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Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG)

SVLFG

Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG)

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Das Sondersystem SVLFG bietet Selbständigen, deren Familien und Mitarbeitern im grünen Bereich LUV, AdL, LKV und LPV aus einer Hand. Es ergeben sich daraus große Synergien in Prävention, Betreuung, Verwaltungskosten, Betriebs- und Haushaltshilfe. Welche Vorteile sehen Sie in diesem Sondersystem?
Die SVLFG kann durch ihre Sonderstellung speziell Familien und Mitarbeitende in grünen Berufen unterstützen und auf ihre konkreten Belange eingehen. Grundsätzlich verfolgt DIE LINKE das Ziel einer solidarisch finanzierten Gesundheits- und Pflegeversicherung, in die alle einzahlen, alle Einkommen verbeitragt werden und die Beitragsbemessungsgrenze fällt. Das gilt nicht nur für die SVLFG, sondern auch für Abgeordnete und Beamt:innen. Die Beitragssätze für alle sinken um ca. 3% auf 12% des Bruttoeinkommens. Das Ziel ist eine gerechte und solidarische Beitragszahlung und soziale Sicherung inklusive Schutz vor Altersarmut. Bis dahin müssen die notwendigen Bundeszuschüsse gesichert werden.

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Setzen Sie sich auch in den kommenden Jahren für die Bundesmittel für die landwirtschaftliche Unfallversicherung mindestens in gleicher Höhe wie in den vergangenen Jahren ein, um die Betriebe der grünen Branche in schwieriger Marktlage und bei fortschreitendem Strukturwandel zu unterstützen?
Ja. Solange es gesonderte Absicherungsmodelle gibt, müssen diese bedarfsgerecht ausgestattet sein, um die Mitglieder sozial zu sichern.

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Die Chancengleichheit zwischen Stadt und Land ist ein wichtiges gesamtgesellschaftliches Thema. Sehen Sie in diesem Zusammenhang für die nicht im Wettbewerb stehende, versicherungszweigübergreifende SVLFG ein Arbeitsfeld zur Durchführung von Prävention und Gesundheitsförderung im ländlichen Raum?
Ja, die SVLFG kann zu Prävention und Gesundheitsförderung im ländlichen Raum beitragen. Dafür muss es eine angemessene personelle und finanzielle Ausstattung geben. Der psychische Druck, verbunden auch mit existenziellen Ängsten, hat gerade in der Landwirtschaft zugenommen („moral injuries“), ohne dass die Auswirkungen schon konkret bekannt sind oder erforscht werden. Das gilt auch für die gesamten ländlichen Räume. Hier muss mehr Forschungsförderung zur Schließung von Kenntnislücken beitragen. Mehr Kooperation mit den regionalen Gesundheitsstrukturen kann ebenfalls unterstützen.

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Gesellschaftliche Kritik, wirtschaftliche Schwierigkeiten, überbordende Bürokratie usw. belasten Versicherte psychisch stark. Wir helfen mit Online-Angeboten, individueller (auch anonymer) Beratung, Kursen und zielgerichteter Prävention. Welche Möglichkeit sehen Sie, die SVLFG hierbei zu fördern?
Eine öffentliche Unterstützung hält DIE LINKE hier für eine angemessene Personalausstattung und ein angemessenes Budget für zielführend. Mehr Forschung zu den Auswirkungen psychischen Drucks wird gebraucht.

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80 % der zu pflegenden Personen der Grünen Branche werden durch Angehörige gepflegt. Die SVLFG verringert durch passgenaue Unterstützung und Erholungsangebote deren Belastungen und verhindert, dass Pflegende selbst erkranken. Welche Möglichkeiten sehen Sie, dass Engagement der SVLFG auszubauen?
Mit der von uns angestrebten solidarisch finanzierten Gesundheits- und Pflegeversicherung (vgl. Antwort auf Frage 1) wären bessere Versicherungsleistungen ohne Zuzahlung für alle finanzierbar. Pflegebedürftige und Pflegende sollen selber entscheiden, ob sie bspw. professionelle Tages- und Kurzzeitpflege in Wohnortnähe oder Entlastungsangebote für pflegende Angehörige in Anspruch nehmen wollen. Diese Entscheidung muss frei von finanziellem Druck getroffen werden können. Wir wollen für alle Beschäftigten sechs Wochen Freistellung bei vollem arbeitgeberfinanziertem Lohnausgleich beim ersten Auftreten eines familiären Pflegefalls. Auch bei längerer Übernahme häuslicher Pflege müssen Pflege und Beruf vereinbart und Armut verhindert werden können. Gemeinsam mit den Interessenvertretungen pflegen-der Angehöriger, Sozialverbänden und Gewerkschaften entwickelt DIE LINKE ein Konzept für eine Freistellung berufstätiger pflegender Angehöriger und Zugehöriger mit Lohnersatz.

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In den letzten Jahren hat sich die SVLFG eine besondere Expertise bei der psychischen Betreuung von Betriebsübergaben und Generationskonflikten erarbeitet. Sehen Sie es als sinnvoll an, dies als Dienstleistung auch anderen familiengeführten Betrieben anzubieten?
Ja, allerdings kann das nicht Aufgabe der SVLFG sein. Auch hierin zeigt sich, dass ein Umbau in eine branchenübergreifende Bürger:innen-Versicherung sinnvoll ist. Beratungsangebote, Kurse und anderweitige Unterstützung müssen dabei erhalten und weiter ausgebaut werden. Das Personal der SVLFG ist zu halten und in neue Strukturen bei angemessener Bezahlung und Absicherung zu überführen.

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Bei Sonderkulturen ist der Einsatz von Saisonarbeitskräften wichtig. Sehen Sie es als notwendig an, dass die SVLFG Betriebe und Saisonarbeitskräfte vor Ort und digital bei Arbeitsschutz, Prävention und Hygiene unterstützt und z. B. professionell per App mehrsprachige Informationen bereitstellt?
Ja. Darüber hinaus fordert DIE LINKE einen ungehinderten Zutritt von Gewerkschaften und deren Beratungsstellen in Betriebe und Unterbringungen sowie Information über Rechte und Pflichten von Saisonarbeitskräften in der Heimatsprache. Ab dem ersten Einsatztag muss es eine volle Sozialversicherungspflicht bei Saisonarbeitskräften geben. Außerdem braucht es eine tagesaktuelle und manipulationssichere Arbeitszeiterfassung, häufigere und zielgerichtetere Kontrollen der Arbeits-, Unterbringungs- und Entlohnungsbedingungen.