Wahlprüfstein Europawahl 2019
Bundesforum Männer
Bundesforum Männer
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Was macht für Sie und die Linke eine zeitgemäße Gleichstellungspolitik auf europäischer Ebene aus?
DIE LINKE kämpft für gleiche Rechte, sexuelle Selbstbestimmung, gegen Sexismus – und für soziale Gleichheit. Wir setzen uns für ein selbstbestimmtes, solidarisches Leben ein, in dem Erwerbsarbeit, Familienarbeit, gesellschaftliches und politisches Engagement für Männer und Frauen miteinander vereinbar werden. Wir wünschen uns, dass die Europäische Union in der Gleichstellung der Geschlechter wieder die Vorreiterrolle einnimmt, die sie bis vor einigen Jahren innehatte. Dazu gehören die Wiedereinführung einer kohärenten Gleichstellungsstrategie und die Implementierung von Gender Budgeting. Gleichstellung darf nicht als Spartenthema behandelt sondern muss als Querschnittsaufgabe in allen Politikbereichen mitgedacht werden, von der Agrarpolitik bis zur Zollunion.
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Welche Rolle sollten Jungen, Männer und Väter in der Gleichstellungspolitik spielen?
Unser „Linker Feminismus“ wendet sich selbstverständlich nicht „gegen Männer“, sondern gegen patriarchale Strukturen, unter denen Jungen und Männer trotz bestehender Privilegien beim Zugang zu Geld und Macht ebenfalls leiden. Hierzu zählen u. a. die höheren männlichen Opferzahlen bei Gewalttaten und die geringere durchschnittliche Lebenserwartung. Männer als Akteure von Gleichstellungspolitik zeigen auf, dass nicht alle Jungen und Männer von der bestimmenden männlichen Norm profitieren und leisten einen wichtigen Beitrag zum Abbau einengender Rollenerwartungen und sexistischer Stereotype. Angesichts der in vielen europäischen Ländern erstarkenden rechten, erzkonservativen und christlich fundamentalistische Bewegungen ist auch emanzipatorische Männerpolitik kein Selbstläufer, sondern muss gerade jetzt aktiv verteidigt und ausgebaut werden.
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Was sind die wichtigsten Baustellen beim Thema „Geschlechtergerechtigkeit“ für Frauen und Männer, die aus ihrer Sicht auf europäischer Ebene angegangen werden müssen und können?
Für eine selbstbestimmte Lebensgestaltung für alle Geschlechter wollen wir Arbeitszeiten, die mit gutem Leben vereinbar sind. Arbeit darf nicht krank machen. Wir stoppen Dauerstress und den Überstundenberg. In allen EU-Ländern muss eine wöchentliche Höchstarbeitszeit von 40 Stunden die Grenze sein. Jede Arbeitszeit muss dokumentiert und bezahlt werden. Mit dem Neuen Normalarbeitsverhältnis können die Beschäftigten die Arbeitszeit selbstbestimmter gestalten, mit Arbeitszeiten zwischen 22 und 35 Stunden pro Woche. Alle Beschäftigten erhalten das Recht auf mindestens 22 Stunden pro Woche in ihrem Arbeitsvertrag. Das ermöglicht Frauen und Männern, gleichberechtigt am Erwerbsleben teilzunehmen und Haus-, Erziehungs- und Pflegearbeiten zu gleichen Teilen zu schultern.