zugenommen. Beabsichtigen Sie, konkrete Maßnahmen zur Regulierung des Online-Handels und Verbote im Social-Media-Bereich umzusetzen, um das grausame Geschäft mit Welpen zu stoppen?
Ja. Der Handel auf Tierbörsen, auch im Internet, muss nach bundesweit einheitlichen Standards kontrolliert werden.
Themen:
Tierschutz,
Natur- und Umweltschutz