Wahlprüfstein Bundestagswahl 2021

ARWED e.V.

ARWED

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Was wird Ihre Partei unternehmen, damit die Versorgung dieser Zielgruppe und insbesondere der Doppeldiagnose sichergestellt wird?
Gerade drogenbezogene Hilfesysteme sind in Deutschland zersplittert. Die verschiedenen Angebote von Drogen- und Suchthilfe, Jungendhilfe, Gesundheitssystem, sozialpsychiatrischen Diensten und anderes kommunizieren zu wenig miteinander und sind kaum aufeinander abgestimmt. Wir wollen die Hilfeangebote besser miteinander verzahnen und insbesondere zielgruppenspezifisch ausgestalten. Hierbei müssen junge Menschen mit bestehenden oder drohenden Suchtproblemen eine besondere Rolle spielen. Wir fordern für Betroffene mit komplexem Hilfebedarf die Einführung eines Case-Managements, bei dem die individuell richtige Hilfe besprochen werden und das als Türöffner und einheitliche Anlaufstelle für die einzelnen Angebote und Fürsprecher der Betroffenen fungiert. Dabei müssen gerade die unterschiedlichen Perspektiven (individualtherapeutisch, systemisch, psychosozial etc.), die alle wichtige Funktionen für die Überwindung eines Suchtproblems haben, aufeinander abgestimmt werden.

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Was wird Ihre Partei unternehmen, damit die Suchthilfe alle Betroffenen und Beteiligten im Bezugssystem der jungen Menschen in den Blick nimmt und auch die finanziellen Voraussetzungen hat, diese Form der Hilfe anzubieten?
Kinder von suchtkranken Eltern sind in den vergangenen Jahren zunehmend in den Fokus gerückt. Für Eltern, aber auch z.B. Geschwister von suchtkranken jungen Menschen muss das gleiche gelten: Einbeziehung in die Hilfeangebote, soweit das möglich ist und von den Betroffenen gewünscht wird. Notwendig sind auch eigenständige Unterstützungsangebote zum Umgang mit dem suchtkranken Menschen und zur Bewältigung der eigenen damit verbundenen Belastungen. Die Suchthilfestrukturen liegen in der Verantwortung der Länder. Das Thema wird in vielen Ländern ausgesprochen ideologisch behandelt und entsprechend unterschiedlich sind die Hilfsstrukturen ausgeprägt und ausgestaltet. DIE LINKE steht hier für einen sachlichen Umgang: Gut ist, was den betroffenen Menschen hilft, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und Teilhabe an der Gesellschaft zu erlangen. Wir befürworten die Aufstockung der Ländermittel für diese Hilfe.

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Was wird Ihre Partei unternehmen, damit wir hinsichtlich des Präventionserfolgs in der Altersgruppe im Ländervergleich im oberen Drittel rangieren, statt wie bisher im mittleren bis unteren Drittel?
Suchterkrankungen haben wie andere Erkrankungen komplexe soziale, gesellschaftliche, psychologische und biologische Ursachen. Wir lehnen individuelle Schuldzuweisungen ab und konzentrieren uns in der Gesundheitsförderung und Prävention darauf, die gesellschaftlichen, politisch gestaltbaren Faktoren in den Blick zu nehmen. Wir sind davon überzeugt, dass die beste Prävention einer Suchterkrankung ein erfülltes, sicheres und chancenreiches Leben ist. In diesem Sinne kämpfen wir gegen soziale Ungleichheit und fehlende Teilhabe der benachteiligten Schichten. Kinder sind in Deutschland ein Armutsrisiko und Armut einer der größten Risikofaktoren für eine Suchterkrankung. Wir wollen hier die staatliche finanzielle und andere Unterstützung erheblich ausbauen und Kinderrechte ins Grundgesetz schreiben. Wir wollen kommerzielle Anreize für Drogenkonsum unterbinden und zum Beispiel Tabak- und Alkoholwerbung komplett verbieten sowie die Verfügbarkeit dieser Produkte einschränken.