Wahlprüfstein Europawahl 2019

Verband der Restauratoren (VDR) e.V.

Verband der Restauratoren (VDR) e.V.

1

Werden Sie sich für den Schutz des Berufstitels „Restaurator“ auf europäischer Ebene einsetzen, den es in manchen europäischen Ländern bereits gibt?
DIE LINKE unterstützt die Forderung nach dem Schutz des Berufstitels „Restaurator*in“. Es braucht Klarheit darüber, welche Qualifikation eine Restaurator*in hat – und diese Qualifikation muss durch gesellschaftliche Anerkennung und eine angemessene Bezahlung wertgeschätzt werden. Auch deshalb wird DIE LINKE sich zukünftig für einen Berufstitelschutz der freiberuflich tätigen Restauratoren auf EU-Ebene einsetzen.

2

Wie werden Sie sich dafür einsetzen, dass gerade die von Prekarisierung bedrohten „Solo-Selbstständigen“ besonders geschützt und gefördert werden?
Die Absicherung von Soloselbständigen muss durch verbindliche EU weite Standards für Mindestvergütungen gesichert werden. DIE LINKE will eine solidarische Gesundheits- und Pflegeversicherung für Alle – auch für Selbstständige. Das bedeutet, dass alle Selbstständigen in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert werden. Dabei werden Mindestbemessungsgrenzen ersatzlos abgeschafft und das tatsächliche Einkommen zur Beitragsbemessung herangezogen. DIE LINKE steht für den Erhalt und den Ausbau der Künstlersozialkasse. Darüber hinaus bleibt DIE LINKE bei ihrer Forderung, den Bundeszuschuss zur KSK wieder auf 25 Prozent zu erhöhen. Wir wollen am offenen Kunstbegriff festhalten und Lösungen für in wechselnden Erwerbsformen Tätige finden, z.B. durch eine Anpassung der Aufnahmekriterien und Zuverdienst-Grenzen aus abhängiger Arbeit. Eine Definition des Berufs der Restaurator*in als künstlerisch-schöpferische Tätigkeit würde den Zugang zur Künstlersozialkasse ermöglichen.

3

Werden Sie/Wird Ihre Partei sich dafür einsetzen, dass der am Gemeinwohl orientierte Freie Beruf auch auf europäischer Ebene anerkannt und reguliert wird? In welcher Weise?
DIE LINKE will die Freiberuflichkeit sichern und stärken, auf EU-Ebene und in Deutschland.

4

Werden Sie/Wird Ihre Partei sich dafür einsetzen, dass der freiberufliche Restaurator auf europäischer Ebene reguliert wird und damit auch eine Qualitätssicherung nach einheitlichen Standards wie in der Europäischen Kulturerbestrategie formuliert im Interesse der Allgemeinheit möglich wird? In welcher Weise werden Sie sich dafür einsetzen, dass diese Kriterien verbindlich eingehalten werden?
DIE LINKE unterstützt eine Regulierung auf europäischer Ebene zum Schutz freiberuflicher Restaurator*innen.

5

Wird sich Ihre Partei/werden Sie sich dafür einsetzen, dass der europäische Berufsausweis auch für andere Berufsgruppen eingeführt wird und dazu ggf. auch die Regularien zu dessen Etablierung geändert werden?
Wer Arbeitnehmerfreizügigkeit — freiwillige, wohl gemerkt — will, muss die Anerkennung von Berufsabschlüssen erleichtern. Es geht um Mobilität, um Sicherheit und um Durchlässigkeit der Abschlüsse. Wichtig ist auch die Qualität, und es geht darum, den Dschungel der Zuständigkeiten zu lichten. Der Europäische Berufsausweis fördert die freiwillige Freizügigkeit mit vereinfachten Verfahren. DIE LINKE unterstützt eine Ausweitung des Europäischen Berufsausweises.

6

Werden Sie und Ihre Partei sich dafür stark machen, dass der Beruf des Restaurators auch in Deutschland angemessene Anerkennung findet und eine Regulierung für den Zugang zum Beruf etabliert wird – z.B. durch einen Berufstitelschutz? In welcher Weise?
DIE LINKE wird sich auch zukünftig für einen Berufstitelschutz der freiberuflich tätigen Restaurator*innen einsetzen. Es ist wichtig, dass Klarheit darüber herrscht, welche Qualifikation eine Restaurator*in hat. Und, dass diese Qualifikation auch wertgeschätzt wird. Auf Bundesebene wird DIE LINKE über die Einführung eines Bundesgesetzes zum Berufstitelschutz beraten und prüfen lassen, ob dies rechtlich durchsetzbar wäre.

7

Werden Sie/Wird Ihre Partei sich dafür einsetzen, dass die Frage der unterschiedslosen und pauschalen Einordnung wieder auf die Tagesordnung kommt?
DIE LINKE setzt sich für eine faire und gute Bezahlung aller Menschen ein. Restaurator*innen leisten einen gesellschaftlich wertvollen Beruf und verdienen es, anständig bezahlt zu werden. DIE LINKE hält die Einordnung in den EQR/DQR-6 für nicht zeitgemäß. Diese pauschale Einordnung muss diskutiert und überdacht werden.