Wahlprüfstein Europawahl 2019

Hochschule München

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In welcher Weise würden Sie sich zu den Grundprinzipien, die in der Magna Charta Universitatum festgehalten sind, positionieren und aktiv werden? Wie beurteilen Sie den Umgang der Europäischen Union mit der Freiheit von Forschung und Lehre in den einzelnen Mitgliedsstaaten?
Grundsätzlich unterstützt DIE LINKE die Ziele, die in der Magna Charta Universitatum festgehalten wurden, auch wenn wir den Begriff der Hochschule anstelle der Universität wählen würden. Aktiv werden wollen wir vor allem wenn es zum ersten um die Unabhängigkeit der Hochschulen geht, deren Unabhängigkeit durch die hohe Abhängigkeit von Drittmitteln bei gleichzeitig unzureichender Grundfinanzierung in Gefahr ist. Zum zweiten sehen wir die Freiheit von Forschung und Lehre durch staatliche Eingriffe in einigen europäischen Mitgliedsstaaten bedroht. Insbesondere ist hier in Ungarn zu nennen. An diesem Beispiel wird allerdings deutlich, dass sowohl der demokratische Aufbau von Hochschulen wie auch Fragen der Gleichstellung von großer Bedeutung sind und von den Hochschulen noch engagierter angegangen werden müssen.

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Inwieweit ist ein gemeinsamer europäischer Hochschul- und Forschungsraum für Sie relevant? Welche weiteren Schritte verfolgen Sie zur Verstärkung des Zusammenwirkens der Higher Education Area und der EU?
Ein gemeinsamer Hochschul- und Forschungsraum ist für DIE LINKE von großer Bedeutung. Die aktuell großen Herausforderungen wie der Klimawandel können nur durch internationale Zusammenarbeit gelöst werden. Zudem fördert der Austausch von Wissenschaftler*innen die europäische Idee. Um das Zusammenwirken der Higher Education Area zu stärken will DIE LINKE insbesondere die gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen sowie eine Erleichterung der Aufenthaltsregelungen während des Studiums oder eines Gastaufenthalts von Wissenschaftler*innen durchsetzen.

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Wie beurteilen Sie die Funktion und die finanzielle Ausstattung der Forschungsprogramme der EU in den nächsten sieben Jahren und wo sehen Sie besondere Chancen der Nutzung der Forschungsprogramme durch die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften?
DIE LINKE setzt sich für eine Ausweitung der Ausgaben für Bildung und Wissenschaft auf allen staatlichen Ebenen ein. Die Bildungssysteme der EU-Staaten sind immer noch stark sozial selektiv, was auch für Deutschland gilt. Gleichzeitig steht Europa, wie auch die gesamte Welt, vor einer großen sozial-ökonomischen Transformation die Herausforderung, wie dem Klimawandel, zu begegnen Für diese übergeordneten Ziele müssen ausreichend Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden. Die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften können für beide Zielsetzungen eine wichtige Rolle spielen. Zum einen können sie sich durch ihren starken Anwendungsbezug die sozial-ökonomischen Transformation entscheidend mitgestalten. Zum anderen bieten sie mit ihrem anwendungsnahen Fächerkanon für jungen Erwachsenen aus Nicht-Akademikerhaushalten ein attraktives Studienangebot und ermöglichen diesen den Bildungsaufstieg.

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Wie beurteilen Sie den Beitrag der europäischen Hochschulen zur europäischen Idee und zur Mobilität in der Arbeitswelt? Durch welche Maßnahmen möchten Sie studentische Mobilität weiter unterstützen?
Der Beitrag der europäischen Hochschulen in Bezug auf die europäische Idee und zur Mobilität in der Arbeitswelt wird von der LINKEN als sehr hoch eingeschätzt. Auch wenn durch die hohe soziale Selektivität beim Hochschulzugang in Deutschland sowie der restriktiven Regelungen zum Angebot von Weiterbildungsangeboten in vielen Bundesländern noch Verbesserungen notwendig sind. Die Mobilität der Studierenden wollen wir vor allem durch den Abbau finanziellen Hürden stärken. Zudem wollen wir die gesamte Auslandsförderung in der Breite ausbauen, weg von Stipendien und anderer selektiver Förderformaten.