Wahlprüfstein Bundestagswahl 2021
BerufsVerband Oecotrophologie e. V. (VDOE)
BV Oecotrophologie
BerufsVerband Oecotrophologie e. V. (VDOE)
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Welche Maßnahmen und Budgets - für interdisziplinäre Ernährungs- und Lebensmittelforschung - zur Erforschung der Ernährungs- und Verbraucherbildung werden bereitgestellt? Welche Forschungsschwerpunkte mit Bezug zur Ernährungs-/Lebensmittelwissenschaft werden gesetzt?
DIE LINKE sieht erheblichen Forschungsbedarf bei der Ernährungspolitik. Viele Fragen sind offen. Wissenschaftlich fundierte Bewertungen sind nicht möglich. Eine gesunde und nachhaltige Ernährung ist angesichts der Herausforderungen beim Umwelt-, Klima- und Gesundheitsschutz von zentraler Bedeutung. Dennoch haben viele Menschen in Deutschland dazu keinen Zugang, weil zum Beispiel die Kosten für Obst und Gemüse extrem steigen und geringe Renten, Löhne und Hartz-IV-Sätze das nicht zulassen. Forschungen zeigen, dass die bestehenden Rahmenbedingungen in Deutschland wenig hilfreich sind und die Verantwortung zu stark auf das Individuum verlagert wird. DIE LINKE spricht sich für einen integrierten Ansatz in der Ernährungspolitik aus, die Soziales, Gesundheit, Umwelt und Tierschutz zusammen denkt und erforscht. Um eine umfassende Neuausrichtung und Stärkung des Politikfeldes Ernährung zu erreichen, bedarf es eines Ausbaus personeller Kapazitäten auf allen Ebenen mit deutlichen Budgeterhöhungen für die Ernährungspolitik.
Themen:
Verbraucherschutz,
Gesundheit und Pflege
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Wie wird das Thema Ernährung - in Aus- und Weiterbildung relevanter Berufsgruppen integriert, um die Voraussetzungen für frühe Ernährungsbildung zu schaffen? - in schulische Lehrpläne integriert? Wie wird das Angebot gesundheitsförderlicher Verpflegung in Kita- und Schule unterstützt?
DIE LINKE setzt sich seit vielen Jahren für eine kostenfreie, qualitativ hochwertige und nachhaltige Verpflegung in allen Schulen und Kitas in Deutschland ein. Diese soll verpflichtend den Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) entsprechen und frisch zubereitet sein. Darüber hinaus fordern wir einen Aus- und Umbau von Küchen, eine bessere Ausstattung von Räumlichkeiten zum Essen und die Anlage von Schulgärten in Schulen und Kitas. Ernährungsbildung soll anwendungsorientiert erfolgen, deshalb soll mit Kindern und Jugendlichen auch gemeinsam gekocht und Mahlzeiten zubereitet werden. DIE LINKE würde hierfür in den Bundeshaushalt Mittel in Höhe von wenigstens 5,5 Milliarden Euro bereitstellen.
Themen:
Verbraucherschutz,
Gesundheit und Pflege
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Welche Rolle spielt eine Zertifizierung der Verpflegung nach den DGE-Qualitätsstandards in Kita, Schule, Mensa, Klinik, Pflegeeinrichtung, Betrieb? Mit welchen Strukturen soll die Qualitätsverbesserung auf Seiten der Versorgungsbetriebe unterstützt werden?
DIE LINKE will, dass die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für die Verpflegung in Kindertageseinrichtungen und für die Schulverpflegung bundesweit verbindlich eingehalten werden müssen. Um eine gesunde und nachhaltige Ernährung als zukünftigen Maßstab auf allen Ebenen zu erreichen, sprechen wir uns dafür aus, dass die DGE-Qualitätsstandards auch in Mensen, Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Betrieben verbindlich gelten müssen. Eine gute Ernährungsumgebung, Geschmack und Vielfalt sollten selbstverständlich sein. Wir wünschen uns eine Frischküche in den Einrichtungen, bei der vor Ort gekocht wird. Die Einhaltung der Lebensmittelhygiene muss gewährleistet sein. Wir setzen uns für gute Arbeit ein. Daher sind uns sozialversicherte Beschäftigungen, die Einhaltung von Arbeitsrecht, tarifliche Entgelte und Standards sowie eine gute Qualifizierung des Personals wichtig.
Themen:
Verbraucherschutz,
Gesundheit und Pflege
4
Welche Strukturen für qualifizierte Ernährungsberatung und -therapie sollen in das Gesundheitswesen integriert werden? (Kostenübernahme? Berufsbezeichnung?) Wie werden Verbraucher vor gesundheitlichen Risiken/Schäden durch minder- oder unqualifizierte Anbieter geschützt?
Wir sehen es als Erfolg, dass die Ernährungsberatung vor einigen Jahren als Heilmittel Einzug in die Versorgung gefunden hat. Wir würden dies gerne ausbauen. Grundsätzlich wird in der GKV das übernommen, was notwendig ist. Das beste Argument, um die Notwendigkeit zu untermauern ist Evidenz. Um Evidenz zu generieren, werden oft aufwendige und teure Studien gebraucht. Da davon gerade bei nicht-medikamentösen Methoden kein Gewinn zu erwarten ist, fehlen diese Studien meist. DIE LINKE fordert seit Jahren im Bundeshaushalt 2,5 Mrd. Euro für Studien zu nichtkommerziellen Arzneimitteln und zur Beforschung weiterer Methoden. Hierunter fällt auch die Forschung zu Methoden der Ernährungsberatung. DIE LINKE will Verbraucher:innen schützen, indem die Ernährungsberatung und -therapie als Berufsfeld geschützt wird und diese nur noch qualifizierte und zertifizierte Anbieter anbieten dürfen.
Themen:
Verbraucherschutz,
Gesundheit und Pflege
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Welche Pläne bzw. Maßnahmen zur Gesundheitsförderung von stärker durch Ernährungsrisiken beeinträchtigten Gruppen (z.B. Senioren, bildungsferne bzw. andere sozial benachteiligte oder vulnerable Gruppen) sind vorgesehen und wie wird die Benachteiligung dieser Gruppen ausgeglichen?
DIE LINKE sieht Gesundheitsförderung als gesamtgesellschaftliche und damit gesamtpolitische Aufgabe an (Health in all policies-Konzept der WHO). Spätestens seit der Corona-Bekämpfung ist allen klar, dass wirksame Gesundheitsförderung in allen Lebensbereichen stattfindet. Wir fordern einen Präventionsfonds, der dauerhaft mit Mitteln des Bundes und der Länder sowie der Krankenversicherungen gespeist wird und dazu beiträgt, die Lebenswelten der Menschen von Kita über Schule bis zum Kiez und zur Arbeitswelt gesundheitsförderlich auszugestalten. Es war ein Geburtsfehler des Präventionsgesetzes, Leistungen für Prävention und Gesundheitsförderung ausschließlich bei den einzelnen Krankenkassen anzusiedeln. Es sind dagegen die Kommunen, die maßgeblich die Gestaltung der Lebenswelten in der Hand haben; dorthin sollten auch die meisten Präventionsgelder fließen.
Themen:
Verbraucherschutz,
Gesundheit und Pflege
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Mit welchen handlungsbezogenen Maßnahmen wird das eigenverantwortliche, gesundheitsförderliche und nachhaltige Ernährungs- bzw. Konsumverhalten von Verbrauchenden ihren kulturellen/persönlichen Bedürfnissen entsprechend gefördert bzw. unterstützt?
DIE LINKE will Ernährungsarmut verringern und allen Menschen eine soziale Teilhabe ermöglichen. Als wichtige Maßnahme fordert DIE LINKE eine qualitative hochwertige und kostenlose Kita- und Schulverpflegung, die auf regionale und ökologisch nachhaltige Lebensmittel setzt. Frisches Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte müssen als Hauptbestandteile nachhaltiger Ernährung für alle bezahlbar sein. Vegetarische Essensangebote sollen der Standard in allen öffentlichen Einrichtungen werden. Ernährungsbildung muss in Zukunft praxisorientiert erfolgen, d.h. mit Kindern und Jugendlichen aber auch mit Erwachsenen soll in Schulen und Kitas sowie in örtlichen Land- und Stadtteilinitiativen gemeinsam fleischlos, frisch und gesund gekocht werden. Wir sprechen uns für eine Stärkung der regionalen Vermarktung aus. Obst und Gemüse sollen in Schulgärten angebaut und geerntet werden. Wir wollen mehr staatliche und verbindliche Rahmensetzung und die Ernährungsumgebung gesünder und nachhaltiger machen, zum Beispiel durch ein Verbot der Werbung für ungesunde Kinder-Lebensmittel und werbefreie Räume in Schulen und Kitas.
Themen:
Verbraucherschutz,
Gesundheit und Pflege
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Mit welchen Maßnahmen sollen Erzeuger, Handwerk und lebensmittelverarbeitende Betriebe unterstützt werden, qualitativ hochwertige Produkte auf den Markt zu bringen? Wie wird die Position kleiner/mittelständischer Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft im Wettbewerb gestärkt?
DIE LINKE steht für eine starke regionale Wirtschaft und Wertschöpfung, gute Löhne und sichere Einkommen. Nur dann können mehr Menschen höherwertige, teurere Lebensmittel kaufen und KMU ihrer Umsätze steigern. Wir wollen die Agrarsubventionen umschichten und kleinere, nachhaltige Betriebe stärker fördern. Zugleich steht DIE LINKE für eine Entflechtung marktbeherrschender Unternehmen und will u.a. in der EU endlich entsprechende Fusions- und Entflechtungsvorgaben. Neben einem modernem Wettbewerbsrecht für uns eine veränderte Steuer- und Abgabenpolitik entscheidend. Wir wollen deshalb kleine und mittlere Unternehmen und Einkommen (bis 6.500 Euro) entlasten und größere Unternehmen, Konzerne und Vermögende stärker belastet. Schließlich wollen wir die alle Förderprogramme effektiver auf KMU ausrichten und die soziale, ökonomische und ökologische Transformation beschleunigen – was letztlich die Chancen für KMU in den Regionen verbessern wird.
Themen:
Verbraucherschutz,
Gesundheit und Pflege
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Wie sollen Gründer*innen und Solo-Selbstständige im Bereich Lebensmittel/Ernährung/Gesundheit gefördert und unterstützt werden, so dass mehr Menschen auf diese Art ihre Existenz sichern können und ihr Know-how für eine verbesserte Ernährungssituation und –kommunikation einsetzen?
DIE LINKE möchte Existenzgründungen stärker fördern und wir wollen eine Aufstockung der Mittel insoweit, wie sie nicht in prekäre Selbstständigkeit und Selbstausbeutung mündet. Gute Konzepte, eine umfassende Beratung/Begleitung und die Beachtung aller Regeln sind für uns entscheidend für die Vergabe öffentlicher Mittel. Im Bereich Gesundheit, Beratung und Prävention gibt es sicher viele Möglichkeiten für Selbstständige. Voraussetzung für gute Einkommen und eine Perspektive ist jedoch zunehmend eine gute soziale Absicherung im Krisenfall – was die aktuelle Pandemie zeigt. Wir stehen deshalb für eine Bürgerversicherung (Rente) und für ein Ende der privaten Krankenversicherung als Vollversicherung. Es gibt schon viel „Rosinenpickerei“ und zu viele Selbstständige, die im Alter und bei Krankheit arm sind und über öffentliche Mittel unterstützt werden müssen. Alle Einkommen und Erwerbsformen gehören in „eine Kasse“ mit guten Leistungen und sinkenden Beiträge für alle!
Themen:
Verbraucherschutz,
Gesundheit und Pflege