Wahlprüfstein Europawahl 2019
Deutschen Forstwirtschaftsrat / Die Waldeigentümer (WFWR - AGDW)
Deutschen Forstwirtschaftsrat / Die Waldeigentümer (WFWR - AGDW)
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Bitte nennen Sie uns drei wichtige Gründe, warum die Waldbesitzer in Deutschland Ihre Partei wählen sollten? Wie steht Ihre Partei zu einer aktiven und nachhaltigen Waldbewirtschaftung?
DIE LINKE steht für das Leitbild Wald als gesellschaftlichen Reichtum, der geschützt werden muss, auch als Teil der Daseinsvorsorge. Das schließt die Sicherung und Wertschätzung der dort geleisteten Gemeinwohlleistungen zum Schutz des Klimas, der Umwelt und zur Erholung, Gesundheit und Bildung ein, mit der eine gemeinsame Mitverantwortung verbunden ist. Artikel 14 des Grundgesetzes ist ein wichtiger Grundsatz, aber keine Einbahnstraße. Eine gemeinwohl- und zukunftsorientierte Waldstrategie muss verlässliche Rahmenbedingungen schaffen. Die breite Streuung des Waldeigentums muss gesichert, Klein- und Kleinstwaldbesitz z.B. durch öffentliche forstliche Betreuungsangebote unterstützt werden. Aus Sicht der LINKEN profitieren alle von einer naturnahen Waldbewirtschaftung. Dazu gehört eine Vielfalt standortgerechter einheimischer Baumarten und Altersstrukturen, Schutz des Waldbodens sowie standortangepasste Wilddichten. Gut qualifiziertes und gut bezahltes Personal ist Voraussetzung.
Themen:
Landwirtschaft,
Ökologie
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Entsprechend dem EU-Vertrag liegt die Forstpolitik in der Zuständigkeit der Mitgliedsstaaten. Dennoch nimmt der Einfluss von anderen Sektor-Politiken von EU und globaler Ebene auf viele forstrelevante Aspekte stetig zu. Welche Rolle spielt die EU in diesem Zusammenhang aus Sicht Ihrer Partei? Bei welchen forstrelevanten Themen sehen Sie Prioritäten für die nächsten 5 Jahre?
Infolge der Wetterextreme und des daraus folgenden wachsenden Risikos von Großschadenslagen durch Kalamitäten und Waldbrände, ist kurzfristig ein Soforthilfeprogramm für den Wald dringend notwendig, das gleichzeitig die Korrektur von Fehlern der Vergangenheit unterstützt. Der Waldumbau braucht mehr Unterstützung angesichts der Schäden bis zum Totalausfall selbst bei Naturverjüngungen. Langfristig ist aus Sicht der LINKEN der Umbau hin zu einer naturnahen Waldbewirtschaftung im Interesse aller. Gleichzeitig muss angesichts steigender Brandschutzrisiken der Waldbrandschutz, insbesondere präventive Konzepte, neu in die Mitte der Diskussion zur Waldstrategie 2050 gestellt werden. Für alle diese Aufgaben braucht es qualifizierte und fair bezahlte Forstleute und Waldarbeiter*innen. Die EU spielt dabei eine immer wichtigere Rolle. Daher ist es an der Zeit über eine gemeinsame europäische Forstpolitik nachzudenken, die auch einen eu ropäischen Waldfonds beinhalten muss.
Themen:
Landwirtschaft,
Ökologie
3
Der Klimawandel bedroht die deutschen Wälder zunehmend in ihrer Existenz. Waldbesitzende und Forstleute in Deutschland und ganz Europa bekommen die Auswirkungen des Klimawandels unmittelbar und immer stärker zu spüren. Wie kann sich die EU an den Aufbauhilfen für die geschädigten Wälder beteiligen? Und welche Rolle spielen unsere Wälder, aus Sicht Ihrer Partei, bei der Lösung der Klimakrise?
Der Wald spielt eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Klimawandel. Mit seiner Senkenfunktion trägt der Wald dazu bei, CO2 aus der Atmosphäre langfristig zu speichern. Durch die entsprechende stoffliche Verwertung von Holz kann CO2 über Generationen hinweg gebunden werden. Gleichzeitig ist der Wald aber auch vom Klimawandel selbst betroffen und muss an die Veränderungen angepasst werden. Dazu gehört die Verwendung von klimatoleranten Arten, eine naturnahe Waldbewirtschaftung und standortgerechte einheimische Baumarten. Dies führt zu struktur- und artenreichen Wäldern, die aufgrund dieser Vielfalt weniger anfällig für Störungen sind. Durch die Entwicklung eines europäischen Wald(klima)fonds, müssen Waldumbaumaßnahmen hin zu klimatoleranten Forsten finanziert und beratend gefördert werden.
Themen:
Landwirtschaft,
Ökologie
4
Der Forstsektor und die forstliche Wertschöpfungskette sind wichtige Pfeiler des ländlichen Raums. Was ist der Ansatz Ihrer Partei zur Stärkung der ländlichen Räume und der ländlichen Entwicklung?
DIE LINKE möchte eine ökologische und sozial nachhaltige Forstwirtschaft. Dazu gehört die Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten einschließlich fairer Vermarktung von Forstprodukten. Forstwirtschaftliche Vereinigungen sind ein wichtiger Beitrag. Die Holznutzung (stofflich vor energetisch) muss nachhaltiger und strategischer diskutiert werden. Während in anderen Ländern schon Hochhäuser aus Holz gebaut werden, diskutiert man in Deutschland noch immer, ob das überhaupt möglich ist. Hier die Bremse zu lösen, dies wäre auch für die Stärkung der Wertschöpfungskreisläufe im Ländlichen Raum wichtig. Forstwirtschaftliche Flächen dürfen nicht zu Spekulationsobjekten verkommen. Eine breite Eigentumsstreuung ist nicht nur wichtig für die Sicherung der Gemeinwohlfunktionen des Waldes, sondern auch für die gesellschaftliche Teilhabe am Wald und die Verankerung in der Gesellschaft, vor a llem im Ländlichen Raum.
Themen:
Landwirtschaft,
Ökologie
5
Die Waldbesitzer tragen durch die aktive und nachhaltige Bewirtschaftung ihrer Wälder wesentlich zur Bereitstellung eines nachhaltigen Rohstoffes Holz und zur Förderung der Funktionenvielfalt des Waldes bei. Gleichzeitig steigen jedoch die gesellschaftlichen Anforderungen an den Wald. Wo liegt Ihrer Meinung nach das Gleichgewicht zwischen Eigentumsrechten und sozialer sowie ökologischer Verantwortung?
Die aktive Pflege und Bewirtschaftung des Waldes sind Teil der Daseinsvorsorge. Gleichzeitig ist Waldbesitz mit einer hohen sozialen und ökologischen Verantwortung verbunden. Für DIE LINKE stehen diese Aspekte nicht im Widerspruch, wenn Zielkonflikte fair diskutiert und im gemeinsamen Interesse gelöst werden. Daher will DIE LINKE, dass Eigentum am Wald in der Gesellschaft breit gestreut und dort auch verankert bleiben soll. Gleichzeitig müssen Gemeinwohlleistungen im Wald anerkannt werden, sowohl gesellschaftlich als auch in angemessenem Rahmen finanziell. Die Politik muss den notwendigen Rahmen dafür setzen, dass Eigentumsrechte und berechtigte Eigentumsinteressen mit sozial-ökologischer Verantwortung verbunden werden, z.B. durch eine wirklich zukunfts- und gemeinwohlorientierte Waldstrategie.
Themen:
Landwirtschaft,
Ökologie