Wahlprüfstein Europawahl 2019
Redaktion Wissenschaftskommunikation.de
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Welche Bedeutung hat für Sie der Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft im europäischen Raum und (wie) wollen Sie diesen fördern?
Für DIE LINKE ist der Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft ein zentrales Thema für die europäische Forschungspolitik. Die Kooperation von zivilgesellschaftlichen Akteuren und Wissenschaftler*innen hat nicht nur zu herausragenden Forschungsergebnissen sondern ebenso zu einer Weiterentwicklung der Wissenschaft selbst geführt. Daher sollten diese Kooperationsformen im gesamten Rahmenprogramm berücksichtigt, der Kapazitätsaufbau bei Akteuren der europäischen Zivilgesellschaft sowie die europäische Vernetzung nationaler Akteure unterstützt werden.
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Bei Horizont 2020 gab es einen eigenen Förderschwerpunkt „Wissenschaft mit der und für die Gesellschaft“. Im ersten Entwurf des Folgeprogrammes fehlt dieser Schwerpunkt. Wie bewerten Sie diese Entwicklung?
Wir unterstützen die Wiederaufnahme dieses Schwerpunkts in das Rahmenprogramm in Verbindung mit einer deutlichen Aufstockung des Budgets. Die Kooperation zwischen Zivilgesellschaft und Wissenschaft darf nicht gegenüber der Wirtschaftsförderung benachteiligt werden.
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Sind Sie der Meinung, dass Wissenschaftskommunikation Teil der Forschung in Europa sein sollte? Welche Art von Dialogen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft schwebt Ihnen für den europäischen Raum vor?
Wissenschaftskommunikation war und ist ein wichtiger Teil aller Forschung, insbesondere der öffentlich geförderten Forschungstätigkeit. Zum ersten, weil Wissenschaftler*innen selbst ein Interesse an der öffentlichen Darstellung ihrer Forschungsergebnisse haben. Zum zweiten, weil es ein berechtigtes Interesse der Öffentlichkeit an der von ihr geförderten Forschung gibt. Dabei unterstützt DIE LINKE unterschiedliche Dialogformen. Diese sollen sowohl institutionell verankert seien, beispielsweise wenn es um die Weiterentwicklung von Horizont Europe sowie der einzelnen Förderprogramme geht, wie spontan, z.B. zur Bewerbung und Realisierung von Forschungsprojekten.
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Wo liegen die Programmschwerpunkte Ihrer Partei zu Forschung bzw. Wissenstransfer?
DIE LINKE fordert innerhalb der EU-Forschungs- und Wissenschaftspolitik den Bereich der Kritischen Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften verstärkt zu fördern und zu einem Schwerpunkt des Rahmenprogramms auszugestalten. Zudem wollen wir soziale Innovationen und Dienstleistungen stärker in den Förderprogrammen verankern und uns von der stark technikzentrierten Fortschrittsdefinition in der EU-Forschungspolitik lösen.
Entsprechend wollen wir den Forschungs- und Wissenstransfer in die Gesellschaft ausbauen. Dabei wollen wir insbesondere einen dialogorientierten Transfer organisieren, der partizipative Prozesse beinhaltet.